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Legende: Hans-Curd Frei, Stefan Fröhlich, Johannes Scherr, Christoph Tschopp
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Problemzone Knie «Beim Joggen schmerzt das Knie, ist das in meinem Alter normal?»

Hans-Curd Frei, Stefan Fröhlich, Johannes Scherr und Christoph Tschopp haben Ihre Fragen im «Puls»-Chat beantwortet.

Fachpersonen im «Puls»-Chat

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Dr. Hans-Curd Frei
Chirurg und Orthopäde
Spital Davos

Dr. Stefan Fröhlich
Sportmediziner und Orthopäde
Universitätsklinik Balgrist und Swiss Ski

Prof. Dr. Johannes Scherr
Innere Medizin und Sportmediziner
Universitätsklinik Balgrist

Christoph Tschopp
Dipl. Physiotherapeut BSc.
Universitätsklinik Balgrist

Chatprotokoll

Ich hatte vor mehr als einem jahr einen Skiunfall und seit da schmerzt mein rechtes Knie auf der linken seite der Kniescheibe. Dies ist immer wenn ich sport getrieben habe oder manchmal auch einfach wenn ich den ganzen tag gestanden bin. Ich habe schon 2 verschiedene Physiotherapien probiert, Akkupunktur und 2mal ein MRI gemacht, doch niemand konnte mir sagen was für eine verletzung ich habe. Auch bei einem Knieorthopäd war ich in Untersuchung, doch er konnte mir auch nur sagen, dass mein Innenband einwehnig dünner ist, wie es normal sei, dies habe jedoch nichts mit meinen Schmerzen zu tun. Können sie mir dabei Weiterhelfen?

Hans-Curd Frei: Das ist per Chat eine schwierige Aufgabe, wenn in all den Untersuchungen keine Ursache gefunden wurde

Sehr geehrte Herren Beim Volleyballspiel fiel mir ein Mitspieler auf die Aussenseite des Knies. Dabei wurde gemäss Diagnose des Arztes das Innenband sehr stark überdehnt. Mit einer Physiotherapie sollte die Heilung unterstützt werden. Aber auch ein Jahr später spüre ich auf der Innenseite von Zeit zu Zeit Schmerzen beim Innenband resp. unten beim Ubergang zum Unterschenkel. Auch ein Wetterwechsel glaube ich zu spüren. Was kann die Ursache sein und mit welchen Massnahmen kann ich dagegen etwas tun. Vielen Dank für Ihren Ratschlag im Voraus.

Hans-Curd Frei: Die Innenbandstrukturen am Knie sind bei Verletzungen oft lange schmerzhaft, auch wenn die Stabilität bereits wieder gut ist: Verfolgen Sie Ihr Rehabiltationsprogramm und meiden Sie schmerzauslösende Situationen und entsprechende Sportarten

Sehr geehrte Herren Vor bald 15 Monaten habe ich (30Jahre alt, M) mir mein Kreuzband im rechten Knie, nach einem Sportunfall beim Fussball operieren lassen. Die Operation sowie postoperative Heilungsverlauf verlief gut. Jedoch verspühre ich seit nun bald 6 Monaten ein Knacken im Knie, sobald ich es durchstrecke. Das Knacken tritt jedoch erst in den letzten ca 5Grad zur Streckung hin auf. Schmerzen verspühre ich keine, jedoch ist dies ein sehr unangenehmes Gefühl. Zudem war dies vor der Operation, zwischen Unfalldatum und OP (ca. 3Monate) nicht der Fall. Beschwerde erst seit operativem Eingriff. Meine Frage nun: Kennen Sie solche Beschwerden? Was kann mir helfen das Knacken loszuwerden? Weitergehender Muskelaufbau? Besten Dank für Ihr Feedback.

Hans-Curd Frei: Das Knacken ist oft unspezifisch, das heisst, oft finden wir die Ursache hierfür nicht. Es ist aber häufig. Betreiben Sie Ihre Rehabilitation seriös weiter, meist verschwindet das Knacken.

Kann ich/Patient wählen, welches Ersatzgewebe verwendet werden soll? Auch Allograft? Wie oft sollte ich in die Physio nach der OP?

Christoph Tschopp: Welches Gewebe verwendet wird entscheidet der Operateur. Meist bestehen Preferenzen. Der Allograft ist v.a. in den USA sehr bevorzugt, in der Schweiz wird meines Wissens fast immer mit körpereigenem Gewebe operiert. Die Anzahl Physiotherapien pro Woche variiert nach der OP von Reha-Phase zu Reha-Phase. Grob gesagt 2x pro Woche, gegen Reha-Ende hin 1x.

Vor 1 Monat habe ich (40) mir bei einem Sturz beim Skifahren die Knie verletzt. Im MRI hat man einen kleinen Riss im rechten vorderen Kreuzband entdeckt. Wie sieht Ihrer Meinung nach die Therapie aus? Skifahren diese Saison?

Johannes Scherr: Wie Sie beschreiben, ist das vordere Kreuzband nicht komplett durchgerissen. Hierbei bestehen ebenfalls gute Heilungschancen, dass das Kreuzband auch wieder verheilt, wenn bestimmt Strukturen noch intakt sind. Um das Kreuzband aber nicht weiter zu «stressen» und um die Heilung möglichst optimal zu unterstützen, sollte eine konservative Therapie mit Physiotherapie und hierbei muskulärer Stabilisation der Beinachse erfolgen. Die Entscheidung bzgl. Skifahren diese Saison sollte von Ihrem muskulären Status und der Stabilität im Knie bzw der Beinachse abhängig gemacht werden.

Guten Abend Im Juli bin ich beim Wandern ausgerutscht und gestolpert, später blockierte das Knie. Ich konnte das Knie selbstständig entblockieren. Es war entzündt. Danach stechender Schmerz-Verdacht auf Meniskus. Vor 20 Jahren hatte ich den Meniskus angerissen. Auch die Muskulatur war total verspannt. MRI war unauffällig ausser ein alter Knorpelschaden. Nach 1 Serie Physio waren die Schmerzen besser. Ich merke aber das Knie noch immer, wie eine Reibung, Knie wird ein bisschen warm. Ab und zu eine leichte Blockade. Braucht es einfach noch Zeit? Danke für die Antwort (bearbeitet)

Hans-Curd Frei: Es kann sein, dass es noch etwas Zeit braucht. Ihr Knie braucht vermutlich nach diesen Unfällen die regelmässige Pflege: Machen sie Übungen zum Erahalt der Stabilität, Muskelaufbau und betreiben Sie kniegesunde Sportarten. Wenn die Beschwerden aber nicht ganz weggehen, sollte man sich das Gelenk aber noch einmal ansehen

2010 habe ich (heute 28 J.) mir das vordere Kreuzband rechts gerissen, 2014 wurde es operiert. Ich bin leidenschaftliche Läuferin und habe beim Laufen bislang keine Probleme. Allerdings ist das Knie, wenn man es anfasst, immer etwas wärmer als das linke und seit der OP sieht die Haut stellenweise auch etwas dunkler aus. Nun fürchte ich mich vor Arthrose (die bei mir auch in der Familie vorhanden ist) im Alter und frage mich daher, ob und wie ich vorbeugen kann? Vielen Dank bereits im Voraus!

Johannes Scherr: Um mögliche Folgeschänden zu vermeiden bzw. möglichst lange hinauszuzögern, sollte auf eine optimale Beinachsenstabilität geachtet werden. Hierbei sollte neben der Beinachse auch auf eine gute Stabilität der Fussgewölbe geachtet werden (da diese die Beinachse häufig auch im Sinne einer Bewegungskette mit beeinflussen).

Guten Abend Meine Tochter 17Jahre alt hatte im Herbst ein Sturz mit dem Fahrrad sie konnte nicht mehr richtig laufen…Da war ein Arztbesuch und ein MRI nötig. Auf dem Bild sah man ein kleiner Riss im Innenmeniskus…sie bekam keine Physiotherapie und sonst keine Therapie verordnet und sie hat bis jetzt noch schmerzen und kann manchmal fast nicht laufen (nach dem Sport) was können wir machen?

Hans-Curd Frei: Ihre Tochter sollte sich noch einmal knieorthopädisch vorstellen und sich untersuchen lassen, um die weitere Therapie zu planen

Habe vor ca. 30 Jahren das hintere Kreuzband gerissen. Man hat operiert aber ich habe immer schmerzen. Nach grösserer Belastung wird es auch geschwollen. Ist ein Kunstgelenk das einzige was Verbesserung bringt?

Hans-Curd Frei: Das kann man so nicht sagen, ein Kunstgelenk ist indiziert, wenn Ihr Knorpel soweit abgenutzt ist, dass Sie eine Arthrose entwickelt haben

Grüezi Männlich, 45 Jahre alt. Vor 4 Jahren hatte ich einen Snowboard Unfall. Mir wurde ein Teil vom Meniskus entfernt und Arthrose abgeschliffen! Nach diversen Physiotherapie kann ich wieder schmerzfrei gehen. Wenn ich die Knie möchte, habe ich grosse Schmerzen und einmal in den Knie, kann ich kaum noch aufstehen. Dann habe ca. 1 Wochen Schmerzen im Knie! Würde mir eine Hyaluronsäure -Therapie helfen? Was Raten Sie mir?

Stefan Fröhlich: Es sollte eine aktuelle Bildgebung gemacht werden. Davon hängt ab, welche Therapien Sinn machen würden.

Guten Abend Ich habe seit ca. 6 Monaten beim Joggen einen stechenden Schmerz auf der Aussenseite des Knies. Ich bin letztes Jahr sehr viel gejoggt und aufs Mal diese Schmerzen. Seither kann ich ca 2km schmerzfrei laufen und dann kommt der Schmerz. Bisher habe ich immer gemeint, es sei das Knie, doch mittlerweile denke ich, es ist der Tractus iliotibialis. Auf der anderen Knie habe ich eine Bakerzyste. Was kann ich gegen diesen stechenden Schmerz machen? Was kann eine mögliche Ursache sein?

Johannes Scherr: Die von Ihnen beschriebenen Beschwerden sollten differenziert betrachtet werden. Hierbei deutet eine Bakerzyste häufig auf einen Kniebinnenschaden hin. Somit sollte auf dieser Seite das Knie näher untersucht werden. Das Knie auf der anderen Seite sollten ebenfalls gründlich klinisch evaluiert werden. Sollten sich hier keine Hinweise auf strukturelle Veränderungen geben, besteht schon der grosse Verdacht auf ein Tractus iliotibialis-Syndrom. Die Ursache hierin liegt meist in einer muskulären Dysbalance mit konsekutiver Überlastung der entsprechenden Strukturen an der Seite des Knies. Als Massnahmen sollte ein gezieltes Stabilisationstraining zur Behebung der Dysbalancen durchgeführt werden.

Bei Wanderungen talwärts, vom Berg runter, blockiert mein rechtes Knie. Zuerst habe ich (w, 58j.) ein Spannungsgefühl, dann zwickt es zusätzlich rechts am Knie, am Ansatz zum Oberschenkel. Das Gefühl, dass das Knie mich (das rechte Bein) nicht mehr stützt. Der stechende, aber stehende Schmerz nimmt zu…. Im Alltag, ohne Belastung, zeigt sich das Problem nicht. Darum versteht mein Hausarzt dieses punktuelle und akuten Beschwerden nicht… Was soll ich tun?

Stefan Fröhlich: Ich empfehle das Aufsuchen eines Kniespezialisten. Alleine von der Geschichte her kann keine adäquate Diagnose gestellt werden.

Unsere Tochter 18 J. hatte letzte Woche schon zum 3. Mal eine Patellaluxation mit spontaner Reposition. Ihr Orthopäde meinte vor einem Jahr, käme es nochmal vor, müsste man über eine Knie OP nachdenken. Anscheinend neigt ihre Kniescheibe dazu bei falscher Bewegung immer wieder rauszuspringen. Wir hoffen nun, dass man das Knie und die Bänder mit Physiotherapie kräftigen kann. Was würden Sie uns raten. Eine 2. Meinung einholen?

Christoph Tschopp: Natürlich ist Krafttraining die geeignetste konservative Behandlungsmethode bei Patellaluxationen. Besteht eine angeborene Problematik sollte eine OP aber im Hinterkopf bleiben. Ich würde Ihnen empfehlen eine Zweitmeinung einzuholen.

Guten Abend Kann eine Kniebandage unterstützend und schützend gegen Kreuzbandrisse wirken?

Christoph Tschopp: Eine Kniebandage wirkt subjektiv unterstützend, d.h. sie gibt Ihnen ein sicheres Gefühl und mehr Halt. Bei einem Kreuzbandriss wirken jedoch so starke Kräfte auf das Knie ein, dass eine Bandage nichts nützen wird.

Guten Abend Impressionierte Tibiakopffraktur, 4 Operationen. Das Kreuzband klemmt momentan wieder hinten im Kniegelenk...Knackgeräusch bei jedem Treppentritt ... zuwenig Platz. Ist die arthroskopische Korrektur am Knochen die einzige effektive Schmerzreduktion? Danke.

Hans-Curd Frei: Das kann man so nicht beantworten, da ich Ihre Befunde nicht kenne.

Ich habe beim entladen einer Waschmaschine im rechten knie aussen einen knacks gespürt. Seiher habe ich schmerzen. Ich kann das knie beugen aber Treppen hoch und runter ist schmerzhaft. Das knie wurde vor einem Jahr operiert. Miniskusnaht. Soll ich einen Ortopeden aufsuchen oder noch zuwarten. Verletzung ist eine Woche alt.

Stefan Fröhlich: Falls diese Schmerzen bleiben, sollten Sie es abklären lassen. Möglicherweise ist es eine erneute Meniskusläsion.

Guten Abend ich lebe seit 30 Jahren mit einem angerissenen Kreuzband. Zweimal hatte ich noch eine Operation danach am Meniskus, da dieser offenbar stärker beansprucht wurde. Alle paar Jahre mache ich wieder einen neuen Versuch mit MRI und Diagnosen die leichte Knorpellschäden und Entzündungen im Knochen festellen. Mein Knie ist nicht sehr stabil und knickt mitunter weg. Joggen geht nicht wirklich, da ich Schmerzen auf der Innenseite habe. Auch war ich in der Physio, da auf der linken Seite hinten am Knie am Wadenansatz Schmerzen einstellten. Mein Frage ist, ob und wie ich hier zu einer stimmigen Diagnose kommen kann und ob ein radikalerer Eingriff wie der Ersatz des angerissenen Kreuzbandes eine mögliche Option wäre. Vielen Dank !

Hans-Curd Frei: Die Diagnose wird in einer klinischen Untersuchung und im MRI gestellt, die Befunde des MRI werden anhand der Befragung und Untersuchung gerichtet. Ich hoffe, Ihre Bilder konnten Sie auch mit einem Arzt entsprechend besprechen. Ob Sie nach dreissig Jahren wirklich von einer Kreuzbandplastik profitieren würden, kann ich Ihnen so nicht beantworten.

Guten Abend ich lebe seit 30 Jahren mit einem angerissenen Kreuzband. Zweimal hatte ich noch eine Operation danach am Meniskus, da dieser offenbar stärker beansprucht wurde. Alle paar Jahre mache ich wieder einen neuen Versuch mit MRI und Diagnosen die leichte Knorpellschäden und Entzündungen im Knochen festellen. Mein Knie ist nicht sehr stabil und knickt mitunter weg. Joggen geht nicht wirklich, da ich Schmerzen auf der Innenseite habe. Auch war ich in der Physio, da auf der linken Seite hinten am Knie am Wadenansatz Schmerzen einstellten. Mein Frage ist, ob und wie ich hier zu einer stimmigen Diagnose kommen kann und ob ein radikalerer Eingriff wie der Ersatz des angerissenen Kreuzbandes eine mögliche Option wäre. Vielen Dank !

Hans-Curd Frei: Die Diagnose wird in einer klinischen Untersuchung und im MRI gestellt, die Befunde des MRI werden anhand der Befragung und Untersuchung gerichtet. Ich hoffe, Ihre Bilder konnten Sie auch mit einem Arzt entsprechend besprechen. Ob Sie nach dreissig Jahren wirklich von einer Kreuzbandplastik profitieren würden, kann ich Ihnen so nicht beantworten.

Guten Abend Ich habe seit längerem beim Wandern talwärts, schmerzen beim linken Knie auf der Innenseite. Bergauf ist kein Problem. Seit letztem Herbst kann ich mit dem linken Bein nicht in die Hocke, ohne das es im Knie schmerzt, auch hinten in der Kniekehle. Auch ganz durchstrecken und abdrehen mit Oberkörper schmerzt im Knie. Bin jetzt beim Hausarzt angemeldet. Eine weitere Meinung ist mir noch wichtig. Besten Dank.

Johannes Scherr: Wie Sie es schildern, scheint eine Evaluation mit klinischer Untersuchung des Knies wichtig. Hierbei sollte geschaut werden, ob es Hinweise auf strukturelle Schäden gibt (worauf z. B. die Knieschmerzen bei Drehen im Oberkörper hindeuten könnten). Sollten sich hier keine Hinweise auf strukturelle Schäden zeigen, sollte nach funktionellen Limitationen geschaut werden. Dies könnte z.B. die Beinachse betreffen, so dass es nach längerer Belastung zu einer Ermüdung der Fuss-, Beinachsen- und Becken-stabilisierenden Muskeln kommt und hierdurch dann zu einer lokalen Fehl-/Überbelastung. Dies sollte dann auch durch eine gezielte aktive Physiotherapie mit Stabilisation der entsprechend schwachen Muskeln behoben werden.

Bei einem Motorradunfall im 2016 in Südfrankreich, riss bei mir das vordere Kreuzband. Ich musste anschliessend zuerst in die Schweiz zurückkehren um dann ein RMI machen zu lassen. Dies war aber dann erst ein paar Tage später möglich, weil das Knie stark angeschwollen war. Auf eine Operation wurde dann aber verzichtet, weil ich mit 56 Jahren gut damit leben könne. Bis heute scheint sich dies zu bewahrheiten. Ich frage mich nun jedoch, wann ein Kreuzband ersetzt/ operiert wird und wann nicht?

Hans-Curd Frei: Darüber könnten wir den ganzen Abend reden. Da es Ihnen heute gut geht, war der Entscheid offensichtlich richtig, nicht jedes gerissene Kreuzband muss ersetzt werden

Grüezi mitenand, nach 2maliger Kreuzbandrekonstruktion und Osteotomie (O zu X Bein) plagt mich (Jahrgang 1971) eine 7cm grossse Zyste im Kniegelenk (keine Bakerzyste). Sie schwillt nach ca. 1 h an und drückt auf den Nerv. Das führt zur Blockierung des Knies und zu unsäglichen Schmerzen. Das Knie erholt sich zwar wieder über Nacht, ich bin aber im Alltag ziemlich eingeschränkt. Würden Sie sehen, dass man die Zyste operativ entfernt? Vielen Dank und viele Grüsse

Hans-Curd Frei: Man sollte nach der Ursache für diese Zyste suchen, bevor man sie entfernt, sie kann sonst wieder auftreten

Guten Abend. Ich (41) habe mir vor fünf Monaten beim Fussball den Innenmeniskus gerissen. Ich habe mich zusammen mit dem Arzt für eine konservative Behandlung ohne OP entschieden. Nun ist es so, das immer noch eine kleine Schwellung vorhanden ist, auch Schmerzen bei aktiven Drehbewegungen (wie beim Fussball üblich) sind noch da, und auch wenn ich tief in die Knie gehen will. Kann ich noch auf eine Heilung ohne Teilentfernung des Mensikus hoffen oder ist das unrealistisch? Kann ein gerissener Meniskus immer noch eine dämpfende Wirkung haben im Kniegelenk, oder ist dies zu vernachlässigen?

Stefan Fröhlich: Auch nach 5 Monaten kann noch eine Besserung eintreten. Wichtig ist die Tendenz: eine gewisse Besserung sollte über die letzten Monate zu verzeichnen sein. Wenn es komplett stagniert seit Monaten, ist die komplette «Heilung» weniger wahrscheinlich. Auch ein gerissener Meniskus kann seine stabilisierende und dämpfende Funktion noch in gewisser Weise erfüllen.

Guten Abend Habe vor 2 1/2 Jahr eine Kniie-Totalprothese erhalten. Vor 1 Jahr musste ich eine Kniescheiben-Rückflächenersatz-Op am gleichen Knie machen. Jetzt geht es mit meinem Knie gut. Worauf muss ich achten, wenn ich leicht joggen möchte? Ist das zu verantworten? Mein Alter: 67 Jahre. Vielen Dank für Ihre Antwort.

Christoph Tschopp: Guten Abend. Wenn Sie eine geübte Joggerin sind, könne Sie dies gerne weitermachen. Beim Joggen sollten Sie darauf achten, dass Sie langsam starten. Steigern Sie die Streckenlänge, das Tempo und die Anzahl Läufe pro Woche behutsam. Auch wenn man beim Joggen primär an Ausdauertraining denkt, ist die Bein- und Rumpfkraft sehr sehr wichtig.

Guten Abend Ici bin 62jährig und treibe regelmässig Sport, Mountainbike im Sommer 8 bis 9'000km mit ca 170'000Hm und Langlauf im Winter. Mitte Dezember habe ich bei einem Sturz auf den Langlaufski (skating) das linke Knie verdreht und überdehnt. Der MRI Befund zeigt einen lateralen Meniskusriss aussen (gemäss Aussage Hausarzt sehe der Meniskus aus wie Popcorn).zusätzlich sei Arthrose Stufe 4 ersichtlich..ich bin beim Orthopäden angemeldet, habe aber noch keinen Termin und möchte gerne Ihre Meinung zur Behandlung einholen.

Hans-Curd Frei: Das hört sich nach einer fortgeschrittenen Abnutzung an, der gang zum Orthopäden ist richtig, er endet nicht immer in einer Operation oder Prothese

Meine Mutter hat im September ein künstliches Kniegelenk erhalten. Sie hatte auch ein Jahr nach der Operation immer noch Schmerzen, die leider immer unerträglicher geworden sind. Nach einer Vielzahl Abklärungen wurde sie im Mai 2021 wieder operiert. Sie hat eine andere Knieprothese erhalten. Bis Ende September 2021 schien es so, dass die zweite OP gelungen sei. Seit Ende September hat sie wieder starke Schmerzen. Woran könnte es liegen?

Stefan Fröhlich: Es ist unmöglich, dies nur anhand der Geschichte zu ermitteln. Eine Abklärung an einem spezialisieren Zentrum ist notwendig.

Einer Freundin fällt die Kniescheibe immer wieder heraus- letztes Mal beim joggen. Sie (26) kann diese immer wieder selbstständig wieder einrenken, was jedoch sehr schmerzhaft ist. Ist eine Operation unumgänglich oder kann hier mit gezielter Physio/Krafttraining etwas verbessert werden?

Hans-Curd Frei: Man kann das schon probieren und die Muskulatur im Streckapparat entsprechend aufbauen – ich würde das dennoch abklären lassen, es gibt Fehlbildungen, die man erfolgreich korrigieren kann und wiederholte Luxationen bei so geringer Belastung sind schon bedenklich

Seit einiger Zeit scknackt und schnalzt das Knie vorne unter der Knie Scheibe. Das vorallem beim gerade aus laufen. Das Schnalzen schmerzt bis in die Hüfte. Was kann das Problem sein?

Stefan Fröhlich: Das kann z.B. eine Instabilität der Kniescheibe sein, wenn diese nicht gut geführt ist. Oder auch eine Schleimhautfalte. Da Schmerzen vorhanden sind, empfehle ich eine Abklärung beim Kniespezialisten.

Ich habe seit Okt 2021 eine Knieprothese r. Ist es denkbar dass ich nächste Saison 2022/23 wieder auf den Skis stehen kann. Ich bin 73 Jahre alt. Besten Dank für das Feedback

Christoph Tschopp: Wenn sich Ihr Körper in einem guten Allgemeinzustand befindet und Sie ihr Knie gezielt aufbauen über die nächsten Monate, sollte der Skisaison 22/23 nicht im Wege stehen.

hallo, ich bin mir keiner kreuzbandverletzung bewusst. hatte jedoch vor 10 jahren am rechten bein eine miniskusops. skifahren war bisher möglich jedoch über die letzten jahre immer mit geschwollenen knie am abend. dieses jahr kommen nun bereits während dem fahren nach 1-2 h unsicherheit und schmerzen im knie dazu, automatisch fahre ich mehr mit belastung auf dem linken bein, welches sich ebenfalls bereits „meldet „ was für training empfehlen sie um hier weitere ops zu vermeiden?

Hans-Curd Frei: Sie können gezielt die Muskulatur aufbauen, ich rate Ihnen, sich physiktherapeutisch beraten zu lassen

Ich bin 34. Mein Knie knackst immer beim in die Hocke gehen oder auch liegend, ohne Belastung, beim Knie anziehen. Es knackst auch beidseitig jedesmal, wenn ich die Bewegung wiederhole. Schmerzen habe ich leicht. Die Geräusche tönen nicht gesund. Ich bin nie gestürzt oder hatte eine Operation oder Bruch. Woran kann das liegen? Luft die sich einschliesst und nach aussen „springt“.. kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. Was kann ich tun, dass es weg geht? Mache ich mein Knie kaputt?

Stefan Fröhlich: Das «Knacksen» an sich ist harmlos. Es gibt da verschiedene Theorien, wie dies entsteht. Diese zu erläutern, würde hier zu weit führen. Ich empfehle Ihnen, einmal «Kavitationsphänomen» zu googeln. Kaputt machen Sie Ihre Knie durch die Geräusche nicht. Allerdings ist die Tatsache, dass Sie auch Schmerzen haben, Grund genug, dass man es weiter abklären sollte. Wenn Ihre Knie in der Bildgebung völlig normal aussehen, handelt es sich um funktionelle, harmlose Geräusche.

Wie sieht die Rehabilitierung bei einem 10 Jährigen Kind aus nach VKB Op?? Kann die Physio Therapie im aufwendigen Tarif 7311 verrechnet werden, da es sich um ein Kind handelt??? Wie viel Physio sollte ein Kind haben?? Eigene Übungen sind schwer einzuhalten ohne tägliche Unterstützung der Eltern, was schlagen sie vor, damit die Jährliche Rehab erfolgreich ist??

Johannes Scherr: Für die Rehabilitation eines Kindes sollten Physiotherapeuten betraut werden, die sich speziell mit Kindern/Heranwachsenden auskennen, da es hier einige Besonderheiten zu beachten gibt. Hierbei wird auch ein Augenmerk darauf gelegt, dass die Inhalte spielerisch vermittelt werden, um somit die Compliance bzgl der Heimübungen zu erhöhen. Sollte dies nicht ausreichen, benötigt es noch die Unterstützung der Eltern. Bzgl. der Abrechnung ist für 7311 ein Alter der «Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres» möglich. Hiernach gibt es jedoch auch andere Kriterien, die auch nach dem 6. Lebensjahr zu einer aufwendigen Therapie qualifizieren würden. Diese sollten Sie mit den betreuenden Ärzten/Therapeuten besprechen. (bearbeitet)

Ich hatte eine Entzündung unter der rechten Kniescheibe. Bin nach 14tagen wieder zur arbeit gegangen. Jetzt zu meiner frage,kann es sein das der Oberschenkelmuskel sich zurück bildet? Ich hatte heute einen sehr starken Muskelkater. Besten dank für Ihre antwort.

Christoph Tschopp: Ja, der Muskel kann bei weniger Belastung an Kraft verlieren. Muskelkater wäre aber in Ihrem Beispiel nur vorstellbar, wenn Sie 2 Wochen praktisch gar nicht belastet haben?!

Guten Abend Ich hatte vor 4 Wochen mit 16 Jahre eine Meniskusoperation. Damit ich nicht zu viel Muskeln verliere, habe ich keine Schiene, darf aber das Knie nur 90grad biegen und keine Innen und Aussenrotationen. Nun knicke ich immer wieder seitlich ein und habe seid einer Woche starke schmerzen an der Aussenseite des Knies. Gibt es etwas dass ich neben der Physiotherapie machen kann um möglichst schmerzfrei zu sein und nicht mehr einzuknicken Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort.

Hans-Curd Frei: Stellen Sie sich bei Ihrem Operateur noch einmal vor, das Problem kann muskulär bedingt sein, muss aber nicht

Guten Abend Ich habe Arthrose an beiden Kniescheiben, das beim Durchstrecken der Knie starke Schmerzen verursacht. Vor allem bei Hochsteigen. (Knorpelschaden c.a 10×10 mm) Gibt es evtl.eine Behandlung / Verbesserungsmöglichkeit des Problems? Besten Dank

Stefan Fröhlich: Es gibt diverse Möglichkeiten: als erstes sollten die konservativen Massnahmen ausgeschöpft werden: physiotherapeutisches Stabilitäts-Training, evtl. eine Bandage, die die Kniescheibe stabilisiert, evtl. Spritzen. Falls dies nichts nützt, könnten chirurgische Massnahmen diskutiert werden. Hier gibt es einerseits «knorpelchirurgische» Operationen, andererseits auch den Ersatz des Kniescheiben-Gelenks.

Meine Knie knirschen abnormal stark, vorallem wenn diese noch „kalt“ sind wenn ich nicht schon ziemlich eingeturnt und aufgewärmt bin. Auch habe ich oft Schmerzen beim aufstehen bis ich etwas bewegt habe. Sind das alles Zeichen für eine Arthrose oder könnte dies auch etwas anderes sein ? Ich bin zudem ebenfalls unglaublich anfällig auf Kälte. Solange ich warme Beine habe, habe ich viel weniger oder gar keine Beschwerden. Mein Hausartzt scheint mich aber diesbezüglich leider nicht ernst zu nehmen und ist auf diese Schilderung noch nie eingegangen. Deshalb würde mich eine Antwort von Ihnen umso mehr freuen. Herzlichen Dank schon im voraus.

Stefan Fröhlich: Das könnten tatsächlich Anzeichen einer Arthrose sein. Ein einfaches Röntgenbild könnte Klarheit bringen.

Guten Abend Ich habe vorgestern beim Skifahren mein Knie verdreht nach dem Sturz und jetzt habe ich Schmerzen beim Knie links innwendig was kann das sein?

Hans-Curd Frei: Das kann ein Innenbandschaden, ein Meiscusschaden oder einfach nur eine Reizung nahe am Kniegelenk sein, wenn das weiter anhält, sollten Sie sich entsprechend untersuchen lassen

Gute Abig Seit 6 Monaten habe ich auf der Knieinnenseite einen Schmerz. Ich kann den Schmerz auslösen wenn ich im oberen Teil vom Oberschenkel draufdrücke (ev. Triggerpunk?). Kann es der Satoriusmuskel sein welcher mein Problem ist? Habe schon Blackroll,Muskeltraining für Oberschenkel/Leisten und sogar 1 Monat Pause gemacht mit Joggen/Sport. Sobald die Belastung kommt, kommt der Schmerz wieder? Danke und Grüsse

Johannes Scherr: Wie Sie es beschreiben, kann es sich hierbei um ein funktionelles Problem im Sinne eines Pes-anserinus-Syndrom handeln. Dies muss nicht unbedingt durch eine Überlastung des M. sartorius entstehen, da verschiedene Muskeln (M sartorius, M semitendinosus und M gracilis) hier ansetzen und somit durch Fehl-/Überbelastung mit wiederholter Reibung & Druck zu einer Reizung/Entzündung führen können. Somit sollte die Ursache für diese Überlastung (z.B. muskuläre Dysbalance mit Beinachsen-Instabilität) geklärt werden, um diese dann nachhaltig (durch entsprechende muskuläre Stabilisation) zu therapieren.

+++ Sehr geehrte Herren, ich habe keine Frage, aber ein von mir aus wertvoller Hinweis. Mein linkes Knie hat fortgeschrittene Arthrose und schmerzte oft. Vor etwas mehr als zwei Jahren machte ich eine Eigenbluttherapie bei einem Spezialisten für Orthopädie und Sportchirurgie in Glattbrugg. Seither habe ich das Knie wieder recht gut im Griff und vor allem kann ich so mehr oder weniger schmerzfrei eine OP für ein künstliches Gelenk um Jahre hinauszögern. Vielleicht ist dann wieder mal eine Auffrischung notwendig, aber die Eigenbluttherapie ist eine Kleinigkeit und echt wirksam. +++

Ich hatte im Frühling 2020 eine Meniskus-Operation. Doppelt gerissen und genäht. Arthrose und Knorbelschaden. Gibt's da noch Hoffnung? (W49)

Hans-Curd Frei: Ja natürlich. Ich hoffe, der Meniscus ist geheilt. Pflegen Sie Ihr Gelenk und machen Sie kniegesunde Sportarten

Liebes Pulsteam Ich hatte Anfang Februar 2021 einen Kreuzbandriss und Innenbandanriss, Kreuzband wurde sofort wieder angenäht. Heilung gut. 3 Physioserien, aber kein so tolles Training wie hier im Puls gezeigt. Nächste Woche will ich wieder Skifahren. Kann ich das sorgenfrei? Herzliche Grüsse

Christoph Tschopp: Um dies «sorgenfrei» mit JA beantworten zu können, müssten Sie zuerst einen Leistungstest als Standortbestimmung machen. Häufig sind Kraftdefitzite beim operierten Bein vorhanden, die im Alltag nicht gross auffallen, jedoch beim Ski fahren eine entscheidende – negative – Rolle spielen können.

Ich hatte beim Tennisspielen bei einer Drehung plötzlich einen starken Schmerz in der Kniekehle und konnte das Bein nicht mehr belasten. Eine Untersuchung führte zur Diagnose «möglicher kleiner Gelenkserguss, Geringgradige Femoropatellarthrose, kein Zeichen der Chondrocalcinose, keine frische ossäre traumatische Läsion. Die Empfehlung war einfach zu schonen, das sei normal in meinem Alter (62). Das ich Arthrose im Knie habe war mir bekannt, daher übertreibe ich es auch nicht. Muss ich nun aber beim Sport immer damit rechnen, dass so etwas passiert (Tennis, Golf)??

Stefan Fröhlich: Das hört sich so an, als ob nur ein Röntgenbild gemacht wurde, kein MRI. Mögliche Ursachen könnten aber auch eine Meniskusverletzung oder eine Muskelverletzung in der Kniekehle sein. Davon hängt ab, was man Ihnen empfehlen sollte. Präventiv kann in den meisten Fällen ein physiotherapeutisches Stabilitätstraining erfolgen, das reduziert die Wahrscheinlichkeit solcher schmerzhafter Episoden beim Sport.

Wie oft kann ein Knie arthroskopisch „ gereinigt“ werden? Und ab wann braucht es ein neues Knie?

Stefan Fröhlich: Da gibt es keine fixen Grenzen. So lange arthroskopische Eingriffe eine relevante Besserung bringen, können diese zum Einsatz kommen. Grundsätzlich gilt: je stärker eine Arthrose ausgeprägt ist, desto weniger nützt eine blosse Arthroskopie. Ein neues Knie ist nötig, wenn das Gelenk stark abgenützt ist und starke Schmerzen verursacht, die auf konservative Therapiemassnahmen nicht mehr ansprechen.

Guten Abend, ich hatte vor 26 Jahren einen Unfall, wo leider beim rechten Knie ein Kreuzband angerissen wurde und der Aussenmeniskus wurde zu einem grossen Teil entfernt. Nun meine Frage: Ich habe zunehmend Artrose Symptome und frage mich, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, einen künstlichen Meniskus «einzubauen». Was kann ich tun, um die Knie «Lebensdauer» zu verlängern und die Artrose zu stoppen. Ich bin heute 46 Jahre alt und möchte noch kein künstliches Gelenk.

Hans-Curd Frei: Das verstehe ich! Meiden Sie stopp-and-go sowie Kontaktsportarten, trainieren Sie Ihre Muskulatur regelmässig, betreiben Sie kniegesunde Sportarten wie Fahrradfahren und Schwimmen. Meniscustransplantationen bei bereits manifester Arthrose bringen leider nicht so viel, aber lassen Sie sich bei Ihrem jungen Alter von einem Orthopäden beraten

Guten Abend. Ich habe vor 17 Jahren mein Kreuzband gerissen. Ich trainiere und bewege mich viel, jedoch merke ich, dass die Seite mit dem Kreuzbandriss immer noch weniger belastet als die andere. Das geschieht alles unbewusst und im Alltag kann ich nicht dauernd da drauf achten. Hätten sie mir einen konkreten Tipp um dass etwas auszugleichen?

Christoph Tschopp: Ich würde Ihnen empfehlen, z.B. in der Sportmedizin, eine funktionelle Untersuchung Ihrer Beine durchzuführen und die Kraft im Seitenvergkeich messen zu lassen. Somit erhalten Sie Anhaltspunkte, woran Sie selber arbeiten können.

Guten Abend Ich habe von natur aus sehr «lugge» Bänder. Vor fast 20 Jahren hatte ich einen Skiunfall wo meine Knie betroffen waren. Seither gibt es immer wieder Momente wo meine Knie auseinanderfallen. So wie wenn ich das Gleichgewicht verliere. Es schmerzt dann ca. eine Woche. Was empfehlen Sie mir?

Hans-Curd Frei: Möglicherweise haben Sie einen alten Kreuzbandriss, ich würde das abklären lassen

Guten Abend Ich habe schon 3 mal das Kreuzband gerissen das letzte mal vor 2 Jahren Operiert mit einer Spender sehne. Das Problem das ich habe ist das es ab und zu beim Knie etwas wie aushänkt und bei strecken wieder einhänckt komisch zu beschreiben aber was könnte das sein?

Hans-Curd Frei: Das kann verschiedene Ursachen haben, das ist per Chat schwer zu sagen, ich rate Ihnen, das abklären zu lassen

Hallo, im April 2021 hatte ich einen Seitenbandriss. Ich wollte wissen, wo ich im Raum Rheinfelden eine adäquate Physiotherapie bekomme, damit ich wieder Ski fahren kann? Danke schön.

Stefan Fröhlich: Da gibt es sicherlich gute Optionen in Ihrer Region. Eine Möglichkeite wäre das «Altius Swiss Sportmed Center».

Schmerzen auf der Innenseite des rechten Knie. Insbesondere bei Belastung aber auch beim Gehen. Hausarzt meint fehlender Knorpel sei die Ursache. Dies erfordere Operation resp. Künstliches Knie. Ist das wirklich die einzige Möglichkeit?

Johannes Scherr: Diese Frage ist auf die Entfernung nicht so einfach beantwortbar ohne Kenntnisse der weiteren Untersuchungen. Die von Ihnen geschilderten Beschwerden können durchaus durch einen Knorpeldefekt verursacht sein. Neben diesen strukturellen Schäden gibt es jedoch noch andere Differentialdiagnosen (nicht nur strukturelle wie ein Knorpeldefekt sondern auch funktionelle wie z.B. ein Pes anserinus-Syndrom oder ein Schaden im Bereich des Meniskus oder Bandapparates. Somit sollte zuerst einmal versucht werden, die Ursache der Beschwerden möglichst eindeutig festzustellen und diese dann möglichst zielgerecht anzugehen (entweder mittels konservativer oder wenn dies nicht möglich ist mittels operativer Therapie).

Erfahrungen mit Akupunktur und TCM Phytotherapie für einen Kreuzbandriss/Meniskusriss/Innenbandriss ?

Hans-Curd Frei: Ich unterstütze solche Massnahmen in der Rehabilitation, heilen kann man das gerissene Band hingegen nicht

Guten Abend Ich bin 53 Jahre alt und habe seit vielen Jahren Arthrose im linken Knie. Ich habe oft in der Nacht Ruheschmerzen. Ich fahre sehr gerne Ski, was leider auch mit Schmerzen verbunden ist. Was ist die bessere Wahl für mich? Zuwarten solange es geht, oder eine OP in Betracht ziehen

Stefan Fröhlich: Grundsätzlich ist es sinnvoll zu warten, so lange es geht. Häufig werden nicht alle konservativen Massnahmen ausgeschöpft. Wenn Sie stark leiden und die konservativen Therapien nicht mehr wirken, sollte man eine OP in Betracht ziehen, auch schon mit 53.

Ich habe vor 5 Jahren meine Sprunggelenk rechts gebrochen (WEBER B/C). Der Bruch wurde konservativ behandelt. Nun habe ich immer noch einige Probleme in der Beweglichkeit und der Stabilität. Es geht eigentlich und ich kann alle Tätigkeiten machen. Plötzlich bekam ich eine Baker-Zyste. Das MRI ergab anschliessend nichts, ausser, dass eben diese Baker-Zyste da ist. Man hat die Zyste weggesaugt. 1 Jahr war jetzt wieder Ruhe und jetzt hab ich wieder eine Zyste. Was soll ich tun?

Hans-Curd Frei: Die Zyste hat nicht zwingend etwas mit der Sprunggelenksverletzung zu tun, die Ursache liegt möglicherweise im Knie. Wenn Sie sonst keine Beschwerden haben, muss man die Zyste nicht behandeln oder operieren

Guten Abend Ich habe im Mai 19 das kreuzband gerissen und operrieert. Beim unihockey bzw. Allgemein Hallensport ist es super. Wenn ich jedoch einen Tag skifahre, jogge im freien habe ich jeweils schmerzen und habe das gefühl es blokiert. Welche übungen können da helfen?

Hans-Curd Frei: Die Blockade sollten Sie möglicherweise abklären lassen, das kann eine Knorpelabnutzung oder auch ein Meniscusschaden sein. Dann kann man Ihnen bei bekannter Ursache auch zu den angepassten Massnahmen raten

Auf was muss ich achten, wenn ich nach meinem Skiunfall im Februar 2021 eine konservative Behandlung gewählt habe?

Johannes Scherr: Hierbei hängt es zuallererst ab, welche Strukturen Sie im Rahmen des Skiunfalls verletzt haben. Wenn ärztlicherseits sowohl ein konservatives als auch operatives Vorgehen möglich waren und dies sorgfältig gegeneinander abgewogen wurde, sollte im Rahmen des konservativen Therapie-Regimes auf eine optimale Physiotherapie geachtet werden. Hierdurch sollten Fehlbelastungen des bereits in der Stabilität eingeschränkten Knies vermieden werden. Sollte es dann im weiteren Verlauf doch zu einer Belastungsreaktion des Knies (z.B. einem Anschwellen oder Überwärmung) kommen, sollte der behandelnde Arzt nochmals aufgesucht und das weitere Vorgehen abgestimmt werden

Bei mir wurde letzte Woche eine komplexe Läsion des Innenminiskus daignostiziert. Eine Artroskophie ist notwendig. Darf ich bis zur Op Sport machen? Ich rudere weiterhin täglich 30 min am Rudergerät. Wie steht es mit Skifahren?

Christoph Tschopp: Natürlich ist Sport machen erlaubt. Jedoch sollten Sie die Sportarten genau anschauen. Je nachdem ist die Belastung fürs Knie mehr oder weniger. Rudern am Gerät dürfte keine Probleme darstellen. Auch Krafttraining oder Ähnliches ist gut machbar. Ski fahren, wo Scherkräfte und sehr hohe Belastungen aufs Knie einwirken, würde ich jedoch meiden. Dies gilt für alle Stop and Go Sportarten und Sportarten mit hohen, reaktiven Belastungen. Verboten ist nichts, aber Sie riskieren eine noch grössere Knieverletzung.

Ich hatte im Mai 2021 meine Quadrizepssehne rechts gerissen. OP und Reha verlief gut. Golfen geht gut, aber bin jetzt gerade erstaunt wie lange es bei Kreuzbandriss geht bis man wieder Skifahren kann. Wie lange sollte man Physio machen bevor man wieder auf Skis kann nach Quadrizepssehnenruptur?

Hans-Curd Frei: Das Kreuzband hat eine etwas längere Heilungszeit als die Quadricepssehne, das liegt an der Durchblutung. Ich rate aber auch in Ihren Fall zu einer seriösen Rehabilitation und Wiederaufbau der Muskulatur, auch die Quadricepssehne kann wieder reissen

Ich habe 2016 mein Kreuzband gerissen, habe es bis jetzt nicht Operiert und bin nach 8 monaten auch wider Ski gefahren. Wäre es trotzdem noch Sinnvoll es zu operieren? Bin 38 Jahre alt.

Hans-Curd Frei: Wenn Sie sportfähig sind, sich sicher fühlen und keine Instabilität Erleben: Nein, Sie brauchen nach sechs Jahren keine Operation

Bei Knie Arthrose mit 58 Jahren was ist sinnvoller eine Op für ein Kunstgelenk bald zu machen oder solange wie möglich hinaus zu zögern.

Stefan Fröhlich: So lange die Schmerzen einigermassen im Griff sind und Ihre Lebensqualität nicht stark eingeschränkt ist, ist es immer sinnvoll, mit der OP noch zu warten und erst alle konservativen Massnahmen auszuschöpfen. Wenn diese nicht mehr wirken und Sie stark leiden, ist eine baldige OP sinnvoll.

Guten Abend ich bin 35 Jahre und stand das letzte mal 2002 auf Ski. Nächste Woche gehe ich zum ersten mal in den Skiurlaub. Wäre es ratsam Übungen zu machen diese Woche zu Stärkung oder ist es zu spät oder nicht nötig? Freundliche Grüsse

Hans-Curd Frei: Nötig wäre es unbedingt, für ein Training ist es aber zu spät: Wärmen Sie sich gut auf und fahren Sie den Verhältnissen und Ihren Fähigkeiten angepasst

Geehrte Herren Ich 27j. habe mir meine Innenbänder mehrmals beim Fussball angerissen. Nun ist es so dass wenn ich das rechte Knie hebe ist unten der Fuss mindestends 30 Grad gedreht. Beim linken Bein habe ich das nicht.

Hans-Curd Frei: Ihre Frage nach der Ursache kann man per Chat nicht beantworten, ich würde das abklären lassen

Ich habe im Linken Knie manchmal bei kurzer, intensiver Belastung (bspw. Tennis) ein starkes Stechen. Danach bin ich einige Tage / Wochen mit schmerzen.

Hans-Curd Frei: Das kann degenerativ bedingt sein, die Frage nach der Ursache lässt sich aber per Chat nicht schlüssig beantworten

Seit der Corona-Pandemie habe ich das Krafttraining (an Maschinen) im Fitnessstudio unterbrochen. Seither leide ich deutlich weniger an Knieschmerzen als früher. Wie kann ich das Krafttraining bei einer Wiederaufnahme so modifizieren, dass auch die Knieschmerzen nicht von Neuem auftreten? Besten Dank und freundliche Grüsse

Hans-Curd Frei: Ich rate Ihnen, sich durch einen Physiotherapeuten instruieren zu lassen

Ich habe eine leichte Arthrose in beiden Knien. Durch einen Sturz oder durch hohe Belastung entwickelt sich eine schmerzhafte Entzündung, welche durch Cortisonspritzen zum Verschwinden gebracht wird. Welche andere Möglichkeiten gibt es? Entzündungshemmende Medikamente (Ibuprofen, Diclofenac) vertrage ich nicht.

Stefan Fröhlich: Wenn es nur eine leichte Arthrose ist, gibt es sicherlich noch Alternativen zur Kortisonspritze. Primär würde ich ein aktives physiotherapeutisches Training empfehlen. Auch andere Spritzen als Kortison könnten eine Option sein, beispielsweise PRP ("Eigenblutspritze").

Mein (Jahrgang 1956) rechtes Knie schmerzt seit letztem Sommer. Anfangs leicht, jetzt immer stärker. Ich habe beim Aufstehen nach dem Sitzen ein unsicheres Gefühl im Knie. Manchmal schnappt das Knie beim Gehen nach vorne... Im Moment bin ich in einer Physiotherapie (seit 5 Wochen) und stärke mit Übungen meine Oberschenkelmuskeln. Ich gehe auch auf Wanderungen (bis 2 Std.). Die Schmerzen (Perskindol Wallwurz und Voltaren Dolo helfen kurtfristig) verschlimmern sich leider je mehr ich das Knie belaste und fordere. Was raten Sie mir? Ein MRT ergab u.a. – Horizontaler Riss im medialen Meniskushinterhorn und aisgefranste Corpusspitze. Geringe Knorpelverschmälerung (Grad 2 nach ICRS) – Komplexer Riss im lateralen Meniskushinterhorn und in der hinteren Wurzel mit daran angrenzenden nach medial umgeschlagen, kleinen Lappenriss. – Knorpelverschmälerung im lateralen femorotibialen Kompartiment (Grad 3) – Femoropatellare Chondropathie (mind. Grad 3 retropatellar, Grad 2 in der medialen Trochlea. – Weitere Nebenbefunde

Stefan Fröhlich: Die aktiven Physiotherapie-Übungen sind schon mal ein sehr guter Ansatz! Dazu ist es wichtig, zu ermitteln, welche dieser vielen MRI-Befunde tatsächlich für Ihre Beschwerden verantwortlich sind. Dafür ist eine gründliche klinische Untersuchung notwendig. Denn vielleicht sind viele dieser Veränderungen nur Nebenbefunde mit wenig Relevanz. Je nach Ergebnis könnte auch eine Infiltration des Knies eine Option sein, oder auch ein Meniskuseingriff.

Guten Abend aus der Auslandsschweiz in Hannover Beim mir wurde ein Patellafemorales Schmerzsyndrom festgestellt. Ich konnte kaum noch gehen und bekam deshalb eine Kortisonspritze, worauf es mir wieder besser ging. Dennoch möchte ich auf das regelmässige Joggen nicht verzichten. Soll ich mich beim Joggn nun schmerzorientiert verhalten oder raten Sie mir etwas anderes? Liebe Grüsse und vielen Dank!

Christoph Tschopp: Guten Abend. Ein schmerzorientiertes Jogging-Verhalten ist sicher zielführend. Sie können die Anzahl Läufe pro Woche, die Länge und das Gelände variieren. Gezieltes Krafttraining der Beine mit vorgängiger Laufanalyse wären noch weitere Möglichkeiten.

Hallo Ich bin 36 Jahre alt und wurde vor 5 Jahren am linken Knie, nach Kreuzband-Innenband-und Miniskusriss operiert (mit Lygamis). Die Schraube hab ich mir später auch noch entfernen lassen. Seither gelingt mir aber der Muskelaufbau im betreffendem Oberschenkel nicht mehr. Ich habe Mühe den Muskel zu aktivieren. Besonders wenn ich mich nicht darauf achte im Alltag, ist er kaum aktiv. Dies führte bis heute zu diversen anderen Folgeschäden durch Fehlhaltungen (z.B Sehnenentzündungen, Bandscheibenvorfall) Auch durch Sport, Physio und Muskelaufbautraining hab ich nicht wirklich Erfolg darin, den Muskel aufzubauen. Ich habe daher bei grosser Belastung (wie Skifahren) immer wieder Schmerzen im Knie, da der Oberschenkelmuskel einfach zu wenig aufgebaut ist (Einschätzung div. Ärzte). Ist dies ein bekanntes Problem? Also, dass man den Oberschenkelmuskel nach so einer OP nicht gut aktivieren kann? Gibt es da irgendeine Behandlungsform die mir da helfen könnte? Danke für Ihre Einschätzung.

Hans-Curd Frei: Ja, leider sehen wir ab und zu Verläufe mit schlechter Reaktivierung und Rehabilitation der Muskulatur, die Ursache hierfür beleibt oftmals unklar, dennoch sollte man in erster Linie abklären, ob Ihr Knie in Ordnung ist

Vor mehr als 15 Jahren erlitt ich einen Kreuzbandriss, betreibe aber seither (unoperiert) immer noch regelmässig Sport. Vor allem nach dem wöchentlichen Fussball verspüre ich jeweils leichte Schmerzen im Knie und dieses schwillt auch manchmal leicht an. Empfehlen sie mir künftig auf Kontaktsportarten zu verzichten, um die Risiken von Spätfolgen (i.e. Arthrose o. Ä.) zu minimieren? Vielen Dank für ihre Antwort!

Hans-Curd Frei: Ja, ich empfehle Ihnen auf Sportarten zu wechseln, die gesund für Ihr Gelenk sind, Ball- und Kontaktsportarten sind es leider nicht – zyklische Belastungen wie Schwimmen oder Fahrradfahren hingegen schon

Im Mai 2019 wurde mein Knie nach einem Sportunfall opperiert. (Innen-, Kreuzband und Meniskus) Bis vor wenigen Wochen hatte ich gar keine Beschwerden oder Einschränkungen. Seit ich nun ich wieder deutlich mehr trainiere schwillt das Knie immer wieder deutlich an. Zudem bin ich beim Beugen sowie beim Strecken eingeschränkt. In der Stabilität fühle ich mich nicht schlecht. Woran könnten die Symptome liegen? Was kann ich dagegen tun? Sollte ich doch wieder einen Arzt aufsuchen? Danke für sie Antworten.

Stefan Fröhlich: Ich empfehle eine erneute MRI-Untersuchung. Eine mögliche Ursache könnte eine sogenannte «Zyklopsläsion» sein, eine Bindegewebs-Wucherung im Knie. Auch eine immer noch vorhandene Meniskusverletzung könnte eine Ursache sein.

Was genau ist eine Kniearthrose und was für Behandlungsarten gibt es mri kenne ich bereits und was könnte dannach auf mich zu kommen?

Hans-Curd Frei: Eine Arthrose ist eine Entzündung des Knochens unter der Gelenkfläche, aufgrund der Tatsache, dass kein Knorpel mehr vorhanden ist. Man kann das konservativ behandeln (entzündungshemmende Schmerzmittel, Injektionen ins Gelenk, um die Entzündung zu hemmen) oder operativ mittels Knieprothese

Guten Abend Ich bin 27, eher sportlich, ernähre mich gesund, NR, keine bekannten Krankheiten, habe aber seit längerem Probleme mit meinen Knien. Bergaufwärts wandern geht problemlos, auch längere Distanzen mit grossem Höhenunterschied. Sobald es aber nidsi geht, fangen die Schmerzen an, da reichen schon mal 200-300hm (wenn ich die Stöcke vergesse) und ich kann die nächsten Tage nur unter Schmerzen Treppe gehen. Normalerweise habe ich aber prophylaktisch Stöcke dabei. Auch wenn ich mal joggen gehe, schmerzt das Knie nach 1, 2 km. Ich besuchte schon eine Physiotherapie vor Jahren, aber die hat auch nur kurzfristig geholfen; damals erhielt ich die Diagnose eines verkürzten Bandes oder Muskel am Oberschenkel (wurde «in der Röhre» festgestellt) Muss ich nun bis ans Ende meines Lebens mit den Schmerzen zurechtkommen oder gibt es Therapiemöglichkeiten? Sind Knieprobleme in meinem Alter normal?

Christoph Tschopp: Guten Abend! Eine gezielte Abklärung, z.B. in der Sportmedizin wäre sinnvoll. So kann man nach funktionellen Ursachen suchen und diese mittels geeigneten Übungen gezielt angehen. Die Schmerzen treten nicht grundlos auf.

Guten Abend Woher kommen die Schmerzen an der Aussenseite der Kniegelenke (vermutlich Bänder) beim Abwärtswandern? Bei mir jeweils nach 300 Höhenmetern und dann rasch zunehmend. Musste schon rückwärts (!) hinablaufen, um das auszuhalten. Danke für Ihre Hinweise.

Johannes Scherr: Wie weiter oben im Chat schon beschrieben, handelt es sich hierbei wahrscheinlich um ein Läuferknie, auch Tractus iliotibialis-Syndrom, iliotibiales Bandsyndrom (ITBS) oder runner’s knee genannt. Hierbei kommt es zu einer Instabilität der Beinachse und durch eine übermässige Belastung des Tractus zu einer lokalen Reizung mit hieraus resultierenden Schmerzen. Häufig kann hierbei durch eine Verbesserung der muskulären Dysbalancen eine Linderung der Beschwerden unter Belastung erreicht werden.

Ich habe am 1. März 2021 das rechte Fussgelenk gebrochen (Operation, Physio, etc.). Seither habe ich Mühe, wegen den Knien eine Treppe auf und ab zu gehen. Auch beim Skifahren bin ich «behindert». Ich habe das Gefühl, etwas könnte eingeklemmt werden im Knie. Manchmal gibt es auch einen kurzen Schmerz, der mit etwas Bewegung wieder weg geht. Seit ein paar Monaten sind auch noch geringe Schmerzen in den Hüftgelenken dazu gekommen. Mein Hausarzt hat vor ein paar Jahren das rechte Knie geröntgt und eine Abnutzung v.a. der Kniescheibe diagnostiziert. Ich bike und wandere im Sommerhalbjahr, fahre Ski im Winter und habe ein Fitness-Abo (2-3 Besuche/Wo). Kann ich mit Kraftübungen (noch) etwas ausrichten/verbessern? Wäre eine genaue Abklärung besser? Kann ich mit einem falschen Training die Sache noch verschlechtern? Kann Velofahren (biken) die Abnützung der Kniescheibe «begünstigen»? Ich nehme Nahrungsergänzungsmittel zu mir (Vit D, Glokosamin, Chondroitin, Magnesium etc.). Kann das auch zu viel des «Guten» sein (--> Entzündungen)?

Christoph Tschopp: Mit Kraftübungen können Sie definitiv etwas verbessern. Eine gezielte Abklärung (wir im Balgrist bieten spezifische Testbatterien an, um das Leistungsniveau der Knie einschätzen und vergleichen zu können) macht durchaus Sinn. Velofahren ist fürs Knie gut. Downhill hingegen recht belastend. Was an Nahrungsergänzungsmittel nicht gebraucht wird, sollte meines Wissens vom Körper wieder ausgeschieden werden. Ein/e Ernährungsberater:in kann Ihnen da bestimmt noch genauer Auskunft geben.

Allgemein wird zur «Entlastung» der Knie ein Aufbau der umliegenden Muskeln empfohlen. Laut dem renommierten ETH-Muskelwissenschaftler M.Toigo ist dies eine Fehlannahme. Seine Begründung: eine höhere Kraftfähigkeit führt zwangsläufig auch zu höheren Krafteinwirkungen auf die Gelenke. Warum hat er Ihrer Ansicht nach recht oder aber unrecht? Vielen Dank und einen schönen Abend.

Johannes Scherr: Diese Frage kann man nicht mit «schwarz» oder «weiss» beantworten. Es ist korrekt, dass eine grössere Kraft zu einem höheren lokalen Druck führt. Dieser lokale Druck ist jedoch meist nicht verantwortlich für Beschwerden. Diese sind meist durch Fehl-/Überlastungen hervorgerufen. Diese beruhen meist auf muskulären Dysbalancen, d.h. einem Ungleichgewicht zwischen sich gegenseitig stabilisierenden Muskeln (sogenannter Agonist und Antagonist eines Gelenks) und weniger auf absoluten Kräften. Somit kann auch mit geringeren absoluten Kraftwerten ein beschwerdefreier Befund vorliegen, wenn diese Kräfte im Gleichgewicht sind. Es sollten jedoch auch die Muskeln eine entsprechende (symmetrische) Kraft aufweisen, so dass diese das Gelenk in der Funktion optimal stabilisiert.

Hatte am 9.2.2021 einen Skiunfall – Verletzung: Unhappy Driad und Haarriss am Schienbein – sehr grosse Blockade vom Knie, konnte nicht mehr beugen und zum Teil starke Schmerzen. Habe die konservative Behandlung gewählt – eine Operation, wäre dann noch schnell gemacht, hat man mir gesagt. Habe noch wenig Wasser im Knie. Nun möchte ich im Februar 2022 in den Skiferien wieder skifahren. Was sollte ich beachten? Danke für die Antwort.

Hans-Curd Frei: Ist Ihr nie denn wieder stabil? Wenn nein, oder Restbeschwerden da sind, rate ich Ihnen vom Skifahren ab. Vielleicht sollten Sie sich vor dieser Belastung noch einmal untersuchen lassen, es hört sich doch nach einem ausgedehnten Schaden an

Im normalen Alltag habe ich keine Schmerzen in den Knien. Seit eins zwei Jahren merke ich jedoch, dass ich im Kraftsport kürzer treten muss da mir nach einer intensiven Session die Knie wehtun. Soweit kein Problem, ich kann damit gut umgehen. Wenn ich nun aber auch schon nur für kurze Zeit ein Bein über das andere lege, so dass das eine Knie etwas absteht (Eine seitliche Belastung auf das Knie also), verspüre ich auch bei noch so kleinem Volumen und Gewicht Schmerzen im Knie. Was kann die Ursache sein, dass ein Knie bei seitlicher Belastung sehr schmerzempfindlich wird? Die Schmerzen sind dann nicht im Knie drin sondern auf beiden Seiten. Wenn ich mich darauf achte die Knie nicht seitlich durch das Sitzen zu belasten, sind die Schmerzen etwas kleiner. Vielen Dank für eine Auskunft und mögliche Ursachen.

Hans-Curd Frei: Das ist so schwierig zu sagen, man müsste das Knie untersuchen, es gibt Strukturen seitlich am Gelenk, die mühsame Beschwerden machen können. Ich rate Ihnen, sich untersuchen zu lassen

Geschätzte Experten Ich habe vor 15 Jahren mein vorderes Kreuzband am linken Knie gerissen. Ich treibe sehr viel Sport (Mountainbike-Wettkämpfe, Bouldern, Treppenläufe,...) und habe nur selten Probleme mit dem Knie. Überraschenderweise habe ich am anderen Knie einen Knorpelschaden, obwohl gewisse Studien ja sagen das ein nicht operiertes Kreuzband längerfristig zu solch einem führen kann. Wie seht ihr das? Ist es zudem absehbar, dass ich im höheren Alter (bin 38) und bei weniger intensivem Training (Muskeln gleichen das fehlende Kreuzband aus) ein grosses Problem bekommen werde? Beste Grüsse und eine schöne Woche

Stefan Fröhlich: Man weiss, dass nach Kreuzbandrissen im betroffenen Knie häufiger Arthrose/Knorpelschäden entstehen. Dies trifft aber nicht auf jeden Patienten gleichermassen zu. Die Kreuzband-Operation kann dies auch nicht wirklich verhindern. Wenn sich in 15 Jahren nach Kreuzbandriss noch keine relevanten Knorpelschäden entwickelt haben (sogar weniger als im anderen Knie), gehören Sie wohl zu den Glücklichen, deren Risiko nicht relevant erhöht ist. Das wird sich auch nicht plötzlich im hohen Alter ändern, wenn Sie nicht mehr so viel trainieren.

Ich habe mein Knie 2009 operiert, damals war ich 47 Jahre alt: gerissener Miniskus – 2 cm. Seitdem macht mir mein Knie Mühe. Anfangs bin ich von Arzt zu Arzt gepilgert – niemand wollte mir helfen. Ich konnte teilweise kaum auf dem Knies stehen. Alle sagten an dem Knie müsse man nichts machen, ich sei zu jung, um da etwas zu machen. Niemand konnte mir überhaupt sagen, was das Problem war. Was ich heute, 13 Jahre später, weiss, mein Miniskus ist seitdem instabil und wenn er direkt auf der Arthrose steht, dann fühlt sich das nicht gut an. Ist heute der Zeitpunkt nochmals ärztliche Hilfe einzuholen, oder werde ich wieder abgewiesen werden? Ich bin einfach froh, wenn ich gut laufen kann, Sport liegt nicht wirklich drin. – So bescheiden bin ich geworden.

Hans-Curd Frei: Die Naht der Meinigen bringt leider nicht immer Heilung, es ist ein sehr schlecht durchblutetes Gewebe. Ich hoffe schon, dass Sie einen Arzt finden, der sich Ihr Knie noch einmal richtig anschaut!

Welche Faktoren beeinflussen die Widerstandsfähigkeit von Kreuzbändern? Kann deren Belastbarkeit (bspw. mittels MRI oder sonstwie) diagnostiziert werden?

Hans-Curd Frei: Die Widerstandsfähigkeit Ihrer Kreuzbänder können Sie leider nicht beeinflussen, Sie können bloss das Risiko meiden. Ein MRI hilft da nicht weiter

Welche Empfehlungen es für das Joggen gibt, damit die Knie dadurch nicht beschädigt werden? Nach dem 1 Std.-Joggen während mehrerer Monate habe ich die Knie-Schmerzen bekommen. Seitdem, 5Jahre her, habe ich sie immer wieder, wenn ich beginne zu joggen. Können sich die Knie einmal erholen oder muss ich mit dem Joggen vollständig aufhören?

Stefan Fröhlich: Das kommt darauf an, ob Ihre Knie strukturelle Schäden aufweisen. Falls nicht, könnte die Optimierung der Lauftechnik die Beschwerden beseitigen. Falls doch, kann es tatsächlich sein, dass man Ihnen von dieser Sportart auf Dauer eher abraten sollte. Eine genaue Abklärung wäre also sinnvoll.

Grüätzi, Der Meniskuss links ist ab mitte ausgefranzt. Empfehlen Sie eher früher oder eher später eine OP und wenn eine OP, welche wäre am besten geeignet?

Hans-Curd Frei: Wenn er nur ausgefranst ist, muss man ihn nicht operieren, die Beschwerden gehen dadurch nicht eher weg, als wenn Sie das Gelenk rehabilitieren (zB Physiotherapie)

Als ich am letzten Donnerstag die Türe meines Coiffeurs schloss und in meiner Tasche nach dem Schlüssel griff – ruhig stehend – ging ein Stich durch mein linkes Knie und ich konnte mich kaum halten. Mit winzig kleinen Schritten kam ich zu meinem Auto. Konnte das linke Bein quasi nicht belasten. Seither gehe ich an einem Stock. Das Knie ist nicht geschwollen, nicht rot, d.h. nicht entzündet und schmerzt während der Nacht nicht. Auch beim Sitzen oder Autofahren schmerzt es nicht. Wenn ich aufstehe, kann ich jedoch kaum gehen. Ich habe mich gefragt, ob es so etwas Ähnliches wie ein «Knie-Infarkt» gibt ... Darum, weil ich stehend – also ohne mich zu bewegen – so einen «Einschuss» hatte. Habe an beiden Knien Arthrose, jedoch am rechten viel stärker. Bin 67 Jahre alt. Sonst weitgehend gesund.

Hans-Curd Frei: Nein, einen Knieinfarkt gibt es nicht, es ist gut durchblutet. Diese Schmerzen können durch die Arthrose bedingt sein, wenn das so einschränkend ist, würde ich Ihnen raten, sich vorzustellen

Grüezi mitenand und besten Dank für die tolle Möglichkeit! Ich mache seit ca. anderthalb Jahren wöchentlich Tai Ji Übungen, hauptsächlich wiederholende Bewegungen aus den fünf Lösungsübungen. Vor zweieinhalb Wochen habe ich offensichtlich etwas falsch gemacht und seither schmerzen meine beide Knie. Es hat zwar abgenommen, doch bleibt es hartnäckig präsent. Denken Sie eine gründliche Abklärung wäre wichtig? Ich bin in etwa sportlich und gehe regelmässig joggen. (Nach dem Vorfall habe ich eine Woche pausiert und danach ging ich zwei Mal joggen, was sich gut anfühlte) Wäre es möglich in einer so kurzen Zeit (wiederholende Übungen eine Stunde lang) etwas im Gelenk 'kaputt zu machen'?

Stefan Fröhlich: Dass sie wirklich etwas «kaputt gemacht» haben, ist eher unwahrscheinlich – vor allem, wenn die Beschwerden beidseits vorhanden sind. Aber Knieschmerzen sollten abgeklärt werden. Nur so kann eine gute Empfehlung abgegeben werden, wie Sie die Beschwerden wieder loswerden.

Guten Tag Ich bin 23 Jahre alt und habe eine Frage zu meinem Knie. Mein linkes Knie entzündet sich nach 2 Operationen am Meniskus (genäht) relativ schnell unterhalb der Kniescheibe. Dabei muss beachtet werden, dass ich wöchentlich mindestens 3-mal Sport treibe (Fitness, boxen). Wie kann ich das Risiko einer Entzündung minimieren? Reicht es, wenn ich täglich dehne und auf meine Ernährung achte? Ich habe nämlich festgestellt, dass diese Entzündungen meistens wegen muskulären Problemen verursacht werden.

Hans-Curd Frei: Nach der Zeit sollte Ihr Kniescheibenband eigentlich auch rehabilitiert sein, ich rate Ihnen, das mal abklären zu lassen

Wie stark spielt das Gewicht eine Rolle bei Knieproblemen? Nützt eine gute Beinmuskulatur zur Entlastung des Knies? Wenn ja, welche Muskeln sind besonders beteiligt?

Hans-Curd Frei: Eine Gute Muskulatur (Berger und Strecker) hilft Ihnen im Alltag und beim Sport. Das Gewicht auf eine vernünftiges Mass zu reduzieren, nützt den Gelenken der Beine und auch Ihrem restlichen Organismus!

Guten Abend. Im Oktober 2019 hatte ich beim Fussball einen üblen Knieunfall. Die Bizepssehne, das Kreuz- und das Aussenband waren gerissen und mussten anschliessend in zwei Operationen wieder zusammengenäht werden. Mittlerweile kann ich glücklicherweise wieder alle Sportarten machen. Mir ist aufgefallen, dass wenn ich länger als zwei Wochen kein Sport mache und danach das Knie wieder intensiver belaste, habe ich wieder grössere Probleme und schmerzen. Am besten geht es dem Knie wenn ich jede Woche 2-3 mal Sport mache (Fussball). Es scheint als bliebe das Knie so gut in Form. Sollte ich somit möglichst viel Sport machen um das Knie fit zu halten oder trügt der Schein und es ist eher der Fall, dass ich das Knie zu fest beanspruche und sich das jedoch jeweils erst nach 1-2 Wochen Pause bemerkbar macht?

Hans-Curd Frei: Das erzählen uns viele Patienten: 2 Wochen Pause schaden. Vermutlich braucht ein so schwer verletztes Knie seine regelmässige Pflege: Keine Belastung schadet einem Gelenk

Guten Tag Ich bin regelmässig zu Fuss unterwegs und macht mindestens 2x pro Woche ein Laufträning von rund 10 Kilometern Distanz. Ich bin 40 Jahre jung. Meine beiden Knie hören sich auf einer Treppe wirklich sehr «knirschig» an. Machen Kniegeräusche was, oder sind diese auf irgend eine Art aussagekräftig?

Stefan Fröhlich: Die Geräusche sind nicht wirklich aussagekräftig. Wenn Sie ansonsten komplett beschwerdefrei sind, müssen Sie nichts unternehmen. Eine beginnende Abnützung des Knies kann sich zwar mit solchen Geräuschen bemerkbar machen, aber auch völlig gesunde Knie können solche Geräusche machen.

Ich bin 59 Jahre alt und brauche eine Vollprothese im rechten Knie (Mit 16 Meniskus operiert und mit 40 Kreuzband gerissen, nicht operiert). Spezialist empfahl mir Prothese erstellt mittels 3-D-Drucker, genau angepasst auf mein Knie. Auf meine Frage, weshalb dann überhaupt noch Standardprothesen zum Einsatz kommen, antwortete er, die Grundversicherung zahle nur diese... Ein angehender Orthopäde rät mir davon ab und zu herkömmlichem Produkt. Argument seinerseits, da mein Knie ja beschädigt sei, bringe eine darauf angepasste Prothese nichts.....vielmehr müsse man möglichst mein ursprüngliches Kniegelenk wieder herstellen, dazu habe man mit Standardprothesen die grössere Auswahl Wie komme ich zum richtigen Entscheid?

Stefan Fröhlich: Ich empfehle eine zusätzliche (Dritt-)Meinung an einem spezialisierten Zentrum. Grundsätzlich kommt es aber wahrscheinlich gar nicht so darauf an, welches Prothesen-Design zum Einsatz kommt. Denn die genau angepassten Prothesen konnten ihre eventuell vorhandene Überlegenheit bis jetzt noch nicht eindeutig beweisen. Viel besser als herkömmliche Prothesen scheinen sie also nicht zu sein.

Seit mehreren Tagen denke ich unter dem sogenannten Läuferknie zu leiden. (Ich habe keine ärztliche Diagnose) Die Schmerzen im Aussenknie sowie deren Entstehung und entsprechende Dehnübungen sind sehr gut beschrieben und ich habe begonnen diese auszuführen. Allerdings schmerzt mein Knie nach immer weniger Kilometer unerträglich. Meine Frage ist: Muss ich für eine gewisse Zeit ganz auf das Joggen verzichten? Ich bin 64 Jahre alt und gehe regelmässig 3 mal die Woche laufen und komme auf 50 bis 60 Km pro Woche. Vielen Dank für ihre Bemühungen und Ihren ärztlichen Rat.

Johannes Scherr: So wie Sie es beschreiben, kann es sich hierbei tatsächlich um ein sogenanntes Läuferknie handeln. Dies wird auch als iliotibiale Bandsyndrom (ITBS) oder Tractus iliotibialis-Syndrom bezeichnet. Hierbei kommt es zu einer Reizung über einen knöchernen Vorsprung im Bereich des Oberschenkelknochens, über den der Tractus zieht. Dies kann zum einen durch eine hohe Belastung begünstigt werden. Ursächlich hierfür ist jedoch meist ein Problem mit der Beinachsenstabilität, so dass es zu dieser Reizung überhaupt kommen kann. Häufig ist es so, dass man durch eine Verbesserung der Beinachsenstabilität auch eine Besserung des Läuferknies erreichen kann. Hierbei sollte jedoch nicht nur auf die Stabilität der Beinachse, sondern auch auf die Stabilität der Füsse sowie deren Zusammenspiel mit den Beinen geschaut werden.

Hatte vor Jahren eine Knie Biopsie mit Knorpel Entfernung. Seit dem macht es immer mehr Schmerzen Was kann ich noch tun Danke

Christoph Tschopp: Wenn die alternativen Behandlungsmöglichkeiten wie z.B. Krafttraining bereits ausgeschöpft sind, gibt es aus ärztlicher Sicht weitere Interventionsmöglichkeiten. Eine Zweitmeinung bei einem Orthopäden oder Sportmediziner ist zu empfehlen.

Als Folge des langjährigen Fussball spielen (hab die Schuhe nun doch an den Nagel gehängt), machen meine Knie in anderen Sportarten immer wieder ein bisschen Probleme. D.h. ich fühle einen leicht stechenden Schmerz z.B. beim Snowboarden und Mountainbiken, kann nur bis zu einem gewissen Punkt belasten. Dies vor allem bei langsamen Bewegungen. Beim schnellen ausführen geht's einigermassen. Bisher konnte mir niemand genau sagen woran es liegt. Meine Frage somit, wie untersucht man solche Probleme am besten? MRI oder ähnliches? Besten Dank

Hans-Curd Frei: Zuerst untersuchen wir ein Gelenk klinisch und grenzen in der Anamnese die Probleme ein, dann kann man den weiteren Untersuchungsgang planen, möglicherweise wird ein MRI nötig

Guten Tag Ich bin 50 Jahre alt, männlich und fahre vor allem im Sommer regelmässig Rad. Sobald die kältere Jahreszeit Einzug hält bewege ich mich weniger und plötzlich schmerzt mein rechtes Knie (mein rechtes Bein ist aufgrund einer Beinlängendifferenz ca. 15mm kürzer, die Differenz wird mit Schuheinlagen etwas korrigiert, ca. 8mm). Das geschieht nun schon der dritte Winter hintereinander. Vom Gefühl her ist es ein entzündeter Schleimbeutel (wenn ich das Knie stark anwinkle «brennt» und zieht es unterhalb der Kniescheibe auf der Aussenseite) und erst mit der wärmeren Jahreszeit und viel Pflege der schmerzhaften Zone mit massieren und Sportbalsam (grünes Pferdebalsam) verschwindet der Schmerz wieder. Wie kann ich das für nächsten Winter verhindern und was können Sie mir raten? Soll ich zu einem Spezialisten, besteht die Gefahr dass der Schleimbeutel mit der Zeit vernarbt aufgrund der vielen Entzündungen (falls es überhaupt der Schleimbeutel ist)? Vielen Dank für Ihren Ratschlag & Freundliche Grüsse

Hans-Curd Frei: Ich würde Ihnen schon raten, sich vorzustellen und die Ursache genauer abzuklären, anhand Ihrer Schilderung kann man noch keine Diagnose stellen

Guten Tag ich habe am 30.11.2021 eine Beinachskorrektur machen lassen, aber nie eine Zweitmeinung eingeholt. Die OP ist gut verlaufen, Schmerzen habe ich keine. Darf seit 7 Tagen jetzt ca. 50 kg belasten (bis am 21.2.2022). Frage: Ist das grundsätzlich eine gute Sache und lässt sich dadurch eine Knieprothese tatsächlich ca. 10. Jahre herauschieben?

Hans-Curd Frei: Ja, das ist eine sehr erfolgreiche Operation – es braucht ja auch nicht immer eine Zweitmeinung, wenn Ihnen Ihr Arzt gut rät und auf Sie eingeht, ist das nicht nötig.

Vor einer Woche bekam ich am Abend nach dem Skifahren Schmerzen im rechten Knie. Bisher intakt. In der Nacht zunehmend. Am Morgen geschwollen, stark gerötet und überwärmt. Lokalisierbarer, stechender Schmerz auf der Kniescheibe. Nach Schmerztherapie mit Tabletten nach 6 Tagen fast schmerzfrei. Schwellung und Rötung rückläufig. Besten Dank!

Hans-Curd Frei: Das kann ein Knorpelschaden hinter der Kniescheibe aber auch ein Meniscusschaden sein: Ich würde empfehlen, das mal abzuklären

Guten Tag Ich bin Jahrgang 1955, sehr aktiv v.a. in den Bergen zu Fuss oder aktuell mit den Tourenskis unterwegs und leide an einer ausgeprägten Chondroklazinose (noch wurde keine schwere Arthrose radiologisch diagnostiziert). Bei akuten Schmerzen im rechten Knie nehme ich teilweise (1 bis 2 mal pro Woche) ein entzündungshemmendes Schmerzmittel, jeweils mit gutem Effekt. Gibt es Ihrer Meinung nach ausser moderater Bewegung und Entzündungshemmer-Tabletten eine alternative Therapiemöglichkeit, um die beschriebenen Beschwerden zu lindern oder gar zu eliminieren ? Besten Dank für Ihre Antwort.

Stefan Fröhlich: Ja, bei einer Chondrokalzinose kann beispielsweise auch eine Kortison-Infiltration in das Knie eine wirksame Behandlungsoption darstellen. Häufig hat man danach monatelang Ruhe, jedoch nicht unbedingt dauerhaft, so dass die Spritze in vielen Fällen auch wiederholt werden muss. Man kann aber die regelmässige Schmerzmitteleinnahme damit vermeiden.

Ich habe seit langer Zeit Beschwerden am rechten Innenknie die so stark wurden, dass ich fast nicht mehr gehen konnte und die ich vor einem Jahr abgeklärt habe . Der Befund des MRI, unter anderem einen Meniskusriss hinten den man nicht operiern muss. Ich hatte lange Physiotherpie, ohne Aufbautraining usw. die nun abgeschlossen ist und ich eine Verbesserung wahrnehme. Die Beschwerden sind deutlich weniger, auch aus dem Grund, weil ich durch eine Radiusfraktur ausser gefecht bin und das Knie weniger belastet wird. Zwar laufe ich mehrmals täglich Treppen in den 7. Stock hinauf und hinunter. Wenn ich wieder voll einsatzfähig bin, gib es Möglichkeiten, meinen Alltag, Nordicwalken, Spazieren, Velofahren, arbeiten, Tennis habe ich aufgegeben, zu gestalten ohne dass die starken Schmerzen wiederkommen? Davor habe ich richtig Angst, dass ich wieder solche Schmerzen durch die Belastung bekomme. Schmerzmedikamente hatte ich genug, da möchte ich keine mehr nehmen.

Christoph Tschopp: Wenn das Knie wieder voll einsatzfähig ist – mit ausreichend Stabilisations- und gezieltem Krafttraining, dann können die von Ihnen beschriebenen Aktivitäten wieder beschwerdefrei möglich sein. Eine Garantie, dass die Schmerzen für immer wegbleiben gibt es leider nicht.

Guten Tag Nach einem Sportunfall vor 12 Jahren (Knie Luxation), sowie nach insgesamt fünf Operationen (Beinachs-Korrektur, Rekonstruktion des VKB, HKB und lateralen Aussenband, sowie Entfernung des innen Meniskus) ist der mediale Knorpel komplett unförmig und abgenutzt. Fast tägliche Arthroseschmerzen begleiten mich seither. Gibt es heutzutage Möglichkeit den Knorpel (inkl. Meniskus) bei einer bestehenden lateralen Instabilität zu ersetzen?

Hans-Curd Frei: Es kann sein, dass Ihnen eine Stabilisation der Aussenbänder hilft, vielleicht muss aber auch eine prophetische Versorgung nach Ihrem langen Leidensweg in Betracht gezogen werden: ich rate Ihnen, sich orthopädisch vorzustellen

Seit fast 2 Jahren plagen mich starke Knieschmerzen auf beiden Seiten. Sie werden immer schlimmer. Angefangen bei Schmerzen nach langen Wanderungen, mittlerweile kann ich meiner Arbeit in der Pflege nicht mehr nachgehen und leide täglich in Ruhe und Belastung unter Schmerzen. Meist seitlich an den Oberschenkeln und in den Kniekehlen. Nach 2 MRI ohne Befund (nur leichte Entzündung festgestellt), Spezialisten die ratlos sind, x-Physiotherapien und alternativen Heilmethoden (Schröpfen, Faszientherapie, Triggerpunkt, Blutegeltherapie, Bioresonanz, Ernährungsumstellung etc) weiss ich nicht mehr weiter. Als sportliche, 170cm/63kg, 25 jährige Person möchte ich unbedingt wieder normal meinem Alltag und meiner Freizeit nachkommen. Was würden Sie raten? Bin froh um Ihre Hilfe.

Johannes Scherr: Wie Sie es beschreiben, scheint ja schon eine Menge an Abklärung durchgeführt worden zu sein. Hier scheinen ja auch strukturelle Schäden weitgehend ausgeschlossen worden zu sein. Neben funktionellen Einschränkungen sollten auch unter anderem Erkrankungen des rheumatologischen Formenkreises noch weiter abgeklärt werden. Um dies aber abschliessend klären zu können, sollten sämtliche Vorbefunde nochmals genau gesichtet und dann die noch ausstehenden/offenen Differentialdiagnosen abgeklärt werden

Nach einer VKB-Rekonstruktion hat sich Arthrofibrose entwickelt. Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich nach einem Eingriff mit Debridement und Narbenresektion erneut Narbengewebe bildet? Was kann man tun, um das zukünftige Risiko für eine Narbenbildung zu mindern?

Hans-Curd Frei: Ich würde mich umbedingt dem Eingriff unterziehen, wenn Sie Beschwerden haben. Beim zweiten Eingriff bei nicht frisch verletztem Knie ist das Risiko einer erneuten Fibrose nicht so gross, wie beim ersten mal

Guten Tag Ich habe schwerer Arthrose im linken Knie (Innenseite). Mit 12 Jahren (ich bin Jg. 1967) eine sogenannte «Gelenkmaus» operativ behandelt. O-Beinstellung und 30 Jahre Fussball haben nun die Arthrose stark fortschreiten lassen. Dazwischen zwei Kniegelenk-Spülungen – ohne spürbaren Erfolg. Beschwerden am Knie führen zur Schonung dessen und dadurch Mehrbelastung der rechten Hüfte. Auch hier nun mit Arthrose behaftet und Mühe beim Schuhe binden. Was kann ich tun ? Ich möchte weiterhin noch Golf spielen (momentan nur mit Schmerztabletten möglich) und Velo (Rennvelo und Mountainbike) fahren. Dazu auch Spaziergänge, welche länger als 30 Min. (...) dauern und ohne Schmerzen enden. Zusätzliche machen einem die täglichen Schmerzen (von früh Morgens bis spät Abends) dünnhäutig und im Alltag zusehends gereizter. Künstliches (Teil) Kniegelenk als erstes und danach die Hüfte oder ist das zu früh (Lebensqualität ?!) – was ist ihre Meinung ?

Stefan Fröhlich: Bei einer derartigen sogenannen «Varusgonarthrose» gibt es operativ 3 Möglichkeiten: entweder eine Beinachsenkorrektur ("Umstellung» des Schienbeines), oder eine Teilprothese oder eine Totalprothese. Je nachdem, wie fortgeschritten die Arthrose ist, und ob auch andere Teile Ihres Knies betroffen sind, kommt eher die eine oder die andere Option in Frage. Ob es zu früh für eine solche Operation ist, hängt vom Leidensdruck ab und davon, ob konservative Massnahmen bereits ausgeschöpft wurden. Konservative Therapieoptionen können beispielsweise Physiotherapie, Infiltrationen (Spritzen) oder auch beinachsenkorrigierende Einlagen oder Schienen sein.

m. 77 Jahre, Habe im Nov./ Dez im Spital Frauenfeld das GLA:D Physio-Training absolviert. Meinem rechten, weniger beschädigtes Knie, scheint das Training gute Wirkung gebracht zu haben. Beim schlimmeren, linken Knie, gibt es Tage an welchen ich recht gut unterwegs bin, aber auch Tage, da ist es fast wie vor der Therapie. Ich werde die Übungen noch bis Mai 2022 weiter 2x pro Woche zu Hause weiter ausüben. Dann werde ich entscheiden wie weiter. Haben Sie Erfahrung mit dieser Therapie? Was würden Sie mir allen Falls empfehlen? Vielen Dank.

Johannes Scherr: Wie Sie es beschreiben, war das von Ihnen vorgenommene Vorgehen genau richtig. Zuerst sollten die konservativen Therapie-Optionen optimal ausgeschöpft werden. Hierzu zählt auch das GLA:D Knie-Programm. Wenn Sie hier im Spital sind, haben Sie sicher auch schon Injektionstherapien erhalten. Wenn sich selbst nach Ausschöpfen sämtlicher konservativer Therapiemassnahmen (Physiotherapie sowie Injektionen) keine ausreichende Beschwerdelinderung mehr erfahren, sollte man eine invasive Therapie (im Falle einer Arthrose zum Beispiel ein Gelenksersatz) diskutiert werden.

Nach einer Operation vom Kreuzband und Meniskus vor einigen Jahren ging es vorerst gut. Aber nach einem erneuten,unglücklichen Unfall an einem Kinderspielplatz Drehspielzeug beobacht ich jetzt eine erneute, schwerwiegende Insatabilität im Knie. Dies äussert sich in belastungsabhängigen Flüssigkeitsbildung im Knie, Schmerzen (nur mit schmerzmittel schlafen können), Druckschmerz an Innenseite (entlang vom Unterschenkel). Bei gewissen Bewegungen verschiebt es sich seitwärts nach innen. Daher ist meine Frage: Kann man das Innenband vom Knie operieren ? Wenn ja: Wann wird das gemacht ? Was sind die Vor- oder Nachteile ? Wenn Nein: welche Hilfsmittel (Taping, Schienen oder Stützen, Trainings oder anderes) empfehlen Sie ? Weiblich, 58j, BMI:25, skifahren,skitouren, Tanzlehrerin, Hundenspaziergänge 1,5 Stunden mit freundlichen grüssen und vielen Dank für Ihr Engagement

Stefan Fröhlich: Man kann zwar das Innenband auch operieren, dies ist aber eine Rarität und wird nur bei hochgradigen Verletzungen des Innenbandes gemacht. Die meisten Innenbandverletzungen können erfolgreich konservativ behandelt werden. In Ihrem Fall ist es zumindest fraglich, ob das Problem wirklich das Innenband ist. Eine erneute Verletzung des Kreuzbandes und vielleicht auch des operierten Meniskus erscheint wahrscheinlicher. Daher sollte das zunächst genauer abgeklärt werden. Die Empfehlungen richten sich dann nach der genauen Diagnose.

Knietotalprothese links wurde Februar 2016 gemacht. War nach 6 Monaten in Ordnung. 2. OP Knietotalprothese rechts wurde am 7.1.21 im KSSG gemacht. 1 Jahr postoperativ persistieren gewisse Restbeschwerden. Wöchentlich wurden 1-2 ein ganzes Jahr lang Physiobehandlungen gemacht. Hauptsächlich beim Treppenauf- und ab, sowie bei Wanderungen auf- und abwärts bestehen dauernd Schmerzen. Zudem bei der rechten Knieseite ein Schmerzpunkt, der bis zum Fussgelenk ausstrahlen kann. Nach verschiedenen Röntgenbilder sei alles in Ordnung. Nach der Jahreskontrolle am 5.1.22 schlägt der Arzt vor, es wäre zu überlegen, ob ein SPECT-TC durchgeführt werden soll. Nach der 3. Infiltration am 5.1.22 sind die Schmerzen intensiver. Für Ihre Hilfe schon jetzt herzlichen Dank.

Stefan Fröhlich: Es ist nicht möglich, die genaue Ursache für die bleibenden Beschwerden nur anhand der Symptome zu ermitteln. Eine weitere Abklärung macht sicherlich Sinn, wenn die Ursache noch nicht gefunden wurde. Ein SPECT-CT ist diesbezüglich eine mögliche Option. Bezüglich der Frage, welche weiteren Untersuchungen sinnvoll sind, sollten Sie einem erfahrenen Kniechirurg vertrauen.

Mein rechtes Knie «knackt» laut, ca. jedes 2. Mal wenn ich es ganz einbiege (Z.B. im Stehen meine rechte Fussohle zum Gesäss bringe). Das habe ich schon ca. 10 Jahre (ich bin 34ig). Absolut nie schmerzhaft oder sonstige Probleme. Es knackt einfach fast jedes Mal. Verletzungen oder Knieprobleme hatte ich noch nie. Auch nie belastende Sportarten (z.B. Joggen) betrieben. Gibt es dafür eine Erklärung? (Ich bin einfach neugierig, warum und warum nur rechts?)

Johannes Scherr: So wie Sie es beschreiben, hört es sich an, als sei das Knacken etwas harmloses. So kann es sein, dass Sehnen hierbei über z.B. knöcherne Vorsprünge springen und hierbei das Knacken verursachen. Ist das Knacken eher seitlich lokalisiert oder eher hinter der Kniescheibe? Letzteres könnte z.B. auf einen Knorpelschaden hindeuten. Diese sind aber meist schmerzhaft, was sie ja verneint haben. Wenn man sich Ihre Beine einmal klinisch anschauen würde, könnte man z.B. die Beinachsen und deren Stabilität näher anschauen. Somit bekommt man einen Blick auf die Gesamt-Statik Ihrer unteren Extremität.

Ich bin 73 Jahre alt. Ende August wurde ich am Knie operiert. Das Kniegelenk und die Unterseite der Kniescheibe wurden ersetzt. Da ich längere Zeit vor der Operation Beschwerden hatte (konservative Behandlungen) bildeten sich meine Muskeln am linken Bein (Wade und Oberschenkel) zurück. Jetzt ist mein operiertes Kniegelenk nicht stabil und beim Gehen höre und spüre ich wie sich die Gelenkteile bewegen, «klappern» und mir recht grosse Schmerzen bereiten; vor allem beim Gehen im abschüssigen Gelände. Ich gehe noch wöchentlich in die Physiotherapie. Die Muskulatur ist noch im Aufbau und noch lange nicht gleich ausgebildet wie beim rechten Bein. – wird sich das Kniegelenk noch stabilisieren ? – kann ich noch auf Besserung hoffen ? – soll ich die Physiotherapie weitermachen ? – sind Tapes und/oder Knieschoner als Gelenkstabilisatoren nützlich oder schädlich ? – können sich die Schmerzen noch abbauen ? Herzlichen Dank für Ihre ungeschminkte Antwort !

Christoph Tschopp: Eine bessere Stabilität im Knie ist bestimmt zu erreichen mit spezifischen Übungen. Ich würde Ihnen empfehlen, die Physiotherapie im aktiven Bereich weiterzumachen. Tapes können ein subjektiv angenehmes Gefühl geben, jedoch keine aktive Stabiltät übernehmen. Knieschoner haben da schon mehr Wirkung. Die Gefahr besteht jedoch, dass Sie dann ihre Muskeln wieder «weniger benutzen». Leider ist die «wichtige» Frage wegen den Schmerzen nicht so einfach beantwortbar. Da erst 4-5 Monate seit der OP vergangen sind, besteht aber sicher Potential für eine Schmerzverbesserung. Bleiben Sie dran!!

Ich bin nun 47 Jahre alt, gehe seit Jahren joggen und bin auch sonst sportlich. Seit etwa einem Jahr kriege ich bei längeren Joggingeinheiten (ab 10km) Kniebeschwerden, wie eine Entzündung. Diese klingen dann nach 2-3 Tagen wieder ab. Aktuell bin ich am zügig “walken”, ohne Beschwerden auch nach 15km. Was kann ich machen, um wieder joggen zu können? Besten Dank

Hans-Curd Frei: Ich empfehle Ihnen allmählich zu steigern, mit kurzen Distanzen im schmerzfreien Bereich zu beginnen und zur Grundlage, die Muskulatur aufzubauen und das Lauf ABC einzuführen

Grüezi, manchmal ist mein Knie instabil und schmerzt, bis es einen (schmerzfreien) «Chlapf» gibt, dann ist wieder alles stabil und schmerzfrei. Was könnte das sein?

Hans-Curd Frei: Das müsste man untersuchen, so per Chat ist das schwierig zu beurteilen

Guten Tag Das rechte Knie schwillt bei mir (w., 55 Jahre) jeweils nach 1 Std. Skifahren massiv an! Diagnose: Gon-Arthrose (verm. aufgrund von Bänderinstabilität seit Kindheit). Frage: 1.) Wo steht man mittlerweile bezüglich Therapie mit Eigenblut? 2.) Kann die PRP in meinem Fall eine positive Wirkung entfalten? 3.) In welchen Zentren im Umkreis Luzern wird die PRP angeboten? 4.) Bezahlt die KK Grundversicherung eine PRP-Behandlung? Besten Dank für die Antwort und freundliche Grüsse

Hans-Curd Frei: PRP ist ein Produkt aus Eigenblut. Man kann PRP ausprobieren, zaubern kann man damit leider nicht, die Erwartungen sind oft zu hoch. Die Krankenkassen müssen das nicht bezahlen. In Luzern gibt es Ärzte, die das anbieten

Ich habe mir vor 10 Jahren im Alter von 33 Jahren das Kreuzband (bei gleichzeitigen Verletzungen des Seitenbandes und Meniskuses) operieren lassen müssen. Seit diesem Zeitpunkt bin ich glücklicherweise praktisch schmerzfrei und spiele u.a. wettkampfmässig Tennis und fahre Ski. Welche Massnahmen soll ich treffen um Arthrose oder sonstigen allfälligen zukünftigen Beschwerden möglichst vorzugreifen. Machen präventive Untersuchungen des Zustands des Knies allenfalls Sinn?

Hans-Curd Frei: Ballsportarten sind halt eher kniegefährlich, da Sie das aber gerne machen, würde ich das nicht zwingend stoppen. Ein stetiges Training der Beinmuskulatur hilft Ihnen. Eine Untersuchung hingegen hilft kaum.

Ich (Männlich, 62Kg, 38Jahre) habe das vordere Kreuzband am 06.03.2021 bei einem Skisturz gerissen. Ich fahre diese Saison bereits wieder gut ski, das Knie ist stabil und ohne grosse Schmerzen. Ich habe aber vorallem bei Skitourenabfahrten Angst dass das Knie wieder ''zusammenklappt''. Sollte ich für mehr Sicherheit u.a. in schlechten Schneeverhältnisse das Knie operieren lassen?

Hans-Curd Frei: Nein, wenn Sie sich sicher fühlen, würde ich das nicht zwingend operieren, Sie sind ja offenbar gut sportfähig.

Nach einem Skiunfall vor über 20 J. sagte man mir, das Kreuzband sei vermutlich angerissen und danach hatte ich ca. 10 Physio-Therapie-Sitzungen. Bin heute 50 J., fahre zum Plausch immer noch Ski, spaziere oft mit dem Hund und gehe gerne wandern. Nun ist es so, dass ich keine Schmerzen habe, aber ich kann nicht mehr einfach so in die Knie gehen und aufstehen – ich muss mein Bein zuerst nach aussen stellen, um wieder hoch zu kommen. Sollte ich das abklären lassen und könnte ich bereits schon Arthrose haben, ohne es zu merken?

Christoph Tschopp:: Arthrose ist mit 50 Jahren möglich. Dass Sie aus der Hocke nicht mehr hochkommen, liegt wahrscheinlich an der fehlenden Kraft in den Beinen. Abklären würde ich dies erst beim Auftreten von Schmerzen. Gezielte Kräftigungsübungen sind indiziert.

Bei mir (M 35) wurde für die Reparatur des Kreuzbandriss ein Teil Patella Sehne verwendet. Das war 2006, nun führt das fehlen des Patellasehnen Teils immer wieder zu Schmerzen. Kann die Patella Sehne wieder repariert werden?

Stefan Fröhlich: Das ist eine gar nicht so seltene «Nebenwirkung» der Entnahme der Patellasehne, die für viele Chirurgen auch ein Hauptgrund ist, andere Sehnen zu verwenden. Andererseits ist die Patellasehne eine sehr stabile Option, die auch Vorteile mit sich bringt. Es gibt leider keine erfolgversprechende Operationstechnik, die den Defekt wieder «auffüllt». Daher kommen bei bleibenden Beschwerden eher konservative Massnahmen zum Einsatz. Häufig bleiben aber gewissen Restbeschwerden, vor allem beim Knien.

Guten Tag Ich hatte vor über 5 Monaten eine Kreuzband-Op mit gleichzeitiger Meniskuswurzelrefixation nach Unfall. Nach viel Physiotherapie und Training kann ich mein Knie noch immer nicht ganz durchstrecken und hinke dadurch. Ist dies einfach als Folge so hinzunehmen oder sehen Sie eine Möglichkeit, dies doch noch besser hinzubekommen?

Johannes Scherr: Ich denke, dies ist nicht einfach so hinzunehmen sondern sollte weiter abgeklärt werden. Zum einen kann dies strukturell bedingt sein (in Abhängigkeit des Kreuzband-Implantats), jedoch auch funktionell im Sinne eines Rehabilitationsdefizits (z.B. fehlerhafte Ansteuerung der entsprechenden Muskeln, Muskelschwächen usw). Bei letzten bestehen recht gute Chancen, dass sich dies noch verbessern lässt.

Vor 40 Jahren musste ich am linken Knie den Meniskus rausnehmen lassen. Damals nahm man wie man mir sagte, den ganzen heraus. Mittlerweile seit etwa zwei Jahren entzündet sich das Knie. Mit meinen Mitteln Chondroitin, Glukosamin und MSM kann ich die Entzündung unter halten und gut eine bis zwei Stunden gehen. Frage: Sollte ich demnächst oder später einen künstlichen Miniskus einoperieren lassen? Wie weit ist diese Technologie. Oder was empfehlen Sie? Ich bin heute 67 Jahe alt. Vielen Dank im voraus für Ihre Antwort.

Hans-Curd Frei: Eine Entfernung des Meniskus bleibt leider nicht ohne Folgen und der Knorpel nutzt sich schneller ab. Eine Meniscustransplantation wir Ihnen in Ihrem Alter und nach 40 Jahren nicht mehr helfen. Ich empfehle Ihnen, sich orthopädisch vorzustellen und die Möglichkeit einer Knieprothese zu besprechen/abzuklären

ich suche nach Rat im Umgang mit einer dauerhaft gereizten Patellasehne. Die Sehne wurde möglicherweise durch jahrelanges sehr ausgiebiges Joggen in Mitleidenschaft gezogen, obwohl es zu dieser Zeit nie akut geschmerzt hat. Jetzt ist sie nach einem missglückten Wiedereinstiegsversuch ins Joggen vor über einem Jahr fast immer etwas gereizt und fühlt sich etwas unflexibel an. Die Quadrizeps-Ansätze oberhalb des Knies sind auch nicht so weich wie am anderen Bein. Dafür mache ich Dehnübungen. Bei der Orthopädin/Radiologin im Knie-MRT sah man keine geschädigten Strukturen, nur eine etwas grosse Plica-Falte. Die Osteopathin konnte veränderte Strukturen spüren, die Behandlung hat aber leider keine dauerhafte Besserung gebracht. Meine Frage geht dahin, wie ich selbst im Alltag darauf hinwirken kann, dass sich die Patellasehne wieder beruhigt und wieder flexibler werden kann.

Stefan Fröhlich: Das hört sich sehr nach einer sogenannten Tendinopathie der Patellasehne an. Die Diagnose sollte jedoch beim Spezialisten noch bestätigt werden, durch eine klinische Untersuchung und evtl. einen zusätzlichen Ultraschall. Falls es sich bestätigt, gibt es ein spezifisches Training für die Sehne. So wie man einen Muskel trainieren kann, kann man auch eine Sehne trainieren. Am besten unter professioneller physiotherapeutischer Anleitung. Diese Übungen sollten Sie dann jeden Tag in Ihren Alltag einbauen. Damit kann sich die Sehne in den meisten Fällen wieder regenerieren.

Beim Treppenhinuntersteigen „knackst“ es jedesmal im Knie. Schmerzen sind hier nicht oder nur ganz schwach vorhanden. Das „Knacksen“ ist am Morgen und bei Kälte stärker. Muss ich etwas unternehmen. Ich bin 58 Jahre, weiblich. Wanderungen von bis zu 4 Stunden sind heute gut möglich. Vielen Dank für die Beantwortung der Frage.

Stefan Fröhlich: So lange es nur «knackst», ohne Schmerzen, müssen Sie nichts unternehmen. Das «Knacksen» ist in den allermeisten Fällen völlig harmlos.

Ich habe Knieschmerzen nach kontinuierlichen Gehen ab 300m. Im Alltag, auch in meinem Beruf als Pflegefachfrau, auf kurzen Strecken, habe ich keine Schmerzen. Die Schmerzen lokalisieren sich an der Aussenseite des Knies rechts und strahlen dann auch in die Kniekehle aus. Es schränkt mich soweit ein, dass ist keine längeren Strecken gehen kann, geschweige denn auf eine Wanderung. Dies stört mich sehr.

Johannes Scherr: Dies ist eine recht unspezifische Frage, die sich so nicht eindeutig beantworten lässt. Es gibt hier mehrere Möglichkeiten für die Ursachen des Schmerzes. Diese könnten zum einen aus dem Kniebinnenraum kommen (z.B. Meniskus), aber auch durch Veränderungen ausserhalb des Kniegelenks (z.B. Muskeln oder Sehnen; sowohl strukturell als auch funktionell). Mit einer klinischen Untersuchung beim Arzt könnte dies jedoch schon weiter genauer eingeschränkt und die Differentialdiagnosen abgeklärt werden.

Was kann ich mit einem künstlichen Kniegelenk noch machen? Schneidersitz? Wandern? Bergwanderung? Hatha Yoga?

Christoph Tschopp: Mit einem künstlichen Kniegelenk ist heutzutage praktisch jede Aktivität wieder möglich. Wandern, Bergwanderungen und Hatha Yoga sollten gut möglich sein. Betreffend Schneidersitz kann ich keine Aussage machen.

Ich hatte vor 2 Jahren einen Skiunfall mit Tibiakopffraktur und Innenbandriss. Die Operation ist gut gelungen und ich bin schmerzfrei. Jedoch habe ich immer das Gefühl, als wäre eine Klammer vorne um das Knie oder eine Schnur die das Knie einschnürrt. Dies vorne unter der Kniescheibe durch. Ist das normal oder könnte man mit Massage etwas bewirken?

Stefan Fröhlich: Es ist zumindest nicht völlig ungewöhnlich. Es ist denkbar, dass die Narbe dieses Gefühl verursacht. Dann könnte eine Narbenbehandlung Abhilfe schaffen. Eine klassische Massage eher weniger. Falls noch Metall in Ihrem Tibiakopf ist, könnte auch das die Ursache sein.

Dehnung der Adduktoren hat mein ITBS zum Verschwinden gebracht. Wie ist das zu erklären?

Stefan Fröhlich: Nicht wirklich durch die Dehnungen zu erklären. Ein ITBS verschwindet aber häufig auch spontan wieder. Somit ist es wohl eher eine zufällige Koinzidenz als ein kausaler Zusammenhang.

Der Puls-Chat ist beendet. Das Interesse war enorm – leider konnten in der zur Verfügung stehenden Zeit bei weitem nicht alle Fragen beantwortet werden. Mehr Informationen zum Thema finden Sie aber in der untenstehenden Sendung. 

Video
Problemzone Knie im Schneesport
Aus Puls vom 17.01.2022.
abspielen. Laufzeit 34 Minuten 43 Sekunden.

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