«Shenzou 10» startet zu Chinas längstem Raumflug

Die junge Raumfahrtnation will eine eigene Raumstation, Flüge zum Mond und ein Navigationssystem mit Satelliten. Der heutige Schritt, dem Tests in einem Stationsmodul im Orbit folgen sollen, lief wie am Schnürchen.

Der Start der Rakete «Shenzhou 10» am 11. Juni am Rande der Wüste Gobi im Nordwesten von China.

Bildlegende: Planmässig im Nordwesten von China abgehoben: Die drei «Taikonauten» an Bord der Rakete sollen insgesamt 15 Tage im All bleiben. Keystone

China hat seinen bisher längsten Raumflug gestartet. «Shenzhou 10» startete am Dienstag mit drei Astronauten vom Raumfahrtbahnhof Jiuquan. 50 Jahre nach dem ersten Flug einer Frau ins All ist mit Wang Yaping zum zweiten Mal eine Astronautin dabei. Als erste Frau war die Russin Valentina Tereschkowa am 16. Juni 1963 ins All gestartet.
 
Auf dem fünften bemannten Raumflug Chinas planen die Astronauten ein manuelles und ein automatisches Andockmanöver mit dem Raummodul «Tiangong 1», das seit September 2011 die Erde umkreist. Die Astronauten werden etwa zwölf Tage in dem «Himmelspalast» wohnen. Sie sollen Technologien für die Raumstation und lebenserhaltende Systeme testen.

Die Versuche gelten als Voraussetzung für den Bau einer Raumstation bis 2020. China wäre dann die einzige Nation, die einen Aussenposten im All hätte, da die Internationale Raumstation ISS ausläuft. Zudem plant das Land ein Satellitennetz für ein unabhängiges Navigationssystem.