Permafrostböden der Antarktis schmelzen schneller als gedacht

Dass der Permafrostboden in der Arktis taut, ist Fachleuten seit längerem bekannt. Aber auch am Südpol schmilzt das Bodeneis: An den Küsten schwinden selbst bislang stabile Bereiche des Permafrostbodens schneller als gedacht.

Satellitenblick auf die Antarktis.

Bildlegende: Das Abschmelzen der antarktischen Permafrostböden könnte den Klimawandel erheblich beschleunigen. Reuters

Steigende Temperaturen scheiden als Grund für den Eisverlust aus, berichten US-amerikanische Geophysiker im Fachblatt «Scientific Reports». Sie vermuten, dass das Eis schmelze, weil mehr Sonnenlicht auf dem Boden ankomme; die Folge eines veränderten Wettergeschehens.

Die hellen Oberflächen der Gletscher reflektierten Sonnenlicht, so die Forscher, während das schmutzige Bodeneis die Wärme absorbiert und dadurch regelrecht gekocht würde. Gemessen wurde in einem der eisfreien Trockentäler, wo gefrorenes Wasser vor allem im Boden vorkommt – gemischt mit gefrorener Erde oder begraben unter dicken Sedimentsschichten. Die Geophysiker fanden, dass das Bodeneis dort zwischen 2001 und 2012 kontinuierlich abgeschmolzen ist, und zwar mit jedem Jahr schneller.

Wenn sich die Antarktis im Laufe des Jahrhunderts zusätzlich wie vorherberechnet erwärmt, könne das Bodeneis laut den Experten künftig noch deutlich schneller abtauen und sich die Landschaft dramatisch verändern. Auch der Klimawandel könnte sich beschleunigen.