Die Nasa in Partylaune: Ein Jahr «Curiosity» auf dem Mars

Grüne Männchen wohnen auf dem Mars, glaubte man vor gut 100 Jahren. Seit es die Technik möglich gemacht hat, werden Flüge zum Mars unternommen. Seit nun einem Jahr ist der Mars-Rover «Curiosity» auf der Jagd nach Daten und Proben, um die grosse Frage zu beantworten: Gibt es Leben auf dem Mars?

Der Nasa-Rover Curiosity auf dem Mars

Bildlegende: Kleiner Roboter auf Mars-Mission: Der Rover ist ein fahrendes Labor mit Laser, Röntgenanalyse-Gerät, Gas-Chromatograf und diversen Strahlen-Messgeräten. Keystone

Dutzende Nasa-Wissenschaftler zitterten letztes Jahr während der sogenannten «sieben Minuten des Schreckens», dem heikelsten Punkt der Rover-Landung auf dem Mars. Doch der Mars-Roboter erreichte sein Ziel unbeschadet und nahm bald darauf seine Arbeit auf. Er schickt seitdem regelmässig Fotos in nie gesehener Schärfe und sogar einige Videofilme zur Erde, er entnimmt als fahrendes Labor Bodenproben und analysiert sie. Und zwischendurch twittern Nasa-Mitarbeiter in seinem Namen lustige Anekdoten vom Mars, denn «Curiosity» ist neben aller wissenschaftlicher Ernsthaftigkeit auch ein grosses PR-Projekt für die Weltraumbehörde.

Die Suche nach Spuren von Leben

Die ganze Neugier auf dem Mars gilt dem Leben, oder Spuren von Leben. Hinweise darauf, dass vor mehreren Milliarden Jahren vielleicht flüssiges Wasser existiert hat, welches ein früheres Leben auf dem Mars ermöglicht hätte.

Und wirklich fand «Curiosity» Hinweise, die auf ein urzeitliches Flussbett auf dem Mars hindeuten. Dazu gehören runde Steine, die denen auf der Erde ähneln und in den Augen der Forscher durch den Schliff von Wasser zu ihrer runden Form kamen. Ausserdem entdeckte der Rover Tone und andere Mineralien, die durch Wasser entstanden sein dürften.

Einen grossen Durchbruch vermeldete die Nasa im März dieses Jahres. «Wir haben eine einst bewohnbare Umgebung gefunden», liess Nasa-Manager John Grotzinger damals verlauten. Hintergrund war eine kleine Schaufel voll Mars-Gesteinsstaub, die der Rover aus dem Boden geholt hatte. Die Analyse der Probe ergab unter anderem Spuren von Schwefel, Stickstoff, Phosphor und Kohlenstoff. Das sind wichtige Elemente, die bei der Entstehung von Leben eine zentrale Rolle spielen.

Auf zu neuen Höhen

Als eines der nächsten Ziele visiert «Curiosity» den Mount Sharp an, ein Berg, der 5500 Meter in die Höhe ragt. Die Wissenschaftler der Nasa hoffen, dass dort weitere Hinweise auf einst lebensfreundliche Bedingungen auf dem Mars gefunden werden. Der Mout Sharp ist aber noch rund acht Kilometer vom jetzigen Standort des Rovers entfernt. Bei einer maximalen täglichen Reichweite von 100 Metern wird der Gipfelsturm deshalb noch mehrere Wochen auf sich warten lassen.

«Curiosity» kann sich diese Zeit nehmen. Die ursprünglich auf zwei Jahre angesetzte Mission wurde mittlerweile auf «solange wie möglich» verlängert, wie Nasa-Mitarbeiterin Sarah Marcotte kürzlich erklärte. Der Mars-Roboter sei sehr robust und es könne durchaus sein, dass er deutlich länger als die zwei Jahre halte, für die er gebaut wurde. Bis dahin kann der kleine Rover noch viele weitere Anekdoten vom Mars twittern.

«Curiositys» Rechenleistung

Für den Mars-Rover wurden spezielle, strahlungsresistente Computer-Chips entwickelt, deren Rechenleistung dadurch jedoch enorm leidet: Das Computersystem der «Curiosity» ist nicht einmal so leistungsfähig wie ein Smartphone.