Film-Tipp des Tages: Zu zweit

Die Zürcher Regisseurin Barbara Kulcsar seziert gekonnt und mit einer gesunden Prise Humor die alltäglichen Probleme, welche die Ehe so mit sich bringt. In den Hauptrollen überzeugen Linda Olsanky und Thomas Douglas. Kulcsar erhielt für ihren ersten Langspielfilm 2010 den Zürcher Filmpreis.

Linda Olsansky als Jana, Thomas Douglas als Andreas.

Bildlegende: In der Paartherapie. SRF/Orit Teply/Tobias Dengler

Andreas (Thomas Douglas) und Jana (Linda Olsanky), beide Ende 30, sind seit Jahren ein Paar. Im Alltagsstress mit Beruf und zwei kleinen Kindern kommt ihnen langsam, aber sicher die Romantik abhanden. Mit einem Wochenende nur zu zweit möchte das Paar dem Abhilfe schaffen. Auf der Fahrt ins Tessin trifft Jana an einer Autobahnraststätte eine alte Jugendfreundin, Ingrid (Ragna Guderian), und sie lässt sich von ihr überreden, die Plätze zu tauschen. Ingrid fährt mit Andreas im Auto mit, während Jana auf Ingrids Motorrad eine alte Leidenschaft aufleben lässt. Der Tausch hat weitreichende Folgen für die Beziehung von Jana und Andreas und bringt einen ganzen Haufen von Problemen zutage, die das Paar daran zweifeln lässt, ob sie wirklich zusammengehören. Sie landen beim Paartherapeuten, wo sie sich ihren Ängsten stellen müssen, vor allem aber auch der Frage, ob Liebe und Alltag zusammengehen.

Über die Produktion

Die Zürcher Regisseurin Barbara Kulcsar hat ihren ersten Langspielfilm «Zu zweit» in Rekordzeit und mit einem Minibudget realisiert: zehn Drehtage und 60 000 Franken. Weder die kurze Drehzeit noch das kleine Budget ist dem Film anzusehen - und wenn, dann in positiver Hinsicht. Die Tatsache zum Beispiel, dass Kulcsar ihre Schauspieler und Schauspielerinnen hauptsächlich improvisieren liess, sorgt für glaubhafte, bisweilen sehr erfrischende Dialoge.

Das gesamte Ensemble ist der Improvisation gewachsen, die Nebendarsteller Barbara und Siegfried Terpoorten und vor allem die beiden Hauptdarsteller Linda Olsanky und Thomas Douglas. Beide sind vorwiegend im Theater tätig, waren aber auch schon mehrfach im Schweizer Filmschaffen präsent - Douglas zum Beispiel in «Manipulation» oder «Im Sog der Nacht», Olsanky in «Happiness Is a Warm Gun». Barbara Kulcsar wurde für «Zu zweit» 2010 mit dem Zürcher Filmpreis ausgezeichnet. Zuletzt führte sie beim Fernsehdrama «Nebelgrind» Regie.

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