Frankreichs Wein – dank Nachhilfe aus Italien

Frankreich ist berühmt für seinen Wein. Doch Kenntnisse und Grundlagen für den Weinanbau lieferten vor etwa 2500 Jahren wohl Menschen aus Italien. Das glauben Forscher, die alte Amphoren und eine Weinpresse untersucht haben.

In Cramant in der Champagne ernten Menschen in Kostümen aus der Zeit um 1900 Weintrauben.

Bildlegende: Stolz auf Frankreichs Traditionen: Bei einer Traubenernte in Cramant in der Champagne liessen Enthusiasten die Zeit um das Jahr 1900 wieder aufleben. Reuters

Als die Menschen im heutigen Frankreich spätestens rund 400 Jahre vor Christus begannen, Wein anzubauen und zu keltern, griffen sie wohl auf Kenntnisse der Etrusker und auch deren Weinpflanzen zurück. Die Etrusker hatten ab etwa 625 v. C. Wein aus Zentral-Italien in Amphoren an Südfrankreichs Küsten verschifft.

Ein internationales Forscherteam berichtet in der Fachzeitschrift «Proceedings» von drei etruskischen Amphoren, die in der Hafenstadt Lattara in Südfrankreich ausgegraben wurden. Die Gefässe hatten Rückstände einer Flüssigkeit am Boden. Mit massenspektrometischen Verfahren fanden die Forscher Hinweise auf Weinsäure – also dafür, dass darin wirklich Wein aufbewahrt wurde.

Zudem untersuchten die Forscher eine alte Steinpresse, die in Lattara gefunden wurde und aus der Zeit um 425 bis 400 v. C. stammt. Auch daran wiesen sie Weinsäure nach. Zusammen mit den Resten von Traubenkernen und Stielen, so die Forscher, liefere ihre Analyse gute Anhaltspunkte dafür, wie der Wein nach Frankreich kam.

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Biblischer Wein

7:23 min, aus Einstein vom 25.4.2013