Massen-Züglete für Chinas Rekordteleskop

Im Südwesten des Landes sollen mehr als 9000 Menschen umgesiedelt werden, damit das grösste Radioteleskop der Welt seine Arbeit aufnehmen kann.

Luftaufnahme der Baustelle des grössten Radioteleskops der Welt im Süden von China.

Bildlegende: Über 2000 Reflektor-Panele für ein Riesenteleskop: Die grösste und genaueste Anlage der Welt soll ab Herbst arbeiten. Kosten laut Chinas Behörden: 166 Millionen Euro. Imago

Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, müssen Siedler in der Provinz Guizhou ein Gebiet von fünf Kilometern um das Teleskop verlassen, damit es beim Betrieb nicht zu elektromagnetischen Störungen kommt. Mit einem Schüssel-Durchmesser von 500 Metern wird die neue Anlage, die auch «FAST» genannt wird, den Rekord des bisher grössten Radioteleskops in Puerto Rico übertreffen.

Nach Angaben von Staatsmedien werden die Anwohner in neue Wohnungen umgesiedelt und erhalten eine Entschädigung von 12'000 Yuan; umgerechnet 1651 Euro. Menschenrechtler hatten früher mehrfach kritisiert, dass es bei Zwangsumsiedlungen in ländlichen Regionen immer wieder zu Gewalt komme und Entschädigungen zu gering ausfielen.

Radioteleskope zeichnen Strahlung aus den Tiefen des Weltalls auf. Durch die Daten erhoffen sich Wissenschaftler neue Erkenntnisse über das Universum und seine Entstehung. Zudem soll das Observatorium das Seti-Projekt bei der Suche nach ausserirdischem Leben unterstützen. Das Teleskop soll laut der Planung Ende September in Betrieb gehen.

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