Von den ersten Plänen bis zum Jubiläum

Das Projekt war ambitioniert und eine Weltneuheit: ein tropischer Regenwald als lebendiges Ökosystem in Zürich. Das Schweizer Fernsehen hat die Masoala-Halle ständig begleitet – von der Planung über den Bau bis zum zehnjährigen Jubiläum des «Zürcher Regenwalds».

Chronologie der Masoala-Halle

  • 1991: Der Zoo Zürich erstellt ein neues Leitbild. Darin wird festgehalten, dass sich der Zoo zu einem Naturschutz-Zentrum entwickeln soll.
  • 1992: Um dem Leitbild gerecht zu werden, erarbeitet der Zoo einen Entwicklungsplan mit dem Motto «Gleich viele Tiere, doppelte Fläche». Im Zentrum dieses Plans soll ein Projekt zum Lebensraum Regenwald stehen.

    Mit einer grossen Schenkung möchte Hans Vontobel von der gleichnamigen Schweizer Privatbank ein Zeichen für die Kinder der Stadt Zürich setzen und die naturnahe Begegnung von Mensch und Tier ermöglichen. Er unterstützt das Projekt massgeblich, stellt aber die Bedingung, dass es bis zum Jahr 2000 realisiert wird.

  • 1993: Das Leitbild und der Entwicklungsplan werden der Zürcher Exekutive vorgestellt, die sich hinter das Projekt stellt.
  • Im Oktober 1993 präsentieren Bundespräsident Adolf Ogi und Madagaskars Präsident Didier Ratsiraka das Projekt am «5ème Sommet de la Francophonie». Der Zoo Zürich hat die Gelegenheit, zusammen mit dem madagassischen Ministerium für Wasser und Wald eine Kooperationsvereinbarung auszuarbeiten und eine Partnerschaft aufzubauen.
    Der Zoo Zürich lanciert einen Masterplan mit dem Ziel, die Masoala-Halle in Zürich zu realisieren, die ein Stück des Regenwaldes abbilden soll. Eine Machbarkeitsstudie soll klären, ob diese Vision ökologisch und ökonomisch durchführbar ist.
  • 1994: Ein Gestaltungsplan und ein Umweltverträglichkeitsbericht werden bei den Behörden  eingereicht. Sie dienen als Basis für das Subventionsgesuch und für die Volksabstimmung. Diese soll erwirken, dass Reserveland, das 1930 erworben wurde, an den Zoo übergeben wird.

    Die Grundlagen für den Vertrag zwischen dem Zoo Zürich und dem madagassischen Ministerium für Wasser und Wald werden festgelegt. Ziele des Projekts sind es, einen Nationalpark in Madagaskar zu gründen und zugleich für den langfristigen Schutz des dortigen Regenwaldes zu sorgen.

  • 1995: Das Projekt Masoala-Halle stösst auf Opposition. Das Architekturkollegium der Stadt Zürich will verhindern, dass die Halle auf dem Reserveland des Zoos gebaut wird. Der Gesamtstadtrat entscheidet schliesslich, auf das Gelände der Schiessanlage Fluntern auszuweichen.
  • 1996: Gestaltungsplan, Umweltverträglichkeitsbericht und Subventionsgesuch werden erneut überarbeitet. Danach geben der Zürcher Gemeinderat und der Kantonsrat grünes Licht und beantragen den Räten, die Subvention dem Stimmvolk zu empfehlen.

    Die Verträge mit dem madagassischen Ministerium für Wasser und Wald sowie mit der Hilfsorganisation Care International werden unterzeichnet. Darin festgehalten sind unter anderem die Erhaltung der Artenvielfalt in Madagaskar und die nachhaltige Nutzung der Regenwald-Ressourcen.

  • 1997: Der Kantonsrat sowie das Volk genehmigen die Subvention des Projekts. Doch es macht sich erneut Opposition breit. Ein Anwohner erhebt Einsprache gegen den Gestaltungsplan. Der Kläger fühlt sich in seinen Rechten als Anwohner tangiert und will den Bau am geplanten Standort verhindern. Durch die Verzögerungen kann die vom Donator Hans Vontobel verlangte Eröffnung bis zum Jahr 2000 nicht erreicht werden. Er zeigt jedoch Verständnis und verlängert die Frist bis 2003.

    In Madagaskar wird dank des Engagements des Zoo Zürich der Nationalpark Masoala gegründet.

  • 1998: Die Einsprache des Anwohners gegen die Masoala-Halle vom Vorjahr wird durch Regierungsrat und Verwaltungsgericht abgewiesen.
  • 1999: Das Bundesgericht wendet den Rekurs des privaten Klägers definitiv ab. Der Gestaltungsplan für die Masoala-Halle wird damit rechtskräftig. Doch weiteres Ungemach ist im Anmarsch: Kaum hat die Stadt Zürich die Baubewilligung für die Masoala-Halle erteilt, erhebt der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) Einsprache.
  • 2000: Der VCS zieht seine Einsprache zurück, nachdem die Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich zusichern, eine Tramverbindung bis zur Masoala-Halle zu prüfen.

    Die Wildlife Conservation Society (WCS) wird als Vertretung des Zoo Zürich in Madagaskar eingesetzt. Sie betreibt zusammen mit der madagassischen Naturschutzbehörde den Nationalpark Masoala in Madagaskar.

  • 2001: Ein Meilenstein: Am 13. März findet der Spatenstich zum Bau der Masoala-Halle in Zürich statt.
  • 2002: Im Juni beschädigt ein Hagel-Unwetter das Hallendach. Trotzdem können die Stahlkonstruktion und die Hülle pünktlich fertiggestellt werden. Im November werden die ersten Pflanzen in der Halle gesetzt.
  • 2003: Anfang Mai ziehen die ersten Tiere in der Masoala-Halle ein. Am 29. Juni wird in der Masoala-Halle die offizielle Eröffnung gefeiert.
  • 2013: Die Masoala-Halle feiert das 10-jährige Jubiläum. Die neue Attraktion, ein Baumkronenweg, wird eröffnet.

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