Film-Tipp des Tages: «Argo»

Auf dem Höhepunkt der iranischen Revolution wird die US-Botschaft in Teheran durch Studenten besetzt. Sechs Botschaftsangestellte können sich vor der Geiselnahme in der kanadischen Botschaft in Sicherheit bringen. «Argo» erzählt von deren unglaublichen Rettungsaktion durch die CIA.

Ben Affleck als CIA-Agent Tony Mendez in Teheran

Bildlegende: Eine riskante Operation hinter den feindlichen Linien: Ben Affleck als CIA-Agent Tony Mendez SRF/ 2012 Warner Int. Television

4. November 1979. Vor der US-Botschaft in Teheran hat sich eine aufgebrachte Menschenmenge versammelt. Die Lage ist äusserst explosiv. Als die Menschen auf das Gelände stürmen, werden die Angestellten angehalten, alle Dokumente zu zerstören. Die wenigen Sicherheitskräfte gehen in Stellung, mit der Anweisung niemanden zu erschiessen. Doch die Übermacht ist zu gross: 52 Amerikaner geraten in die Hände der revolutionären Studenten und werden als Geiseln genommen. Sechs der Botschaftsangestellten können durch einen Hinterausgang fliehen. Sie werden von der kanadischen Botschaft aufgenommen.

Sie wagen eine schier unmögliche Geiselrettung: Ben Affleck und Bryan Cranston als Mitarbeiter des CIA

Bildlegende: Sie wagen eine schier unmögliche Geiselrettung: Ben Affleck und Bryan Cranston als Mitarbeiter des CIA SRF/ 2012 Warner Int. Television

In Washington wird fieberhaft versucht, die Lage zu entschärfen. Doch die Regierung von Jimmy Carter will nicht auf die Forderung der Iraner eingehen, die den von den USA aufgenommenen todkranken Schah im Austausch für die Geiseln wollen. Nach zehn Wochen die Lage für die sechs in der kanadischen Botschaft brenzlig, denn die Revolutionäre haben herausgefunden, dass bei der Besetzung nicht alle US-Amerikaner in der Botschaft waren. Und die Kanadier wollen die «Hausgäste», die ihre eigene Sicherheit gefährden, endlich vom Hals haben.

Von der US-Regierung wird der CIA-Rettungsspezialist Tony Mendez (Ben Affleck) beigezogen. Er verwirft alle bisher angedachten Pläne. Als er mit seinem Sohn telefoniert, hat er eine Idee, die funktionieren könnte - aber bei den Verantwortlichen vorerst auf wenig Gegenliebe stösst: Er will die Geiseln als Filmcrew eines fiktiven Science-Fiction-Films tarnen und so aus dem Land zu schleusen. Mithilfe des Produzenten Lester Siegel (Alan Arkin) und des Maskenbildners John Chambers (John Goodman) geht der aufwendigste Hollywoodfilm aller Zeiten in Produktion, der gar nie existierte.

Basierend auf einer wahren Geschichte, die aus Sicherheitsgründen während Jahrzehnten geheim gehalten werden musste, inszeniert Regisseur und Hauptdarsteller Ben Affleck die unglaublichen Ereignisse aus Sicht des Agenten, der Hollywoodproduzenten und der CIA-Mitarbeitenden. Er packt viel Witz in die Absurdität der Szenen und Figuren in Hollywood.

Nach seinem gelungenen Regiedebüt «Gone, Baby, Gone» und dem packenden Action-Thriller «The Town» legt Affleck damit einen gut durchdachten, rasant inszenierten und unterhaltsamen Politthriller vor. Sein nächster Film - «Live by Night» nach einem Drehbuch von Krimiautor Dennis Lehane - ist momentan in Produktion. «Argo» wurde mit drei Oscars belohnt, unter anderem mit jenem für den Besten Film. Der offizielle Iran, der bereits vor der Würdigung des Films durch die Academy dagegen protestiert hatte, zog danach mithilfe einer französischen Anwältin gegen die Produzenten - neben Affleck auch George Clooney und Grant Heslov - vor Gericht.

SRF zwei zeigt «Argo» exklusiv in Zweikanalton deutsch/englisch.

Sendeplatz

Am Freitag um 20:00 auf SRF zwei