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PULS-Fachrunde
Legende: Lara Diem, Florence Isler und Raphael Jeker srf
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Long Covid «Kann die zweite Impfung die Long-Covid-Symptome verschlechtern?»

Lara Diem, Florence Isler und Raphael Jeker haben Ihre Fragen im «Puls»-Chat beantwortet.

Fachpersonen im «Puls»-Chat

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Dr. Lara Diem
Oberärztin Neuroimmunologische Sprechstunde
Inselspital Bern, Universitätsklinik für Neurologie

Florence Isler
Betroffene & Mitgründerin/Vize-Präsidentin
Verein Long Covid Schweiz

Dr. Raphael Jeker
Stv. Chefarzt Innere Medizin,
Leiter Sprechstunde «Chronic Fatigue Syndrome (CFS)»
Kantonsspital Graubünden

Die folgenden Informationen und Aussagen entsprechen dem Wissensstand während der Durchführung des Live-Chats. Aktuelle Informationen zur Corona-Pandemie finden Sie auf srf.ch/coronavirus und in der SRF News App

Chatprotokoll

Am 1.1.21 erhielt ich die Bestätigung der Sars Cov 2 Infektion. Zwei, drei Tage später hatte ich Null Geruchssinn und stark abgeschwächter Geschmackssinn. Seitdem sind beide Sinne wieder etwas besser geworden, jedoch sogar auch wieder verstärkt aufgetreten. V.a. der Geruchssinn ist wieder deutlich schlechter geworden. Ist es möglich, dass eine Re-Infektion dies verursacht hat? Ich wurde im Juli mit einer Dosis von Modern geimpft. Vielen Dank für Ihre Auskunft.

Raphael Jeker: Eine Reinfektion nach einer Infektion und einer mRNA Impfung ist nicht sehr wahrscheinlich. Wir sehen oft eine phasenweise Verschlechterung ein paar Wochen nach einer Infektion in der Genesungsphase.

Können Vitamine, Mineralstoffe oder andere Mittel oder gar Medikamente helfen bei Fatigue? Welche? Wie kann Fatigue sonst positiv beeinflusst werden (abgesehen von Pacing)? Danke!

Lara Diem: Es ist immer wichtig nach Vitamin- oder Mineralstoff-Mangel zu suchen. Z.B. einen Eisenmangel kann die Fatigue deutlich verschlechtern. Somit ist es wichtig dies zu suchen und entsprechend zu behandeln. Folgende Vitamin/Mineralstoff-Mängel spielen eine grosse Rolle bei der Fatigue: Eisen, Vitamin B12, Folsäure, Vitamin D. Eine Übersubstitution bringt aber keinen Vorteil, sondern mögliche Nebenwirkungen mit sich. Zur Bekämpfung der Fatigue wurden mehrere Medikamenten getestet, diese führten zu keiner relevanten Verbesserung der Fatigue in den Studien. Die beste Therapieoptionen sind in der Tat Sport mit Pacing und Energiemanagement.

Mein Sohn ist letzten November an Covid erkrankt. Er hat es als starke Grippe daheim durchmachen können. Er hat sich körperlich gut erholt, bis auf die Geruchsstörung bzw. Geruchsverlust. Der Geschmack kam auch nur sehr sehr langsam zurück. Wir möchten nur eine Information, welche Möglichkeiten es gibt den Geruchssinn wieder normal herzustellen. Der Arzt rät einfach zu Geduld.

Florence Isler: Grundsätzlich gibt es verschiedene ätherische Öle die sich dazu eignen, den Geruchssinn wieder zu trainieren. Tägliches riechen z.B. an Pfefferminzöl und weiteren Düften kann helfen. Am Besten wenden Sie sich an eine Long Covid Sprechstunde. Dort sollten Sie Informationen dazu erhalten können. Informationen zu den vorhandenen spezialisierten LC Sprechstunden finden sie auf https://www.longcovidch.info/sprechstunden oder auf der Homepage von Altea. Auf beiden Seiten befinden sich weitere nützliche Tipps. Auch gibt es eine Facebook Supportgruppe «Long Covid Schweiz» wo diese Themen besprochen werden und viele Erfahrungsberichte dazu enthalten sind.

In meinem engeren und weiteren Umfeld, v.a. in Langstrecken-Sportkreisen erlebe ich dies: Corona-Infektion und dann Pfeiffersches Drüsenfieber (so, wie offenbar bei Michelle Gisin) oder umgekehrt oder miteinander? Auch tauchen unter einigen von uns Oldies(70plus, alle geimpft und auf pingelige Hygiene bedacht) Symptome auf, wie bei einer einstmals (in zwei Fällen viel früher) durchlebten und durchlittenen EBV-Infektion; Kann das sein? Gibt es Zusammenhänge? Gegenseitige Beeinflussungen?

Raphael Jeker: Beide Viren zirkulieren in der Gesellschaft. Bei einer Infektion mit einem Virus kann man anfälliger sein, den anderen Virusinfekt auch zu durchlaufen. Ich habe schon Patienten gesehen, die nacheinander beide Virusinfektionen durchmachten. Symptome nach einer EBV infektion ähneln zum Teil mit einer COVID Infektion.

Guten Tag. Ich bin im April dieses Jahres an Covit erkrankt. Gottseidank hatte ich «nur» einen milden Verlauf der Krankheit und ich erholte mich eigentlich recht gut. Aber was mir seit ca. Juni auffällt, ist die Tatsache, dass mit meinem Körper und meinem Wohlbefinden eine Veränderung zu spüren ist. Ich bin seit diesem Zeitpunkt immer jeden Tag, vor Allem Nachmittags zwischen 15.00 und 16.00 Uhr extrem müde. Auch vermehrt Kopfschmerzen und Verdauungsprobleme habe ich, die ich vorher nicht kannte

Lara Diem: Die Beschwerden, welche Sie beschrieben sind gut vereinbar mit einem Long-COVID-Syndrom, aber in leichter Form. Wichtig ist, dass Sie Ihren Körper «zuhören» und wenn es zur Müdigkeit, Kopfschmerzen oder sonstige Beschwerden kommt, einen Gang runterschalten. Sie werden merken, dass so die Beschwerden im Verlauf auch abnehmen werden. Sollte diesen Beschwerden jedoch zunehmen oder persistieren, melden Sie sich bei einem Arzt

Ich hatte vor 10 Jahren das pfeifferische Drüsenfieber. Kann man die Symptome nicht ähnlich mit Long Covid vergleichen? Ich war damals 2 Monate arbeitsunfähig, musste dann wieder teilzeit einsteigen und bin seit da sicher 30% weniger leistungsfähig.

Raphael Jeker: In der Tat sind die Symptome von Long Covid und nach einer EBV Infektion vergleichbar. Man kann sie zusammenfassend auch als Chronic fatigue syndrome bezeichnen, wie Sie Ihr Zustand beschreiben.

Guten Tag. Eine mir bekannte 16 jährige Person erkrankte im Januar 2021 an Covid. Seither leidet sie an Geruchs- und Geschmacksverlust. das Essen schmeckt irgendwie metallig. Besuche beim HNO haben nichts gebracht. Sie wissen nicht wie behandeln und können ihr nicht helfen. Haben Sie vielleicht ein guten Rat, wie man ihr helfen könnte? Vielen Dank und freundliche Grüsse. M.Mäder

Lara Diem: Geruch- und Geschmacksstörungen sind typischen Beschwerden nach einer COVID-19 Infektion und Teil vom Long-COVID Syndrom. Es ist auch typisch, dass Essen oder Geruche unangehnem werden. Riechtraining kann helfen. Das Riechtraining besteht in regelmässigem Riechen, zum Beispiel morgens und abends für 10 bis 15 Sekunden, jeweils an vier intensiven Duftstiften. Dabei sollen Betroffene versuchen, den Geruch bewusst wahrzunehmen und gleichzeitig zu visualisieren im Geist oder ganz konkret mit echten Bildern.

Können Kinder an Long Covid erkranken?

Raphael Jeker: Grundsätzlich schon. Zum Glück ist das aber viel seltener.

Wie kann Long Covid von einer Depression unterschieden werden, wenn Erschöpfung und „Brain Fog“ die beiden vorherrschenden Symptome sind?

Lara Diem: Das ist ein wichtiger Teil der Arbeit vom Arzt. Dank gezielter Nachfragen und spezifische Fragenbogen, kann man feststellen ob eine Depression vorliegt oder nicht. Depression kann auch reaktiv als Folge der Long-COVID- Syndrom kommen. Es ist sehr wichtig, eine Depression zu erkennen, da dies die Genesung deutlich erschweren kann.

Ich habe seit ça März 2020 kein Geschmacks-u Geruchssinn mehr! Ob ich Corona hatte, weiss ich nicht, hatte keine Symptome,kein Test! Der HNO -Arzt hat Anfang dieses Jahres Abklärungen getroffen. Resultat:organisch alles i.O. Meine eigene Therapie besteht aus „ immer wieder RIECHEN u SCHMECKEN“. Seit 2Wo bin ich bei einer HYPNOSE-THERAPEUTIN. Was denken sie über diese Therapie? Gibt es evtl. noch etwas,das sie mir raten könnten? Ich bin 79 J alt! Ich bedanke mich herzlich für ihre Antwort.

Florence Isler: Da sind Sie schon auf gutem Wege. Es gibt verschiedene ätherische Öle, die zur Riechtherapie empfohlen werden. Viele Tipps und Erfahrungsberichte finden sie in der Facebookgruppe Long Covid Schweiz. Weitere Informationen finden sich auf www.longcovidch.info oder www.altea-network.com Hypnose können Sie probieren. Verschiedene Menschen sprechen auf Verschiedenes an. Wenn Sie länger und stark darunter leiden, lohnt es sich sicher, eine Long Covid Sprechstunde aufzusuchen.

Kann man auch von der Impfung Langzeit Covid Folgen haben? Ich bin zwar nie an Covid erkrankt, bin aber seit der 2. Impfung (im Juni) extrem müde, habe Konzentrationsprobleme und bin viel weniger leistungsfähig (insb. beim Sport) als vorher.

Raphael Jeker: Grundsätzlich löst die Impfung keine Infektion aus. Eine Infektion mit dem Virus ist aber unabdingbar zur Entwicklung eines long Covid Syndromes. Möglich ist, dass sie sich vor der Impfung mit Corona angesteckt haben. Andererseits schützt die Impfung 90% gegen «schwere» Verläufe, vielleicht haben sie eine Infektion trotzdem durchgemacht, dies könnte man mittels Antikörper testen.

Guten Tag, inwiefern schützt die Impfung vor Long Covid?

Lara Diem: Die Impfung schützt über 2 Wege vor Long COVID: 1) Die Impfung schützt grundsätzlich vor der Ansteckung mit dem Corona-Virus, welche dann zum Long-COVID-19 Syndrom führen kann. 2) Gemäss einer aktuellen Studie sinkt das Risiko an Long-COVID-19 zur erkranken um 50%, auch wenn man das Pech hat und COVID-19 nach erfolgter Impfung bekommt.

Ich habe seit Anfang Juni Gelenkschmerzen v.a. in Händen und Füssen (plus z.T. Knien und Schultern). Labor, Ultraschall, Röntgen, Szintigramm sind unauffällig. Im Dezember 2020 hatte ich Corona mit grippeähnlichen Symptomen und ca. 10 Wochen Geruchsverlust. Könnten die Gelenkschmerzen ein Long-Covid-Symptom sein? Vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage.

Raphael Jeker: Wir wissen, dass eine Coronainfektion Gelenksschmerzen mit Virusbefall der Gelenke auslösen kann. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Symptome mit der Infektion in Zusammenhang stehen.

Guten Abend, Mein Bruder hatte vor ein Jahr Covid. Zuvor war er auf Medikamenten angewiesen, die ihn stabil halten konnten nach seiner Depression. Nach Covid haben diese Medikamente eine gegenteilige Wirkung erstellt und er war hyperaktiv für eine Periode. Nun ist er in einer sehr langen Periode schon drin wo er mega müde und faul ist und nichts isst. Ich weiss nicht wie zu helfen und ob er je wieder fit wird, es scheint seit Monaten keine Besserung in Sicht zu sein, gibts hier Hoffnung?

Lara Diem: Das Long-COVID-19, die COVID-19 Infektion selber und auch der Lock down haben schweren Folgen auf dem psychischen Zustand der Menschen. In diesem Fall ist sehr wichtig, an den behandelnde Psychiater sich zu wenden und nach Hilfe zu fragen. Dank Betreuung, Psychotherapie, Anpassung der Medikamente kann man die Situation verbessern.

Guten Abend, ich bin letzten Frühling an Corona erkrankt. Der Verlauf war mild. Ich habe jedoch noch heute Probleme mit dem Geschmack. Dinge riechen und schmecken oft nach Benzin. Was kann ich dagegen tun? Gibt es eine Behandlung? Ich habe Angst, dass dies nicht mehr zurück kommt. Danke!

Raphael Jeker: Leider gibt es keine etablierte Therapie um die Geruchs- Geschmacksstörungen verschwinden zu lassen.

Was kann ich gegen Konzentrationsstörungen und Erschöpfung bei mentaler (manchmal auch emotionaler) Überforderung unternehmen? (Angesteckt 4.12.21)

Lara Diem: Es ist sehr wichtig die Energien aufzuteilen. Dies gelingt, dank das Konzept des Energiemanagement. Da sind die 3 P"s wichtig: Priorisieren, Planen und Pausen. Man soll in jeder Aktivitätsgebiet (körperlich, geistig/kognitiv, emotional und sozial), die eigene Grenze erkennen, respektieren und dran trainieren. Energiemanagement können Sie zusammen mit einer Ergotherapeutin trainieren.

Guten Tag,Long Covid begleidet uns seit März 2020. Waren alle krank,2 mit schweren und 2 mit weniger schweren Verläufen.Unsere Tochter steckt im 3.Lehrjahr KV.Wie kann mann den Jungen Erwachsenen helfen ,den Abschluss zu schaffen,wenn niemand helfen will.Nachteilsausgleich und Beschwerde beim Kanton Solothurn wurden Abgelehnt.Wir haben keine Kraft gegen Windmühlen zu kämpfen.Unsere Tochter wird die Lehre unterbrechen müssen,ohne zu wissen ob sie die Kraft hat im Sommer wieder einzusteigen.Danke

Florence Isler: Das ist ganz schwer und tut mir unheimlich Leid. Junge Menschen, die in der Ausbildung stecken, trifft es besonders hart. Es ist ganz wichtig, dass sich Ihre Tochter schonen kann. Ich denke, da geht die Gesundheit vor. Nicht, dass sich der Zustand verschlechtert. Leider kämpfen viele mit der gleichen Situation, und es ist noch nicht klar, wie vorzugehen ist. Wenn Sie sich mit anderen Betroffenen austauschen möchten, finden Sie bei der Long Covid Schweiz Facebook Selbsthilfegruppe Betroffene in derselben Situation. Haben Sie einen gute Hausarzt, der Sie unterstützen kann und sich mit Long Covid auskennt? Ansonsten wäre es allenfalls ratsam, sich bei einer Long Covid Sprechstunde anzumelden und dort um Unterstützung anzufragen. Informationen zu den Sprechstunden finden sie auf https://www.longcovidch.info/sprechstunden. Auch auf www.altea-network.com finden Sie allenfalls nützliche Informationen. Alles Gute!

Kann die zweite Impfung die Long-Covid Symptome verschlechtern?

Raphael Jeker: Unsere Erfahrung ist, dass die meisten Patienten mit der Impfung eher eine Verbesserung der Symptome zeigen. Leider gibt es eine Minorität, bei welchen die Beschwerden sich verschlimmern.

Wie erklärt man sich das Symptom der Fatigue bei Long Covid und welche Behandlungsformen medikamentös und andere sind ggf. bereits etabliert?

Lara Diem: Das ist die Kernfrage. Fatigue ist wahrscheinlich das Resultat einer Überaktivierung des Abwehrsystems und die direkte Folge der Entzündung. Wir kennen Fatigue bereits von anderen infektiösen Erkrankungen, wie das Pfeiffersche Drüsenfieber. Da wir noch nicht den «Hauptverantwortlichen» gefunden haben, gibt es auch keine gezielte medikamentöse Therapie. Aktuelle Behandlungsformen sind: Pacing, Energiemanagement, Entspannungsverfahren, Verhaltenstherapie. Durch diese Massnahmen soll das Stresslevel im Körper, welches eine Aktivierung des Abwehrsystems noch mehr triggern kann, tief gehalten werden. Es ist ausserdem sehr wichtig, dass man andere Ursachen für die Fatigue sucht wie: Eisenmangel, Depression, Schlafstörungen usw.

Ich hatte im Februar Covid.. Der Geruch- und Geschmacksinn kamen relativ rasch wieder wie vorher zurück. Während der Krankheit hatte ich keine Geschmacksveränderungen. Seit ungefähr drei Monaten sind für mich sämtliche Senfsorten abscheulich (sowohl beim Essen wie beim Riechen. Den gleichen abscheulichen Geschmack habe ich hin und wieder bei Raclette und Melonen gehabt. Dazu meine Fragen: Ist das eine Folge der Coviderkrankung? Verschwinden diese Geschmacksveränderungen wieder?

Raphael Jeker: Viele Patienten haben Geruchs- und Geschmacksstörungen. Manche isoliert Geruchsstörungen, manche beides in Abfolge, dies ist sehr individuell. Auch die Dauer ist individuell. Die Pandemie dauert jetzt knapp 2 Jahre. Beim Grossteil der Betroffenen verschwinden die Beschwerden, im Einzelfall ist die Dauer schwierig vorauszusagen. Ich kenne Patienten, bei welchen der Geschmackssinn noch wieder gekommen ist.

+++ Ich hatte im Sommer 2018, ein Burnout. Meine Hausärztin sagte mir, dass sei sehr schwierig eine Diagnose zu machen. Ich hatte Haarausfall, eine seltene Hautkrankheit ( Psoriasis Typ Barber), ich leidete an Kurzatmikeit, Müdigkeit und Erschöpfung, dazu kamen Verstopfung und Konzentrationsprobleme! Als ich heute im Radio gehört habe, dass Long Covit Patienten genau diese Symtome aufweisen und ernst genommen werden, hat mich das wütend gemacht!! Traurig für alle die „nur“ an Burnout leiden!! +++

worin exakt unterscheidet sich Long Covid zu einer schweren Lungenentzündung mit Inkubation und künstl. Koma?

Raphael Jeker: Der Auslöser ist das gleiche Virus. Einerseits kann das Virus eine schwere Lungenerkrankung mit mehrtägiger Beatmung auslösen, die Patienten leiden dann im Verlauf an den Lungenschäden, Muskelproblemen verstärkt durch die Intensivstationsbehandlung. Bei Long Covid gehen eher von immunologischen Prozessen im Nervensystem aus.

Werden statistische Daten erhoben zu Long-Covid Fällen? Also analog den Hospitalisierung und Todeszahlen. Ich konnte bislang keine finden unter covid19.admin.ch

Lara Diem: Es gibt aktuell keine nationale Datenbank. Im Inselspital Bern haben wir jetzt einen schweizweiten Fragebogen (Deutsch, Französisch und Italienisch) erstellt und auf der Website von Altea hochgestellt. Man will damit Long COVID im medizinischen und sozialmedizinischen Bereich besser verstehen. Hier finden Sie mehr Informationen: https://www.altea-network.com/blog/46-fragebogen-inselspital

Guten Tag ich wurde im Dez 2020 positiv auf Corona getestet. Danach hatte ich immer wieder Tage, an denen ich mich krank fühlte (Gliederschmerzen, teilw. Temperatur, Brust- Halsschmerzen, Müdigkeit, schlechter Schlaf). Meistens ging das nach 3-4 Tagen wieder weg und war wieder eine Zeit lang gut. Seit den Sommerferien dauern die «schlechten Phasen» aber länger, teilweise über eine Woche und die guten Phasen sind kürzer. Ist das Long Covid und kann Long Covid stärker werden mit der Zeit?

Florence Isler: Das tönt leider sehr danach. Dies sind typische Muster des Chronic Fatigue Syndroms. Es ist wichtig, dass Sie sich schonen und Ihren Körper ernst nehmen. Der Verlauf kann sich sonst schleichend verschlechtern. Ich würde Ihnen anraten, sich bei einer Long Covid Sprechstunde zu melden. Informationen hierzu finden Sie z.B hier: https://www.longcovidch.info/sprechstunden oder bei www.altea-network.com

Gibt es auch Long-Influenza? Oder andere «Long-Viruserkrankungs"-Symptome? Oder gibt es dies ausschliesslich bei Covid19?

Raphael Jeker: Sehr gute Frage. Vor Corona kannten wir schon Zustände, genannt chronic fatigue syndrome, die sich bei den Symptomen sehr ähnlich wie Long Covid präsentieren. Sie werden durch EBV oder andere Viren ausgelöst. Aktuell grassieren die Coronainfektionen, die wieder die gleiche Symptomatik auslösen und wir benennen es nun mit Long Covid.

+++ Guten Tag, war vor 3 Jahren in Thailand und war im Spital wegen einer Denque Infektion. Nach meiner Heimkehr fing nach 3 Monaten während eine Autofahrt der Alptraum an. Konnte über ein Jahr kein Buch lesen oder Tv schauen nur rumliegen, ect. Heute nach 2 1/2 Jahren geht es mir schon viel besser. Habe meisst nur noch schübe. Nach meiner Erfahrung braucht der Körper einfach viel Zeit. Wollte dies nur mitteilen um Hofnung in der Hofnungslosikeit zu geben. Gibs allso schon vor Covid +++

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit nach einem asymptomatischen Verlauf nach einer Ansteckung an Long-Covid zu erkranken? Reduziert eine Impfung das Auftreten von Long-Covid?

Raphael Jeker: Die meisten Patienten mit long Covid hatten eine «spürbare» Infektion durchgemacht. Für Long Covid braucht es eine Infektion. Da die Impfung vor einer Infektion schützt, schützt sie auch vor Long Covid.

Unsere Tochter will in eine Reha ,wo soll eine 18Jährige hin mit Depressionen Erschöpfung,Angstzustand Panikattacken.und und und noch vieles mehr.Sie geht jede 2.Woche zur Psychologin ,jede Woche kommt die Psychiatrie-Spitex zu uns nachhause.Sie versucht zu arbeiten und zur Schule geht sie auch noch.Da hat sie keine Zeit mehr ,um sich zu erholen.

Florence Isler: Wenn Sie denken, dass die Beschwerden mit Long Covid in Zusammenhang stehen, müssten Sie entweder über Ihren Hausarzt gehen oder über eine Long Covid Sprechstunde (https://www.longcovidch.info/sprechstunden). Diese können Ihre Tochter an eine Reha mit einem spezifischen Long Covid Programm überweisen. Z.B. Gais, Heiligenschwendi, Clinica Curativa etc.

Guten Abend, ich bin seit einem Jahr praktisch nicht mehr funktionsfähig mit einer Müdigkeit, die vom Kopf aus kommt, fast ständigem Schwindel und körperlicher Erschöpfung. Mein Nervensystem ist sehr empfindlich. In letzter Zeit ist die Schwäche eher schlimmer geworden. Bis jetzt hatte ich einige Abklärungen aber keine Therapie. Ich bin jetzt für eine Ergotherapie angemeldet, um mich beim Pacing zu unterstützen. Was können Sie mir noch raten? Vielen Dank.

Lara Diem: Sie haben schon den ersten grössen Schritt gemacht und Hilfe geholt. Dank die Ergotherapie werden Sie lernen ihre Grenze zu erkennen. Es ist sehr wichtig, dass Sie ihre Grenze akzeptieren auch wenn es sehr schwierig sein kann. Zusammen mit der Physiotherapie können Sie an Pacing auch auf körperliche Ebene arbeiten. Ausserdem es ist sehr wichtig, dass Sie auf Ihre Stimmung und Schlaf achten. Vitamin-Mangeln und Eisenmangel sollen auch ausgeschlossen werden.

Was weiss man über Long Covid im Zusammenhang mit Impfdurchbrüchen? Also Infektionen trotz Impfung? Kann das in gleichem Mass auftreten?

Lara Diem: Gemäss einer aktuellen Studie sinkt das Risiko an Long-COVID-19 zur erkranken um 50%, auch wenn man das Pech hat und COVID-19 nach erfolgter Impfung bekommt.

+++ Es ist herzzerreissend: es gibt jetzt BC007und ja: die Autoantikörper wurden auch bei mir nachgewiesen, die Augenuntersuchung in Erlangen gemacht, dennoch dürfen sie uns nicht zulassen, da Studie aus Covid-Topf finanziert wurde – ich habe aber wie 34"000 hier und 20Mio weltweit die andere schwerwiegende postvirale Krankheit namens ME/CFS, die seit 1969 bekannt ist...Was ist mit uns? 60Jahre lang wurde ME/CFS weitgehnd ignoriert (31 Jahre wartete ich auf Diagnose!) bekommen wir BC007 auch? +++

Seit die Delta-Welle in der Schweiz ist, höre ich von allen Seiten, dass zu den üblichen Covid Symptomen oft starke Kopfschmerzen kommen, welche auch nach der durchgemachten Infektion noch länger bleiben. Wir erleben dies auch selber. Hat man eine Idee, was genau die Kopfschmerzen auslöst und was die Pathogenese dahinter ist?

Raphael Jeker: Kopfschmerzen sind ein typisches Symptom von Virusinfektionen. Wir wissen, dass Coronaviren in Hirnregionen nachweisbar sind und dort eine Infektion auslösen.

- wie erkenne ich eine Fatigue durch Corona? – was können Therapien bei longcovid bewirken? Welche Behandlungsmethoden gibt es?- wie kann der Geruchssinn nach 11 Monaten wiederhergestellt bzw trainiert werden?

Florence Isler: Fatigue erkennen sie, wenn Sie seit dem Infekt merklich erschöpfter sind als üblich und andere Ursachen ausgeschlossen werden können. Realtiv häufig nach Covid ist ein ähnliches Muster wie beim Chronic Fatigue Syndrome, das eine Belastungsintoleranz beinhaltet. Nach einer Anstrengung erholt man sich nicht wie normal, sondern muss sich mehrere Tage davon erholen. Auch flammen Erkältungssymptome und Schmerzsymptomatiken u.a. auf. Die Symptome sind sehr vielfältig. Unterdessen gibt es verschiedene spezialisierte Long Covid Programme. Im Idealfall zielen diese auf die Behandlung chronischer Mikroenzündungen ab. Mehr Informationen dazu finden Sie auf www.longcovidch.info, www.altea-network.com, oder z.B. auch http://www.klinik-gais.ch/fachkompetenzen/long-covid-rehabilitation unter anderem. Den Geruchssinn wieder herzustellen ist nicht ganz einfach. Es gibt verschiedene Riechöle, die angewendet werden können. Aber es kann sich hinziehen.

Wann sind in der Schweiz erste Studien mit dem Wirkstoff BC 007 von Berlin Cures geplant? Was sind aktuelle Hindernisse für eine breit angelegte Studie?

Lara Diem: Aktuell ist noch nichts geplant. Wir sind sehr offen dafür. Leider ist es eine grosse Herausforderung eine solche Studie auf die Beine zu stellen. Neben Geld und Personal braucht man auch das entsprechende Ok von der Ethikkomission und alle Zentren müssen geschult und koordiniert werden. Wir bleiben aber dran und warten auf Nachrichten aus Deutschland.

Was hilft gegen Nervenschmerzen und kribbeln in den Extremitäten, mehrere Monate nach einer Corona Infektion?

Lara Diem: Da ist es wichtig, dass Sie sich bei einem Neurologe (Nervenspezialist) melden. Es gibt Medikamenten, die dagegen sehr gut helfen können.

Ich bin trotz doppelter Impfung an Covid erkrankt mit leichten Symptomen. Weiss man inwiefern ein Risiko bei geimpften für Long- Covid besteht? Wie lange dauert eine Covid- Erkrankung eigentlich?

Raphael Jeker: Die Impfung schützt sehr gut gegen schwere COVID-Verläufe. Bei geimpften ist die Chance Long COVID zu bekommen kleiner als bei ungeimpften Menschen. Die Dauer einer Infektion ist sehr unterschiedlich. Von Long Covid spricht man nach 3 Monaten.

Mein Mann hatte vor einrm Jahr Covid. Er weint oft während er fern sieht. Such ist er sehr vergesslich und ist beim laufen sehr schnell müde. Könnte das von der Covid erkrankung sein?

Lara Diem: Ja, es kann durchaus mit der stattgehabte COVID Erkrankung zu tun und es sich um ein Long-COVID-Erkrankung handeln. Am besten melden Sie sich beim Hausarzt und er kann Sie zu einer Long-COVID-19 Sprechstunde oder Spezialisit anmelden.

Hallo ich habe in Jan 21 corona gehabt uns seit dem habe ich jede Monat 2 Kilo zugenommen ist das normal und kann ich etwas machen oder in einem kur gehen zum besser werden fg Gabriel

Lara Diem: Es ist sehr wichtig, dass man andere Ursachen für die Gewichtszunahme sucht, z.B. einen Mangeln an Schilddrüse Hormon. Gewichtszunahme wird auch in Rahmen des Long-COVID-19 gesehen, aber wie gesagt man muss auch andere Ursachen suchen. Daher melden Sie sich beim Hausarzt.

Erst mal die Frage, ob Ihnen bei der Ankündigung der Sendung um ca. 8:45 etwa ein Fehler unterlaufen ist? Es wurde gesagt, dass etwa 20% der Infizierten an Long Covid erkranken. Das kann kaum sein. Wahrscheinlich meinten Sie 20% der tatsächlich Erkrankten oder Hospitalisierten. >Meine Frage: Ich war an Borelliose erkrankt und hatte auch nach erfolgreicher Behandlung monatelang diffuse Beschwerden. Inwiefern (Art, Häufigkeit) unterscheidet sich Long Covid von Langzeitfolgen anderer Krankheiten?

Florence Isler: Es gibt wohl mehr Betroffene als lange angenommen. Long Covid trifft leider auch sehr viele nicht Hospitalisierte, sogar mit symptomlosen Verläufen. Ich persönlich hatte einen praktischen symptomlosen Akutverlauf und war und bin von Long Covid enorm schwer betroffen. Es gibt allerdings ganz unterschiedliche Ausformungen. Andere Schätzungen gehen von einem noch viel höheren Prozentsatz aus. Die Symptome haben Ähnlichkeit mit Borelliose. Grundsätzlich handelt es sich bei Long Covid um eine systemische Gefässentzündung mit veränderten roten Blutkörperchen. Das Immunsystem attackiert den eigenen Körper, generiert Entzündungen, die Organe werden nicht mehr zureichend versorgt. Viele sind bereits seit über einem Jahr betroffen, z.T. invalidisiert. Es gibt welche, die erholen sich nach wenigen Monaten. Bei der Gruppe, die ich betreue sind die genesenen aber leider an zwei Händen abzuzählen.

Frage an Die Neurologin: habe seit bald einem Jahr typische LC Symptome, zusätzlich red Temperaturempfinden an den unterschenkel sowie brennende/stechende Schmerzen, vor allem in Ruhe. Von der Ausdehnung her zunehmend. Polyneurographie im März war oB, auch der Sudometer. Reicht ein unauffälliger Sudometer Test um eine small fibre np auszuschliessen, oder wäre eine Hautbiopsie sinnvoll? vielen Dank

Lara Diem: Für die Diagnose einer Small Fiber Polyneuropathie ist die Hautbiopsie. Diese ist einen kleinen Eingriff. Wir sehen jedoch Missempfindungen nach Long-COVID-19 auch ohne Nachweis von Polyneuropathie oder Small Fiber Polyneuropathie. Die Therapie ist jedoch die Gleiche, mit Medikamenten, welche die Wahrnehmung der Nerven «neu programmieren».

Guten Abend, ich bin doppelt geimpft und wurde einen Monat nach der zweiten Impfung noch auf Covid positiv getestet. Es geht mir gut, Richsinn ist noch nicht ganz zurück. Mir ist aufgefallen, dass meine Haare mehr ausfallen. Ist Ihnen diesbezüglich etwas bekannt oder wurde dies gemeldet schon mal? Vielen Dank. Lieber Gruss

Raphael Jeker: Haarausfall ist ein typisches Symptom im Rahmen eine Virusinfektion. Abzugrenzen ist der kreisrunde Haarausfall, der abgeklärt werden sollte.

Es ist keine Frage, eher eine Rückmeldung: Vielen Dank für Ihre Arbeit! In der Rückschau haben mir und mehreren/vielen! Menschen in meinem Umfeld jeweils diese Chat-Gespräche sehr geholfen. Ein besonderer Dank geht an Frau Dr. Manuela Funke-Chambour und Team der Insel, die so sorgfältig (quasi analog) konkrete Menschen mit allen möglichen Beschwerden, Vorerkrankungen begleitet hat und zu differenzieren wusste: was (gerade an Panik in der Atmung) ist covid, was könnte anderes sein!

Chat-Admin: Vielen Dank für Ihr motivierendes Feedback!

Habe das Gefühl seit meiner Erkrankung hat die Lungenkapazität stark nachgelassen, schnelle Erschöpfung beim Sport ist u.A. die Folge. Wie kann ich meine Lunge testen lassen resp. was kann ich dagegen tun? Danke!

Raphael Jeker: Sie können beim Hausarzt eine Spirometrie durchführen lassen.

Wieso werden bezüglich «Longcovid"-Problemen nicht endlich die Homöopath*innen dazu geschaltet, damit die Schulmedizin zusammen mit der Homöopathie die betroffene Patient*innen optimal behandeln können?

Lara Diem: Man arbeitet, als Schulmediziner, immer wieder mit Komplementärmedizin, wenn dies vom Patienten gewünscht ist. Es gibt Menschen, welche eine solche Behandlung wünschen, andere nicht.

Guten Abend, sind Long Covid Patienten vorwiegend Geimpfte oder Ungeimpfte? Vielen Dank.

Raphael Jeker: Sehr viel mehr ungeimpfte.

Ich leide seit meiner Covid Infektion unter schrecklichem Brennen und Missempfindungen in den Armen , Beinen , Hals und Gesicht. Vor allem Nachts ist dies unerträglich und ich finde kaum Schlaf… so bin ich auch unendlich müde… bis jetzt konnte mir niemand helfen … wissen Sie Rat????

Lara Diem: Es wäre wichtig, dass Sie sich bei einem Neurologen melden. Die Neurologen beschäftigen Sie sich mit solchen Beschwerden, welche man neuropathischen Schmerzen also Nervenschmerzen nennt. Es gibt dafür unterschiedlichen Therapien. Es gibt auch Schmerzspezialisten.

Nach einer Covid-19 Erkrankung im Dezember habe ich (75) mich soweit rasch gut erholt. Geblieben sind nächtliches Schwitzen, das nach der Impfung wieder zugenommen hat, zuweilen plötzliche Müdigkeit gegen Abend, leichte vorher unbekannte Stimmungsschwankungen, vermehrte leichte Verdauungsstörungen. Meine Frage, kann, soll, muss ich etwas unternehmen, abklären oder ist einfach Geduld gefragt?

Raphael Jeker: Sie sollten sich beim Hausarzt für eine Untersuchung melden. Bei nächtlichen Schwitzen soll man noch andere Krankheiten suchen als COVID.

Bin 75 Jahre alt und seit Februar 21 geimpft. Von Mai 2020 bis Juni 2021 hatte ich starke Muskel Schmerzen und war immer sehr müde. Kann heute noch abgeklärt werden ob ich Longkovid hatte. Ich habe es mit dem fehlenden Krafttraining in Verbindung gebracht.

Lara Diem: Die Diagnose vom Long-COVID basiert rein auf der Beschwerden der Patienten. Treten oder persistieren bestimmte Beschwerden 12 Wochen nach der Infektion, spricht man von Long-COVID. Wenn die Beschwerden, noch Vorhanden sind, kann man es klar abklären.

Mein 5-jähriger Enkel wurde, ebenso wie seine Eltern, vor ca. 6 Wochen positiv auf Covid getestet. Ausser Husten hatte er keine Symptome. Könnte er später noch an irgendwelchen Langzeitfolgen leiden?

Raphael Jeker: Zum Glück erholen sich die meisten Kinder von einer Covid Infektion. Wenn es ihm nun gut geht, muss man mit keinen Langzeitfolgen rechnen.

Nach einer Covid-Erkrankung vor drei Wochen (trotz vollständiger Impfung), habe ich Mühe mit der Informationsverarbeitung. Neue Sachen zu merken fällt mir schwer, bereits wochenlang abgemachte Dinge gehen immer wieder vergessen oder werden verwechselt. In diesem Zustand fühle ich mich oft gestresst, gerade wegen dem Hintergedanken etwas vergessen zu können oder Anforderungen nicht zu erfüllen. Können diese Symptome mit Covid in Verbindung gebracht werden?

Florence Isler: Das kann sehr gut sein. Neurologische Symptome sind bekannt. Es ist ganz wichtig, dass Sie sich schonen und versuchen, möglichst Stress und Nahrung, die entzündungsfördernd ist, zu vermeiden. Gerade in der Post-akut-Zeit ist es besonders wichtig, sich zu schonen und einen Ganz zurück zu schalten, um nicht in eine Long Covid zu rutschen.

Ich hatte im März Covid 19 mit milden Symptomen (leichtes Fieber, Geschmacksverlust, Müdigkeit, leichte Atemprobleme).. Nach ca 4 Wochen haben sich sehr viele verschiedene Symptome gezeigt, von denen v.a. die neurologischen Symptome (brennende oder eiskalte Gliedmassen, Kribbeln, Müdigkeit, «Blubbern» in den Muskeln, Muskelzuckungen) übrig geblieben. Ich habe das Gefühl immer «schwächer» zu werden, was mich mit Sorge erfüllt. Was kann ich dagegen tun?

Lara Diem: Die Beschwerden, welche Sie beschreiben, sind mit einem Long-COVID-19 vereinbar. Ich würde eine Vorstellung in einer Long-COVID-19 Sprechstunde mit Neurologe empfehlen. Therapeutisch gibt es folgende Optionen: Physiotherapie mit Pacing und Entspannungsverfahren, Ergotherapie mit Energiemanagement und medikamentöse Behandlung der Nervenschmerzen. Wichig ist dass Sie von einem Spezialist begleitet sind.

Thema Long Covid bei Kindern: Aus Grossbritannien gibt es bereits Meldungen vom GB LongCovid Verein von bis zu 10"000 betroffenen Kindern. Sammelt man hierzulande auch die Fälle, gibt es bereits erste Studien dazu und wie therapiert man Kinder, welche Long Covid hatten? Gibt es dabei gute Informationsmöglichkeiten und Unterstützung vom Staat? Auch bei der Schulischen Leistung oder Einordnung, wie geht man dann dabei um?

Florence Isler: Eine ganz wichtige Frage. Es gibt Studien, wonach erkrankte Kinder gleich häufig von Long Covid betroffen sein sollen, wie Erwachsene, andere wiederum besagen, dass dies kaum vorkomme. Normalerweise müsste man betroffene Kinder gleich therapieren wie die Erwachsenen. Am Besten man wendet sich an eine Long Covid Sprechstunde. Die Momentane Hilfe diesbezüglich ist leider noch unzureichend, gerade im schulischen Bereich. Wir versuchen uns immer wieder stark dafür zu machen. Gerade betroffene Kinder und Jugendliche trifft es in ihrer Entwicklung schwer. Betroffene in Ausbildung haben es besonders schwer. Zahlen gibt es leider noch keine Verlässlichen. Eltern von betroffenen Kindern tauschen sich teilweise in der Long Covid Schweiz Facebook Selbsthilfegruppe aus. Die Situation ist noch sehr frustrierend.

Guten Abend Frau Diem, ich bin im Januar 2021 an Covid erkrankt (milder Verlauf). Seit März habe ich migrierende Empfindungen im ganzen Körper (v.a. Beine, Armen, Rücken). Es handelt sich um ein brennendes, elektrisierendes Gefühl, um ein Stechen und Kribbeln. Sehr speziell ist, dass diese Empfindungen kommen und gehen und an verschiedenen Orten im Körper auftreten. Haben Sie Kenntnis, ob andere Covid-Patienten auch solche Symptome haben? Vielen Dank für Ihre Antwort & freundliche Grüsse

Lara Diem: Wir sehen in der Tat häufig Patienten mit Missempfindungen, brennende Schmerzen, welche sehr nach Lokalisation und Stärke variieren. Die gute Nachricht: mit oder ohne medikamentöse Therapie erholen Sie sich die Patienten sehr gut.

Guten Abend allerseits, meine Frage zu Long Covid ist folgende:Gab es bislang Long Covid nur bei Patienten die sich zuvor nicht geimpft haben und daran erkrankten oder gab es auch schon Fälle, wo jemand schon doppelt geimpft war und trotzallem einen Durchbruch bekam und auch an Long Covid erkrankte, oder gibt es da noch keine Daten?

Florence Isler: Wie immer gibt es alles. Aber die Häufigkeit scheint sehr viel geringer. Wenn man doppelt geimpft ist erkrankt man weniger häufig, weniger schwer und die Viruslast nimmt offenbar schneller ab, man ist somit weniger (lange) ansteckend. Man soll zudem auch weniger häufig an Long Covid erkranken. So minimiert sich die Wahrscheinlichkeit mit jedem Schritt. Aber eine Garantie ist es nicht. Am besten ist immer noch, sich mit den verschiedenen möglichen Massnahmen kombiniert zu schützen.

Guten Abend ich bin nun seit 3 Wochen von Covid genesen und habe einen ziemlich «angenehmen» Verlauf gehabt. Nun ist es leider so, dass ich unglaublich müde bin und mich kaum konzentrieren kann. Ich frage mich nun ob es sinnvoll wäre eine Herzmuskelentzündung ausschliessen zu lassen? Ist das Risiko da eine solche Entzündung davon zu tragen? (24 jährig) Oder soll ich mich gedulden und auf Besserung hoffen? Mein Optimismus geht leider langsam immer mehr verloren, da es eher schlimmer wird. Danke

Raphael Jeker: Wir sehen oft, dass Patienten nach einer vermeintlichen Genesung wieder «crashen» und noch stärkere Symptome erleiden. Symptome einer Herzbeutelentzündung wären Schmerzen. Ich rate Ihnen, sich mal beim Hausarzt vorstellig machen.

Ich behandle Long Covid Patienten in meiner TCM-Praxis. Was kann ich einer Patientin raten, die von Ärzten nicht ernst genommen wird, kaum arbeiten kann aufgrund ihrer körperlichen und mentalen Ausfälle, und trotzdem kein Krankheitszeugnis bekommt? An welche Stelle könnte sie sich für Hilfe wenden?

Lara Diem: Es ist sehr traurig, aber vielen Patienten werden noch heute nicht ernst genommen. Ich wurde eine Vorstellung in einem spezialisierten Zentrum mit Long-COVID-19 Sprechstunde (Liste finden Sie über die Website von Altea oder Long-COVID-19 Schweiz) vorschlagen.

Kann long Covid auch noch nach 6 Monaten seit der Genesung vorkommen?

Florence Isler: Ja. Wir haben einige in der Long Covid Schweiz Gruppe, die erst Monate nach dem eigentlichen Infekt, nach «Genesung» plötzlich einen Relapse machten und die Long Covid Symptomatik verzögert aufgeflammt sind.

Ich erkrankte letzten Februar an Covid, seither leide ich an ständigen Ohrenschmerzen und immer wiederkehrenden Schwindelanfällen, sehr häufigen Erkältungen sowie Müdigkeitsanfällen/Konzentrationsstörungen die ich vorher überhaupt nicht kannte. Da ich 3-4 die Hilfe beim Hausarzt sowie HNO Spezialist aufsuchte, welche jedoch nie etwas nachweisen konnten, wollte ich nachfragen, ob dies ebenfalls als Long Covid bekannt ist und wo man sich hinwenden kann, wo man auch ernst genommen wird?

Raphael Jeker: Bei einer Krankheitsdauer von über 3 Monaten kann das durchaus mit Long Covid assoziiert sein. Am besten melden sie sich an einer Stelle, die sich mit COVID beschäftigen.

Mein Geruchs- und Geschmackssinn hat sich nach der Erkrankung min. zweimal verändert. Besteht die Chance mittels Aroma-Therapien usw. Beides wieder zurückzugewinnen?

Florence Isler: Es ist sicher nicht falsch, es zu versuchen. Bei vielen ist es ein Auf und Ab. Es kann sich leider sehr lange hin ziehen.

Ist es möglich, dass Personen mit stärkeren Nebenwirkungen nach der Impfung besser geschützt sind?

Florence Isler: Es kann gut sein, dass das Immunsystem bei einer stärkeren Impfreaktion auch mehr Antikörper bildet und demnach der Schutz höher ist. Leider gibt es dazu noch keine verlässlichen Daten. Aber es ist zumindest ein schöner Gedanke, wenn man schon mehr leiden muss ;-)

Ich leide seit der Impfung unter einem Miller Fisher Syndrom, wie ich im Beitrag eben gesehen habe sind die Auswirkungen teilweise ganz ähnlich wie bei Long Covid. Wäre diese Therapie allenfalls auch etwas für mich. Ich hatte Infusionen mit Imunglobuli was teilweise auch geholfen hat, aber ich habe seit bald 4 Monaten immer noch beeinträchtigungen.

Lara Diem: Beim Miller-Fischer Syndrom handelt es sich um eine klare definierte Erkrankung. Die Erkrankung geht mit der Bildung von klare Autoantikörpern einher (gegen Gangliosid GQ1b). Effektive Therapie sind bereits etabliert und geforscht. Die Therapie mit Immunglobuline ist sehr effektiv. Das Nervensystem braucht aber Zeit um sich zu erholen. Die Nerven müssen wieder lernen, normal zu arbeiten. Es ist sehr wichtig, das Nervensystem weiter zu trainieren. Es braucht aber Geduld und Zeit.

Guten Abend seit meiner Corona Infektion im Okt. 20 hat sich mein Geruchsinn nicht wieder erholt. Starke Gerüche nehme ich gar nicht wahr, anderes als Fehlgeruch. Habe im Hüftgelenk oder Fussballen abwechselnd Gelenkschmerzen. Habe Riechtraining gemacht, war beim HNO und Hausarzt. Keiner konnte wirklich helfen. Jetzt lasse ich ich mich impfen da ich immer wieder höre die Impfung könnte bei Long COVID helfen. Ist das eine Möglichkeit?

Raphael Jeker: Wir haben gute Erfahrung gemacht mit der Impfung bei Long COVID und deshalb finde ich dies eine gute Möglichkeit.

Unsere Tochter (27) leidet seit 10 Monaten unter schwerer Long Covid Folgen Erschöpfung, Kognitive Beeinträchtigung usw. . Frage 1: Wenn sie Spricht schnellt ihr Puls über 100. Dadurch ermüdet sie sehr rasch, sie kann keinen langen Gesprächen oder Diskussionen mit mehreren Personen teilnehmen. Was würden sie da empfehlen? Frage 2: Sie ist arbeitslos und bekommt von niemanden finanzelle Unterstützung, was kann sie tun?

Florence Isler: Oje, dies tönt hart. Sie muss sich unbedingt schonen. Sprechen ist ein physischer und neurologischer Kraftakt. Jede Anstrengung, die übermässige Erschöpfung nach sich zieht, sollte vermieden werden. Es ist wichtig, mit der Energie zu haushalten. Wird Sie schon durch eine Long Covid Sprechstunde betreut? Das wäre sicher wichtig. Informationen dazu finden Sie auf https://www.longcovidch.info/sprechstunden oder www.altea-network.com. Wurde sie schon bei der IV angemeldet? Dies sollte nach 6 Monaten unbedingt erfolgen. In der Facebook Gruppe Long Covid Schweiz kann sie sich zudem mit Betroffenen austauschen und findet dort vielleicht Halt. Herzlich alles Gute!

+++ Ein herzliches DANKE an das Chat-Team! In den vielen Fragen und Rückmeldungen finde ich auch Antworten für meine eigenen Symptome und die Hiflosigkeit! +++

Scheinbar gibt es ja nur einzelne Aerzte in der Schweiz, welche sich mit Long Covid und dem chronischen Fatique Syndrom auskennen. Sollte man nicht umgehend alle Ärzte und Therapeuten genügend informieren, damit z.b.keine gefährlichen Aktivierungsterapien empfohlen werden, welche den Grundzustand der Krankheit nachhaltig verschlimmern? Oder läuft da bereits was? Wie sieht es mit der Versorgung aus? Bisher sind wir Erkrankten total auf uns selbst gestellt was auf die Dauer viele Familien belastet

Lara Diem: Wir sind dran. Ich geben z.B. als Neurologie mit Spezialisierung in Fatigue immer wieder Vorträge über das Thema. Es gibt ausserdem immer mehr Platforms, welche über das Thema informieren. Es gibt auch Leitlinien für Hausärzte über Long-COVID. Leider können wir jedoch nicht jeder Arzt in der Schweiz erreichen. Wir geben aber uns mühe, dass Patienten sich verstanden und ernst genommen fühlen.

ich (1952) wurde anfangs Nov.20 im USZ Zürich durch Zimmernachbar mit Corona angesteckt. Verlauf war leicht (nur Geruch, Geschmack, Fieber, OHNE Atemprobleme. Seit 6 Wochen sind nur noch leichte Velotouren möglich: bei leichter Anstrengung bleibt Kraft aus, starker Druck/Einengung unterm Brustbein, ich vermute beim Lungeneingang. Nach so 5 Minuten ausruhen kann ich dann die Fahrt fortsetzen und jetzt auch kleine Aufstiege meistern.Kann Longcovid auch erst 10 Monate nach Genesung auftreten?

Raphael Jeker: Das ist schon eine lange Genesungszeit. In diesem Fall soll man noch nach anderen Ursachen der Beschwerden suchen. Herzdurchblutungsstörung/Lungenembolie.

Guten Abend, eine Frage an Fr Dr Diem: ich hatte Covid im Nov vor einem Jahr, seither Long Covid. Nebst der typischen Symptomen habe ich auch reduziertes Temperaturempfinden an den Unterschenkeln, von der Ausdehnung her zunehmend, sowie stechend-brennende Schmerzen, vor allem in Ruhe. Polyneurographie und Sudometer Im März waren oB. Lässt sich eine Small Fibre NP mit dem Sudometer sicher ausschliessen oder wäre eine Hautbiopsie sinnvoll? Sind Small Fibre NP Fälle bei Long Covid bekannt? Danke

Lara Diem: Die Diagnose einer Small-Fiber Polyneuropathie wird über die Biospie gestellt (keinen Eingriff). Wir sehen Patienten mit Long-COVID-19 Syndrom mit Small Fiber Polyneuropathie. Es gibt aber Long-COVID-19 Patienten mit solchen Beschwerden ohne Nachweis von Small Fiber Polyneuropathie. Also eine Erkrankung schliesst die andere nicht aus. Die Biospie kann Sicherheit bezüglich Diagnose geben, die Therapie geht jedoch in der gleiche Richtung.

Haben Patienten mit Immunsuppression Symptome wenn sie anscheinend nicht krank waren aber im Blut auch nach der 3. Impfung kein Titer nachgewiesen werden kann

Raphael Jeker: Damit kann man sagen, dass sie keinen befriedigenden Impfschutz aufbauen konnten und somit ansteckgefärdet sind.

Wenn Long COVID und ME/CFS sich ähnlich sind, weshalb empfehlen Sie Sport als Therapie? Kennen Sie die neu veröffentlichen NICE GUIDELINES?

Lara Diem: Wir arbeiten mit der NICE Guidelines. Sport ist ein grösses Wort. Wir empfehlen körperliche Aktivität adaptiert an den Grenzen des Patienten, also Pacing. Dies soll auch unter Supervison der Physiotherapie durchgeführt werden. Inaktivität kann gleich so gefährlich sein, wie Überaktivität.

Sehr geehrte Damen und Herren, wie beurteilen Sie die Möglichkeit, dass Long-Covid statt eine Depression diagnostiziert wird? Müdigkeit und schnelle Erschöpfung gehören ja zu beiden Krankheitsbildern. Dass nach einer Covid Erkrankung eine Depression folgt, scheint mir nicht ganz unwahrscheinlich.

Florence Isler: Viele der betreuenden Ärzte sehen einen deutlichen Unterscheid. Viele Long Covid Betroffene leiden unter Dysautonomie, da das ganze Gefässsystem entzündet ist und das autonome Nervensystem nicht mehr gut funktioniert. Bei Depression hilft meist Bewegung an der frischen Luft, Beschäftigungstherapie und Psychotherapie. Insbesondere der Fokus auf Bewegung führt bei den meisten Long Covid Betroffenen mit einer Belastungsintoleranz zu einer Verschlechterung der Symptome. Meist sind die Patienten hoch motiviert, der Körper macht aber leider nicht mit. Wie im Beitrag gesehen, können demnächst allenfalls spezifische Autoimmunmarker klar abgrenzen, worum es geht. Die gleichen Therapien, wie sie bei Depressiven eingesetzt werden, haben sich als nachteilig bei Long Covid Betroffenen erwiesen und haben sogar zu Verschlechterungen geführt. Es ist natürlich wichtig, die Patienten bei Bedarf trotzdem psychologisch zu betreuen, genauso wie bei anderen schweren und/oder chronischen Krankheiten.

Ich hatte im April 2020 eine Covid Infektion. Geschmack Verlust ( hatte aber einen Geschmack in meinem Mund wie wenn der Tod in mir wäre) Es waren noch viele Symptome mehr. Angstzustände habe ich leider manchmal immer noch. Vor allem fehlt mir die Puste wenn ich einige Höhenmeter erklimme. Es kommt mir vor wie ein Messer in der Lunge wäre.Auch wenn ich manchmal nur einige Meter laufe.Müde bin ich leider auch des Öfteren. Kann es sein das ich mein Herz kontrollieren sollte?

Raphael Jeker: Sinnvoll sind Untersuchungen der Lungenfunktion und Blutwerte für Herzprobleme. Auch kann sich mal eine Lungenembolie so bemerkbar machen. Ich rate ihnen, dies beim Hausarzt testen zu lassen.

Vielen Dank, Frau Diem, können Sie mir sagen, welches Medikament bei solchen Missempfindungen hilft? Die „normalen“ Medikamente nützten bei mir nichts, Lyrica habe ich nicht vertragen. Danke.

Lara Diem: Es gibt unterschiedliche Medikamenten, welche aus der Klasse von Lyrica (Gabapentin usw) oder aus der Klasse der Antidepressiva kommen. Wichtig ist (wenn man sehr empfindlich ist auf die Nebenwirkungen der Medikamente), dass man mit einer Mini-Dosis beginnt, damit der Körper sich besser gewohnen kann und Nebenwirkungen wie Schwindel, Benommenheit usw. nicht auftreten.

Meine Tochter (7 Jahre) hat seit 8 Wochen mit Post covid Beschwerden zu kämpfen (Übelkeit, Müdigkeit, Schwindel, extreme psychischen Beschwerden). Dies, kurz nachdem Corona an ihrer Schule kursierte.Hat Corona Antikörper, hat Long Covid Symptome, aber trotzdem sagt kein Arzt, dass sie tatsächlich Long Covid hat. Entsprechend schwer ist es auch Hilfe zu kriegen. An wen können wir uns noch wenden? Das ihre Long Covid Symptome reduziert und dadurch auch die Angst verkleinert werden könnte?

Florence Isler: Oje, der Arme Schatz! Es ist bestimmt auch für Sie schwer. Haben Sie sich schon an eine Long Covid Sprechstunde gewendet? Das wäre unheimlich wichtig. Informationen dazu finden Sie auf: https://www.longcovidch.info/sprechstunden oder www.altea-network.com. In der Facebook Gruppe Long Covid Schweiz finden Sie allenfalls noch weitere Tipps. Alles herzlich Gute!

Ein Bekannter habe in Zürich im USZ zu hören bekommen, Long Covid gebe es nicht – er sei ein Simulant. An wen wendet er sich am besten? Und in eigener Sache: @ Frau Dr Diem: Dank den Massnahmem mit Integrativer Medizin / Anthroposophie geht es mir (mit ME/CFS) langsam, aber sicher besser und besser! Unglaublich. Ich freue mich riesig. Gut ist noch weiter weg. Aber besser ist schon ein Riesenfortschritt!

Lara Diem: Es ist Schade, dass Patienten nicht ernst genommen werden. Das ist für das Gesungsprozess gar nicht gut. Die Zusammenarbeit zwischen Schulmedizin und Komplementärmedizin kann in der Tat hilfreich sein. Man muss die Therapie immer an die Bedürfnisse der Patienten anpassen. Alles Gute!

Wenn ich beruflich verreise oder im Büro an Meetings teilnehme und an Long Covid erkranke, wie ist die Rechtslage zu den Versicherungsleistungen? Werden die potenziellen Long Covid Folgen von AHV, IV anerkannt oder trage ich das Risiko selbst? Kann ich etwas unternehmen, um diese Risiken mit dem Arbeitgeber zumindestens aufzuteilen, so dass ich nicht alleine im schlimmsten Falle mit Krankheitsfolgen in Stich gelassen werde.

Raphael Jeker: Der beste Schutz sind Hygienemassnahmen und die Impfung. Bei einer Erkrankung ist die Krankenkasse und Taggeldversicherung für 2 Jahre zuständig. Die AHV befasst sich nicht mit Krankheit. Bei langwierigen Verläufen wir zeitnah mit der IV Kontakt aufgenommen.

Würde Ivermectin such gegen Long Covid helfen oder setzt man das nur bei der Covid-19 behandlung ein?

Florence Isler: Es wird international und vereinzelt auch in der Schweiz gegen Long Covid eingesetzt.

Wie lange ist mit einer Beeinträchtigung eines Mitarbeitenden mit long covid Erkrankung zu rechnen? Ein Mitarbeiter leidet nun beteits mehr als 1 Jahr, müssen wir als Arbeitgeber eine IV Anmeldung in Betracht ziehen?

Lara Diem: Jeder Verlauf ist unterschiedlich. Die IV Anmeldung ist auf jedem Fall sehr wichtig und soll entsprechend rechtzeitig erfolgen.

Die Faktenlage bezüglich Ivermectin ist alles andere als gesichert ist und auf verlässliche Studien muss man noch einige Monate warten. Müsste aber die versuchsweise Anwendung des Medikamentes auf Grund einer Risiko/Nutzen Analyse nicht endlich geprüft werden? Im schlimmsten Fall wird man die Wirksamkeit widerlegen können. Die Nebenwirkungen welche abschätzbar sind, kann man als Patient hinnehmen wollen oder nicht, so wie dies ein Patient in einer Chemotherapie schliesslich auch abwägen muss. Lg

Florence Isler: Es wäre tatsächlich wünschenswert, wenn dies eingehend untersucht würde. Es wird bereits vereinzelt in der Schweiz gegen Long Covid eingesetzt.

Eine Frage bekommt man das Corona einmal?

Raphael Jeker: Es gibt bewiesenen Reinfektionen. Meistens sind dann die Verläufe weniger schlimm.

Guten AbendKann es sein das ich seit ich Covid hatte schlechter sehe?

Lara Diem: Ja es kann sein. Durch Fatigue kann auch die Belastbarkeit der Augen abnehmen.

Seit meiner COVID-Erkrankung im April dieses Jahres fühle ich mich immer noch extrem müde und im Alltag schnell überfordert. Alles ist ein „Chrampf“ !! was mich noch mehr belastet ist das Gefühl im Kopf! Er ist NIE MEHR KLAR! Immer wie benebelt und irgendwie schummerig! ,( was mein Sehen beeinträchtigt und auch das Autofahren beeinflusst. ) Und anders formuliert, bin ich ich mehr mich selber und stehe oft wie neben mir und ich fühle mich nie mehr gut!

Florence Isler: Melden Sie sich bei einer Long Covid Sprechstunde an. Informationen dazu finden sie im Chat. Gute Besserung!

Ich habe seit November 18 ein CFS. Ich kann noch mein halbes Arbeitspensum arbeiten. Ich habe viele Symptome wie bei Long Covid. Könnte diese Studie aus Deutschland auch uns CFS Betroffenen helfen?

Florence Isler: Ja, es wird auch untersucht, ob das Medikament bei ME/CFS eingesetzt werden kann. Dr. Hohberger ist dies ein besonderes Anliegen. Wir hoffen!

Chat-Admin: Der Live-Chat ist beendet. Leider konnten in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht alle Fragen beantwortet werden. Mehr Infos zum Thema finden Sie aber in untenstehender Sendung.

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Legende: imago

01.11.2021 | Long Covid – Heilung dank Herzmedikament?

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