Film-Tipp des Tages: «Zaytoun - Geborene Feinde, echte Freunde»

Vom Flüchtlingslager in Beirut bricht der zwölfjährige Palästinenserbub Fahed in die Heimat seiner Familie auf, im Schlepptau Yoni – ein kriegsgefangener Jetpilot der israelischen Armee. Berührendes Roadmovie von Eran Riklis («The Syrian Bride») mit Stephen Dorff.

Ein Junge mit gelbem T-Shirt.

Bildlegende: Abdallah El Akal als Fahed (Ziko). SRF/Senator

Das Leben im Beirut des Jahres 1982 hält für den zwölfjährigen Fahed (Abdallah El Akal), kaum noch Hoffnung bereit. Der Knabe lebt nur noch mit seinem Vater und dessen sorgsam gepflegtem Olivenbäumchen (arabisch «zaytoun») in einem Flüchtlingscamp für Palästinenser. Mit Gleichaltrigen kickt Fahed einen Fussball durch die Strassen, geht vor Heckenschützen in Deckung und absolviert die halbherzigen Drillversuche durch die PLO.

Geschäft mit der Wehmut

Immer wieder bricht der Krieg in den Alltag der Flüchtlinge im Libanon ein, dann zum Beispiel, als ein Jet der Israeli abstürzt und der Pilot in Gefangenschaft gerät - und als Faheds Vater durch eine Bombe sein Leben verliert. Der gefangene Jetpilot Yoni (Stephen Dorff) bietet Fahed ein Geschäft an. Wenn der Knabe ihn befreit, nimmt Yoni ihn mit über die Grenze nach Israel, wo sich das verlassene Haus der Familie befindet, an das Fahed sich mit Wehmut erinnert.

Eine abenteuerliche Reise beginnt, auf welcher der Palästinenserbub und der in Handschellen gelegte Israeli sich eines Taxis, eines gestohlenen Militärfahrzeugs sowie ihrer Füsse bedienen und sich in all den Wirren verstehen lernen.

Der israelische Regisseur Eran Riklis, hierzulande bekannt für seine Kinofilme «The Syrian Bride» (2004), «Lemon Tree» (2008), «The Human Resources Manager» (2010) und «Dancing Arabs» (2014), erzählt mit «Zaytoun» vor tragischem Hintergrund ein zu Herzen gehendes Buddy-Movie mit einem reizvoll unterschiedlichen Duo, ein Roadmovie voller Gefahren und Lichtblicke. Trotz ihrer Beschwerlichkeit ist die Reise kurzweilig, und Regisseur Riklis gibt sich weder der Schwarzmalerei hin noch der Schönfärberei. Mit Stephen Dorff verfügt «Zaytoun» über einen Hauptdarsteller von internationalem Format.

Zwei neue Filme im 2016

Nachdem es um den einstigen Posterboy ruhiger geworden war, liess Stephen Dorff in Sofia Coppolas feinsinnigem «Somewhere» (2010) endlich wieder ein grösseres Publikum von sich hören. Mit dem Thriller- und Horrorgenre, in dem er seit dem John-Waters-Streifen «Cecil B. DeMented» (2000) hauptsächlich aktiv war, hat er jedoch keineswegs gebrochen. Nachdem er unlängst ein Prequel zu «Texas Chainsaw Massacre» namens «Leatherface» abgedreht hat, steht der 1973 in Atlanta geborene US-Amerikaner derzeit für den Fantasyfilm «Albion: Rise of the Danann» vor der Kamera. Beide Filme für ein jüngeres Publikum sind für 2016 angekündigt.

Sendeplatz

Donnerstagnacht um 00:15 Uhr auf SRF 1