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Technik Luft als Schutzschild bei der Explosion

Wird ein Blindgänger unter Wasser gezündet, entsteht eine starke Druckwelle: eine Gefahr für Schiffe und Lebewesen in der Tiefe. Ein cleveres Verfahren kann die Wucht der Detonation deutlich reduzieren – mit Hilfe eines «Vorhangs» aus feinen Luftbläschen.

Legende: Video Armasuisse-Experte Jörg Mathieu erklärt das Verfahren (SRF) abspielen. Laufzeit 2:13 Minuten.
Aus Einstein vom 08.05.2014.

Blindgänger oder alte Munition findet sich auch in Schweizer Gewässern. 10 bis 15 Mal pro Jahr müssen die Spezialisten von Kamir, dem «Kompetenzzentrum für Kampfmittelbeseitigung und Minenräumung» der Schweizer Armee, in der Tiefe tätig werden – eine heikle Aufgabe, denn Unterwasser-Explosionen sind wegen gewaltigen Schockwellen gefährlich. Ungebremst walzen sie alles weg, was sich ihnen in den Weg stellt.

Um die Unterwasserwelt bei solchen Detonationen zu schützen, haben Spezialisten der Armasuisse vor 16 Jahren die so genannte Luftschleier-Anlage entwickelt (siehe «Einstein»-Video oben). Indem sie den Blindgänger mit einem Vorhang aus feinen Luftbläschen umgibt, kann sie die Energie der Stosswellen auf ein Siebtel reduzieren. Weil die Anlage aus robustem Aluminium besteht, nimmt sie dabei selbst keinen Schaden.

Zum Einsatz kommt das Luftschleier-Gerät, das es in der Schweiz nur einmal gibt, eher selten. Und der Aufwand ist hoch: Für den Auf-und Abbau, Transport und Einsatz sind 3 bis 4 Fachleute einen ganzen Tag beschäftigt; dazu kommt die Miete eines Kompressors für die Luft. Unbrauchbar ist das Verfahren allerdings, wenn der Boden des Gewässers stark geneigt ist.

Legende: Video Explosions-Phänomene: Sprengen für die Wissenschaft abspielen. Laufzeit 5:21 Minuten.
Aus Einstein vom 08.05.2014.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Lukas Niederberger, Hochdorf
    Einfach zum Vergleich; in Deutschland werden Jahr für Jahr 5000 - 6000 Blindgänger beseitigt. Experten gehen davon aus, dass über das gesamte Bundesgebiet noch etwa 100000 Blindgänger zu bergen sind. Je älter desto schwieriger und gefährlicher gestaltet sich der fachgerechte Umgang mit diesen Ueberbleibseln aus dem 2. und teilweise gar aus dem 1. Weltkrieg. Die Spezialisten in der Schweiz haben da geradezu paradiesische Verhältnisse.
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