3-D-Druck: die Waffenfabrik zu Hause

Einen Drucker hat heute fast jeder zu Hause. Doch kann ihrer auch dreidimensional drucken? Was vor ein paar Jahren noch als Spinner-Idee abgetan wurde, ist heute Realität. Experten warnen bereits vor Gefahren des ungehemmten 3-D-Druckens.

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3D-Drucker revolutionieren den Alltag

4:33 min, aus 10vor10 vom 6.2.2013

Das Museum für Gestaltung hat in Zürich eine Ausstellung eröffnet, die vor ein paar Jahren noch als «Science Fiction» gegolten hätte, heute aber als ernsthafte Abbildung der Realität daherkommt. 3-D-Druck erlebte in den letzten Jahren eine enorme Entwicklung und ist heute selbst für Heimanwender möglich. Kurator Andres Janser glaubt fest daran, dass sich die Technik weiter durchsetzen wird, sowohl als Anwendung zu Hause als auch als Produktionsmittel in der Industrie.

Simple Modelle für 1500 Franken

 «Für mich ist 3-D-Druck sehr faszinierend, weil man neue freie Formen entwerfen und sie eben auch selbst produzieren kann. Man kann das in erstaunlich kurzer Zeit tun», sagt Janser gegenüber der Sendung «10vor10». Die heutigen Möglichkeiten seien vor einigen Jahren nicht denkbar gewesen.

Ein einfacher 3-D-Plastikdrucker für zu Hause ist heute bereits für 1500 Franken zu haben. Zu sehen ist ein solches Modell auch in der Ausstellung als Teil einer Kunstinstallation, die den Schrei eines Besuchers in einer Kabine umrechnet und in Form eines individuellen Plastikbechers ausdruckt. Jeder Becher ist ein Unikat.

Eine Waffe für fünf Schüsse

Dass 3-D-Drucker für weniger harmlose Zwecke genutzt werden, zeigen Bilder von Waffen-Fanatikern in den USA, die Waffenteile mit einem 3-D-Drucker herstellen. In einem Video auf Youtube feuert ein Schütze mit einem Sturmgewehr AR-15, das aus gedruckten Teilen besteht. Nach fünf Schüssen bricht die Waffe auseinander. Die nächste Version soll mehr aushalten, versprechen die Aktivisten.

« « Im Internet findet man nebst sinnvollen Modellen wie Spielzeug eben auch Waffen. » »

Der Schweizer Sicherheitsexperte Christof Dornbierer ist überzeugt: Mit 3-D-Druckern wird jeder Heimanwender zum potenziellen Waffenhersteller. «Die Verfügbarkeit zu Hause bedingt natürlich, dass jeder das, was er im Internet findet, bei sich zu Hause ausdrucken kann», sagt er, «im Internet findet man nebst sinnvollen Modellen wie Spielzeug eben auch Waffen.»

Schlüssel für Handschellen der Polizei aus einem 3-D-Drucker.

Bildlegende: Raubkopiert und nachgebaut: Schlüssel für Handschellen der Polizei. SRF

Die neue Technologie sei auch eine Gefahr für Sicherheitssysteme. So wurden jüngst Baupläne zu Handschellenschlüsseln veröffentlicht (Bild). Sie sind nicht im freien Handel erhältlich und dürfen nur von Polizisten benutzt werden.

Nun kann sich jeder mit einem 3-D-Drucker und Internetzugang seinen eigenen Schlüssel drucken. In Zukunft müssten daher konventionelle Sicherheitssysteme mit digitalen Mechanismen zusätzlich geschützt werden, sagt Dornbierer.

Sturmgewehr aus dem 3-D-Drucker