Film-Tipp des Tages: Brick

Brendan ist an der Schule ein Aussenseiter. Als seine Exfreundin ermordet wird, beginnt er, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Preisgekrönter Highschool-Film-noir.

Eine junge Frau lehtn sich an einen Maschendrahtzaun.

Bildlegende: Verführerische Fremde. SRF/Focus Features, LLC.

«Brick» spielt zwar im heutigen Highschool-Milieu Kaliforniens, die Schüler aber reden, als wäre Humphrey Bogart in sie gefahren. So ist es denn nicht verwunderlich, wenn sich der typische Schulaussenseiter Brendan (Joseph Gordon-Levitt) im Stile von Sam Spade (dem Privatdetektiv aus «Der Malteserfalke») an die Lösung eines Mordfalles macht. Brendans Exfreundin Emily (Emilie de Ravin) meldete sich kurz vor ihrem Verschwinden mit einem verzweifelten Anruf beim einsamen Schüler.

Später findet er ihre Leiche. Weil die Polizei schlampt, fühlt sich Brendan berufen, den Mörder zu finden. Unterstützt von seinem einzigen echten Freund «The Brain» (Matt O'Leary) macht er sich daran, ins Zentrum einer dubiosen Verschwörung vorzudringen. Die Wege führen über Schlägerbanden, Junkies, Footballhelden und einige Femmes fatales schliesslich zu «The Pin» (Lukas Haas), dem geheimnisvollen Kopf einer Drogenbande. Um einer Lösung näherzukommen, lässt sich Brendan von den Gangstern anheuern - ein Schritt mit unvorhersehbaren Folgen.

Rian Johnsons Kinoerstling

Bei Rian Johnsons Kinoerstling «Brick» überzeugt vor allem die Konsequenz, mit der diese Story von Freundschaft, Betrug, Liebe und Treue erzählt wird. Die deutsche «tageszeitung» (taz) bezeichnete den Thriller als eine der gewagtesten Genre-Mischungen der Filmgeschichte. «Die Fallhöhe, die sich aus der Verlegung eines klassischen Film-noir-Plots an eine Highschool ergibt, garantiert ein paar schöne Pointen, und Rian Johnson inszeniert zudem so stilsicher und konsequent, dass der Film nicht unverdient die Preise auf Festivals abräumt.» «Brick» ist somit weder die billige Parodie des Genres, noch versucht der Film bloss nostalgisch einen klassischen Stil zu imitieren. Mit seiner gewagten Mischung ist es Johnson schliesslich tatsächlich gelungen, dem Film noir neues Leben einzuhauchen.

Neben dem talentierten Autorenfilmer, der zwischenzeitlich mit «The Brothers Bloom» und «Looper» zwei mittelgrosse Hollywood-Kisten gestemmt hat, ist es auch die illustre Schar von Jungschauspielern, die «Brick» zum Ereignis macht - allen voran Joseph Gordon-Levitt, der in der Rolle von Brendan zu überzeugen weiss. Der Schauspieler mit Jahrgang 1981 spielte seine ersten Rollen im Alter von neun Jahren und war seitdem in Fernsehserien wie «Numb3rs» sowie in Spielfilmen wie «Inception», «The Dark Knight Rises» und zuletzt in Steven Spielbergs «Lincoln» zu sehen.

Sendeplatz

Donnerstagnacht um 00:20 Uhr auf SRF 1.