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SRF / Sébastien Thibault
abspielen. Laufzeit 120 Minuten 15 Sekunden.
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György Ligeti: Études pour piano

Der Komponist György Ligeti (1923-2006) schaffte die Quadratur des Kreises. Er schrieb hochkomplexe Musik, bei der er sich als Komponist nicht verbiegen musste, und hatte dennoch grossen Erfolg beim Publikum. 

Er schaffte es mit seiner Musik auf die Kino-Leinwand (Stanley Kubrick war Ligeti-Fan) und ist heute immer wieder gern gehört im Konzertsaal. Ligeti schaffte es auch, die Klavierliteratur, die nicht arm ist an «Meilensteinen», um genau solche zu bereichern: Mit seinen «Etudes». Zwischen 1985 und 2001 komponierte Ligeti insgesamt achtzehn Klavier-Etüden, mit denen er an eine Tradition anknüpfte, die von Chopin über Liszt bis zu Debussy reicht.

Eine bisweilen fast atemlos machende Virtuosität ist da gefragt, das ist quasi selbstverständlich bei dieser Art von Musik. Aber, und auch das ist selbstverständlich, wenn die Vorbilder Chopin oder Debussy heissen: Die Virtuosität stülpt sich nicht über die Musik. Es ist umgekehrt, die Musik gibt vor, was die Spielerinnen und Spieler zu leisten haben.
Ligetis Freude an komplexen Vorgängen entflammt sich oft an ganz einfachen Dingen: An einer rhythmisch-metrischen Verschiebung, an einer abfallenden Tonleiter-Sequenz, an einem leeren Quint-Klang. Das Komplexe und damit auch der Sog der Musik entsteht, wenn Ligeti beginnt, diese Elemente nebeneinander zu stellen und sie ineinander verschachtelt. Das Ergebnis ist eine Musik, die so komplex ist, dass einem beim erstmaligen Hören leicht die Sinne ins Wanken kommen können. Wir vergleichen in dieser Sendung Aufnahmen dreier ausgewählter Etüden aus dem 2. Band: «Der Zauberlehrling», «Fém» und «Vertige».

Gäste von Norbert Graf sind die Pianistin Simone Keller und der Pianist Stefan Wirth

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