Jagdfieber: Warum Geparden überhitzen

Geparden brechen ihre blitzschnelle Jagd nicht ab, weil ihnen bei der plötzlichen Anstrengung zu heiss wird. Forscher widerlegen die über Jahrzehnte von Safari-Führern und Lehrbüchern verbreitete Erklärung. Die Tiere erhitzen erst nach der Jagd – wahrscheinlich durch die Angst um ihre Beute.

Ein Gepard in Habachtstellung

Bildlegende: Gestresstes Raubtier: Der Gepard muss gut auf seine Beute achten, weil er sie gegen andere Raubtiere praktisch nicht verteidigen kann. Reuters

Die frühere Ansicht stütze sich auf eine Studie, die nicht die Bedingungen einer richtigen Jagd widerspiegelt, berichten südafrikanische Forscher. Sie hingegen registrierten die Körpertemperatur von sechs freilebenden Geparden und massen zugleich ihre Aktivität. Die Ergebnisse zeigten, dass die Temperatur der Tiere während ihrer Sprints bei der Jagd kaum zunahm. Trotzdem beendeten die Tiere die Verfolgung der Beute meist nach etwa 300 Metern.

Hitze erst nach erfolgreicher Jagd

Erst eine erfolgreiche Jagd liess die Temperatur der Tiere ansteigen, und zwar mit 1,3 Grad um mehr als das Doppelte als bei einer erfolglosen Jagd – und das bei gleicher Anstrengung. Auch nach der Jagd blieb die Temperatur erhöht, manchmal bis zu einen Tag lang.

Der Grund könnte Stress sein, glauben die Forscher; zunächst durch die erfolgreiche Jagd, schliesslich aber auch durch das wachsame Ausschauen der Geparden nach Konkurrenten. Hyänen und Löwen nehmen ihnen nämlich häufig die Beute weg.