Film-Tipp des Tages: «7 Psychos»

Autor Marty verwurstet die Einfälle seines Kumpels zu einem Drehbuch und merkt, dass die Psychopathen-Anekdoten aus dem Leben gegriffen sind. Ganovenstück von Martin McDonagh mit Colin Farrell, Sam Rockwell und zahlreichen weiteren Stars. Free-TV-Premiere exklusiv in Zweikanalton deutsch/englisch.

Zwei Männer gehen durch karges Gebiet, einer hat einen Hund auf dem Arm, der andere eine Waffe in der Hand.

Bildlegende: Colin Farrell als Marty, Sam Rockwell als Billy. SRF/Pathé Films

Marty (Colin Farrell) kämpft mit einer Schreibblockade. Für sein nächstes Drehbuch sind ihm gerade mal zwei Worte eingefallen: der Titel «Seven Psychopaths». Mehr gibt weder seine Kreativität her noch die Whiskeyflasche, und so lässt Marty sich von seinem Freund Billy (Sam Rockwell) inspirieren. Spät erst dämmert ihm, dass Billys durchgeknallte Gangsterplots keineswegs frei erfunden, sondern aus seinem Leben gegriffen sind.

Billy pflegt mit seinem Komplizen Hans (Christopher Walken) Hunde zu entführen, um danach den Finderlohn einzustreichen. Das geht so lange gut, bis er sich einen Shih Tzu greift, der Charlie (Woody Harrelson) gehört, einem humorlosen Gangsterboss. Auf eine Zeitungsannonce hin, mit der Billy die Recherchen Martys ankurbeln wollte, kreuzt zudem Zachariah (Tom Waits) auf, ein waschechter Psychopath, der Serienmördern nach dem Leben trachtet.

Derbe Spässe und träfe Dialoge

Schon das Kinodebüt von Martin McDonagh war ein hintersinniges Vergnügen. Mit «In Bruges» erzählte der Dramatiker eine Gangstergeschichte und sinnierte gleichzeitig über deren Wesen und Bauweise. In «Seven Psychopaths» (Originaltitel) ist diese Meta-Ebene nun sogar ihr eigentlicher Schauplatz. Der Film gibt mit seiner Erzählperspektive laufend Rätsel darüber auf, was innerhalb seiner fiktiven Welt wahr ist, was erfunden, und reflektiert die Unzulänglichkeiten der Erzählung ironisch. Ein weniger feinstoffliches, dabei aber kein bisschen weniger intensives Vergnügen sind derben Spässe und die träfen Dialoge dieses Filmes, der darüber hinaus mit einer veritablen Starbesetzung einlädt.

Während sich das Kinopublikum für einen neuen Film von Martin McDonagh gedulden muss, da der britisch-irische Doppelbürger sein nächstes Werk noch nicht einmal angekündigt hat, könnte 2015 für seinen Landsmann Colin Farrell, dessen Karriere sich merklich abkühlte, ein grosses Jahr werden. Nicht nur hat er mit «Solace» einen Thriller und mit «The Lobster» einen skurrilen Arthouse-Film in der Pipeline, sondern auch sein Auftritt als neuer Hauptdarsteller im HBO-Serienhit «True Detective» wird mit Spannung erwartet.

Schweizer Radio und Fernsehen zeigt «Seven Psychopaths» als Free-TV-Premiere und exklusiv in Zweikanalton deutsch/englisch.

Sendeplatz

Samstag um 22:15 Uhr auf SRF zwei