Networking mit Nahrung

Einige Bonobos teilen ihr Futter bevorzugt mit fremden Artgenossen – und nicht mit Mitgliedern ihrer eigenen
Gruppe.

Zwei Bonobos im Affen Frankfurter Zoo bei der gemeinsamen Körperpflege.

Bildlegende: Gemeinschaftswesen wie wir: Auch Bonobos, wie diese Affen im Zoo in Frankfurt benutzen offenbar Strategie für ihr Sozialleben. Keystone

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zweier Wissenschafter von der Duke-Universität in Durham im US-Bundesstaat North Carolina. Sie erklären dieses überraschende Verhalten damit, dass die Affen den direkten Kontakt zu fremden Artgenossen suchen, um ihr individuelles soziales Netzwerk zu erweitern.

Damit sei nachgewiesen, dass das Teilen mit Fremden keine
einzigartige Eigenschaft des Menschen sei, schreiben die Forscher
Jingzhi Tan und Brian Hare in der Fachzeitschrift «PLOS ONE». Das
Verhalten der Affen habe jedoch Grenzen: Wenn kein direkter Kontakt
zum Artgenossen möglich ist, dann fressen sie lieber alleine als
den anderen über einen technischen Weg ebenfalls zu Futter zu
verhelfen.

Bonobos zählen wie Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans zu den Grossen Menschenaffen, den nächsten Verwandten des Menschen imTierreich. Die Forscher machten insgesamt 70 Versuche mit 14 verschiedenen Bonobos. Mit ihren Experimenten belegten sie nach eigenen Aussagen ausserdem, dass bei dem beobachteten Verhalten nicht allein selbstsüchtige Motive eine Rolle spielen: Die Affen teilten auch dann, wenn der soziale Nutzen für sie gering war. 

Futter für Fremde: Youtube-Video von den Versuchen