Film-Tipp des Tages: «Auf brennender Erde»

Der Tod eines heimlichen Liebespaars in den Flammen einer entlegenen Hütte hat dramatische Folgen, die Zeit und Raum überwinden. Regiedebüt des Drehbuchautors von «Amores perros», «21 Grams» und «Babel». Neben Kim Basinger und Charlize Theron gibt die junge Jennifer Lawrence eine Talentprobe.

Gina schmiegt sich an den Rücken von Nick, der vor zwei Gasflaschen steht.

Bildlegende: Kim Basinger als Gina, Joaquim de Almeida als Nick (Copyright SRF/Telepool München) SRF/Telepool München

Eine Hütte in der Abgeschiedenheit einer Hochebene steht lichterloh in Flammen. Zurück bleiben die verkohlten Überreste eines verschlungenen Pärchens, das sich dort heimlich zu treffen pflegte. Denn die Affäre von Nick (Joaquim de Almeida) und Gina (Kim Basinger), zwei Einwohnern eines Nests an der amerikanisch-mexikanischen Grenze, war für beide eine aussereheliche.

Dieses traurige Ereignis wirft Wellen, die Grenzen wie Generationen überwinden und unterschiedliche Leben berühren - so auch jenes von Sylvia (Charlize Theron), die im fernen Portland ein Restaurant führt und sich in sexuellen Abenteuern verliert. Ein Flugzeugabsturz verletzt derweil den Vater der zwölfjährigen Maria (Tessa Ia) schwer. Und Mariana (Jennifer Lawrence) lernt Santiago (J. D. Pardo) kennen - die Tochter und der Sohn von Gina und Nick kommen sich näher.

Verschachtelte Erzählstränge

Für drei erfolgreiche Filme von Alejandro González Iñárritu hat Guillermo Arriaga die Drehbücher verfasst, «Amores perros», «21 Grams» und «Babel». Während sich der 47-jährige mexikanische Regisseur danach mit «Biutiful» neu orientierte, wagte sein fünf Jahre älterer mexikanischer Landsmann sich an seine erste Regiearbeit, «The Burning Plain», wie der Film im Original heisst. Arriagas Markenzeichen einer an Denksport grenzenden Verschachtelung von Erzählsträngen ist er treu geblieben, doch pflegt er im Unterschied zu seinem mehrmaligen Kollaborateur eine klarere, ruhigere Erzählweise mit geradezu klassischen Einstellungen.

Lohnend macht diesen Film auch eine Personalie. Guillermo Arriaga verhalf damit nämlich der gerade einmal 18-jährigen Jennifer Lawrence zu einer frühen Rolle. Die spätere Oscargewinnerin («The Silver Linings Playbook») dankte es ihm mit einer Kostprobe ihres schauspielerischen Talents. Gestandene Grössen wie Charlize Theron und Kim Basinger verkamen dadurch zu Nebendarstellerinnen.

Für Guillermo Arriaga blieb es vorerst beim einen Langspielfilm als Regisseur, doch hat er sich mit Episoden an anderen Filmen beteiligt. Einen Blockbuster hat derweil Jennifer Lawrence in der Pipeline: Im November 2014 läuft der nächste Teil der Reihe «The Hunger Games» an.

Sendeplatz

Donnerstagnacht um 00:15 Uhr auf SRF 1