Roboy: Kopflos vor dem Endspurt

Ab 8. März wird Roboy, der humanoide Roboter aus Zürich, als Botschafter für seine Artgenossen werben. Doch zuvor hatten seine Erbauer vom AI-Lab noch viel zu tun – und zu wenig Geld. Ein Zwischenbericht.

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Roboy-Montage im Labor (SRF, «Einstein»)

0:32 min, vom 30.1.2013

Ende Januar 2013: Bei der Ingenieurfirma Awtec Zürich, die mit Zürich Engineering kooperiert, war zum ersten Mal zu sehen, wie Roboy in der Realität aussehen könnte. In Anwesenheit eines Teams von «Einstein» wurden Torso, Beine, Hals und Arme erstmals zusammengefügt. In der Woche darauf wurde dann noch der Kopf montiert, der von der Firma Sedax gebaut wurde. Bei Konstruktion lief alles wie geplant.

Der menschliche Körper als Vorbild

Wenn nur der Zeitdruck gewesen wäre. Die Entwickler um Rolf Pfeifer, Leiter des Artificial Intelligence Labotor, hatten bis zur Ausstellung «Robots on Tour» ab 8. März in Zürich nur noch fünf Wochen, um dem 1,30 grossen Roboy Leben einzuhauchen – also nicht nur für die Montage, sondern auch für zahlreiche Software- und Funktionstests, die nötig sind, damit er sich bewegen kann wie ein Mensch.

Das Projekt ist ehrgeizig: Als Vertreter einer neuen Generation von «Soft Robots» soll der Humanoide zeigen, wie elegant sich die Hilfsarbeiter der Zukunft bewegen könnten. Seine Gelenke werden über Sehnen aus Kunststoff bewegt, die von Elektromotoren gezogen und verkürzt werden. Ganz am Ende seiner Entwicklung soll Roboy schliesslich mit einer künstlichen Haut überzogen werden, damit er auf seine Zuschauer (fast) so wirkt wie ein kleiner Junge der Gattung Homo sapiens.

Eine technologische Herausforderung

Laufen wird der Roboy bei der Ausstellung noch nicht können. Die Elektromotoren in seinen Beinen sind nicht stark genug. «Das Laufen mit einem sehnengestützten Roboter ist ein extrem schwieriges Unterfangen. Da ist noch viel Forschung notwendig», sagt Rolf Pfeiffer. Für seine Zuschauer wird Roboy, der dann immerhin schon Gesichter erkennen soll, deshalb vorerst auf einem Dreirad fahren. Ein weiteres grosses und ungelöstes Problem ist die Energieversorgung: Der Roboter ist bislang auf eine externe Stromquelle angewiesen.  

Auch die Kostenfrage war Ende Januar noch nicht geklärt: Via Crowdfunding waren von den nötigen rund 500‘000 Franken laut der Roboy-Webseite erst 317‘000 an Spenden eingetroffen. Am Optimismus der Roboterbauer änderte das freilich nichts: Bei der jüngsten Inspektion des Roboterjungen zeigte Rolf Pfeiffer sich vom Zwischenstand begeistert.

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Projektleiter Pfeiffer zu Besuch (SRF, «Einstein»)

0:25 min, vom 30.1.2013

Wie der Roboterjunge Roboy entsteht: bei «Einstein» am 28. Februar um 21 Uhr auf SRF 1.