Über den Wolken im Internet surfen

Bisher war es verboten, Handys im Flugzeug bei Start und Landung zu benutzen. Nun werden die Vorschriften gelockert. Smartphones dürfen in vielen Flugzeugen durchgehend eingeschaltet bleiben – allerdings nur im «Flugmodus». Auf immer mehr Langstreckenflügen ist sogar das Surfen im Internet möglich.

Flugzeug

Bildlegende: Gebrauch von Handy und Laptop im Flugzeug Neue Richtlinien der europäischen Sicherheitsbehörden machen die Lockerung der Verbote möglich. SRF

Es ist ein Werbe-Slogan einer grossen europäischen Fluggesellschaft: «Schneller und leistungsfähiger Online-Zugang mit Ihrem WLAN-fähigen Laptop, Tablet oder Smartphone in allen Reiseklassen!» In die Richtlinien zum Gebrauch von elektronischen Geräten an Bord von Flugzeugen kommt Bewegung. Auch für Pius Imbach, Pilot und Captain bei «Edelweiss Air», ist der Trend für die Zukunft klar: «Die Passagiere wollen während des Fluges kommunizieren, Mails beantworten oder sogar Videokonferenzen abhalten.»

Das Handy im «Flugmodus» auch bei Start und Landung

Bisher hiess es bei den Sicherheits-Instruktionen in Flugzeugen immer: «Wir bitten Sie, Ihre tragbaren elektronischen Geräte, insbesondere Handys und Laptops, für Start und Landung auszuschalten.» Das wird jetzt bei immer mehr Fluggesellschaften anders. Die Verbote werden Schritt für Schritt gelockert.

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Bildlegende: Was ist veboten? Was ist erlaubt? Neu dürfen Smartphones während des ganzen Fluges im «Flugmodus» eingeschaltet bleiben. SRF

So haben vor einem halben Jahr die amerikanischen und die europäischen Flugsicherheitsbehörden die Richtlinien minimal geändert. Neu dürfen Smartphones und Tablets in den meisten Flugzeugtypen während des ganzen Aufenthalts an Bord eingeschaltet bleiben, auch während Start und Landung – allerdings nur im «Flugmodus». Dieser verhindert eine Verbindung mit externen Netzen.

Es bleibt also weiterhin untersagt, im Flugzeug zu telefonieren oder über den eigenen Provider im Internet zu surfen. Denn die dabei entstehende elektromagnetische Strahlung könnte die Navigation oder die Steuerung des Flugzeuges stören. Piloten sprechen von Abweichungen des Kompasses oder von Interferenzen in ihren Kopfhörern. «Vor allem in schwierigen Flugphasen, zum Beispiel bei einer Landung im dichten Nebel, wenn wir uns ganz auf die Elektronik verlassen müssen, könnten solche Störungen heikle Situationen erzeugen», sagt Pilot Pius Imbach.

Hoch über dem Atlantik im Internet surfen

Mehr ist erlaubt, wenn sich das Flugzeug auf Reiseflughöhe befindet. Dann ist auf vielen Langstreckenflügen eine mobile Kommunikation mit Handy oder Laptop möglich – allerdings nur über ein im Flugzeug speziell eingerichtetes WLAN. Dann kann man gegen Bezahlung über Satellit im Internet surfen, Mails schreiben oder sich in Business-Netzwerke einloggen.

Telefonieren bleibt wohl verboten

Was bei den allermeisten Fluggesellschaften auch in Zukunft (zum Glück) wohl verboten bleibt: das Telefonieren mit dem Handy. Dies ganz unabhängig davon, ob die elektromagnetische Strahlung eine Gefahr für das Flugzeug darstellt oder nicht. Da steht das Wohlbefinden der Passagiere im Vordergrund. Denn es wäre sicher schwer zu ertragen, wenn man während eines ganzen Langstreckenfluges dem Sitznachbarn bei dessen privaten Gesprächen zuhören müsste.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Handy darf beim Fliegen eingeschaltet sein

    Aus Einstein vom 3.7.2014

    Fluggesellschaften wie Swiss und Edelweiss lockern die Verbote des Handygebrauchs, selbst bei Start und Landung ihrer Flugzeuge. Telefonieren und Surfen im Internet darf man aber weiterhin nicht. Handy und Tablet dürfen nur im «Flugmodus» verwendet werden. Ob und wie sie die Elektronik eines Flugzeuges stören könnten, darüber besteht weiterhin Unsicherheit – auch bei Piloten.

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