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Paul Hindemith: Sinfonie «Mathis der Maler»

Die Begleitumstände rund um Paul Hindemiths «Mathis der Maler» sind eine eigene, längere Geschichte, bekannt geworden unter dem Schlagwort «Der Fall Hindemith».

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1933, die Nationalsozialisten sind gerade in Deutschland an die Macht gekommen, ist Paul Hindemith mit dem Stoff zu «Mathis der Maler» beschäftigt, woraus eine Oper entstehen soll. Schon ganz früh ist Hindemith mit seiner modernen Musiksprache eine Zielscheibe der Nazis, gebrandmarkt als sogenannter «Kulturbolschewist». Wilhelm Furtwängler setzt sich für Hindemith ein, bestellt beim Komponisten eine Sinfonie. Und Hindemith schreibt sie ihm aus Material der Oper, wie die Oper genannt «Mathis der Maler». Aus der politischen Verstrickung entsteht «Der Fall Hindemith» (der dann auch zu einem «Fall Furtwängler» wird).

Doch neben den politischen Implikationen ist diese Sinfonie vor allem auch eine wunderbare Musik. Sehr sinnlich im Klang, wie man das bei Hindemith nicht unbedingt erwarten würde, vielleicht ja auch wegen der Wahl des Sujets. Denn mit «Mathis der Maler» ist Matthias Grünewald gemeint, den Erschaffer des bekannten Isenheimer Altars, den man heute im Museum in Colmar bestaunen kann. Ungewöhnlich ausdrucksstark mit kräftigen Farben werden hier drei Szenen gezeigt, die Hindemith auch die Anregung gegeben haben für die drei Sätze der Sinfonie: Ein Konzert gespielt von Engeln, die Grablegung Christi und die Versuchungen des heiligen Antonius.

In der Sendung kommen fünf bzw. sechs Interpretationen dieses gewichtigen Werkes von Paul Hindemith zur Sprache. Gäste von Norbert Graf sind die Musikwissenschaftlerin Doris Lanz und der Musikwissenschaftler Silvan Moosmüller.