Für Freunde und Fans war er «Dickie»: Richard Attenborough

Er spielte in «Jurassic Parc» und führte beim monumentalen Drama «Gandhi» Regie: Richard Attenborough prägte die britische Filmszene jahrzehntelang, wurde mehrfach geadelt und ausgezeichnet. Im Alter von 90 Jahren ist Richard Attenborough verstorben.

Die wohl wirkungsvollste Rolle seines Lebens spielte Richard Attenborough 1993 für Steven Spielberg: den ansteckend begeisterungsfähigen Millionär und Visionär John Hammond, der auf einer abgelegenen Insel Dinosaurier klont und von einer Publikumsattraktion namens «Jurassic Park» träumt.

Damals war Attenborough bereits 70 Jahre alt, eine britische Institution, mehrfach geadelt und vielfach ausgezeichnet. Sein grösster Triumph als Regisseur und Produzent lag bereits zehn Jahre zurück: der Oscar für den Welterfolg «Ghandi» mit Ben Kingsley in der Hauptrolle.

Vorliebe für biografische Filme

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Richard Attenborough ist tot

1:27 min, aus Tagesschau am Mittag vom 25.8.2014

Der monumentale Film über das Leben von Mahatma Gandhi war typisch für Attenboroughs Wunsch, mit grosser Unterhaltung gesellschaftspolitische Botschaften zu transportieren. Wie auch in «Cry Freedom», einem Film von 1987 über den südafrikanischen Anti-Apartheids-Aktivist Steve Biko.

Biografien waren Attenboroughs Steckenpferd. 1972 hatte er mit «Young Winston» die frühe Karriere von Winston Churchill ins Kino gebracht, 1992 zeichnete er mit «Chaplin» das Leben eines anderen, weltweit bekannt gewordenen Briten nach.

Ein Leben für den Film

Richard Attenborough und seine beiden Brüder wuchsen im Universitäts-Umfeld von Cambridge auf. Attenborough studierte Schauspiel an der renommierten britischen Royal Academy of Dramatic Art. Im zweiten Weltkrieg wurde er zum Piloten ausgebildet, landete aber schnell bei der neu gegründeten Film-Einheit der Royal Air Force.

Richards jüngerer Bruder David Attenborough machte bei der BBC Karriere und wurde zu einem der bekanntesten Natur-Dokumentarfilmer überhaupt – was vor allem nach den «Jurassic Park»-Filmen dazu führte, dass die beiden Brüder ausserhalb des britischen Kulturkreises auch hin und wieder miteinander verwechselt wurden.

Märchenonkel «Dickie»

Sir Richard Attenborough war für seine Freunde – und damit auch für viele seiner Fans in Grossbritannien – einfach Dickie, die Kurzform von Richard. Sein rundes, bärtiges Gesicht und seine verschmitzten Augen machten ihn im Alter zu einer Art Märchenonkel – die Rolle, die er in «Jurassic Park» perfektioniert hatte.

Aber auch für viele jüngere Amerikaner zählt er zu den liebgewonnenen Kindheitserinnerungen. 1994 spielte er im Weihnachtsfilm «Miracle on 34th Street» die Figur des Kris Kringle – einen netten, älteren Herr, der viel Verständnis für die Nöte von Kindern aufbringt und sich schliesslich als Nikolaus zu erkennen gibt.

Sendehinweis

SRF 1 zeigt am 30. August um 00:05 Uhr den Film «Gesprengte Ketten» mit Richard Attenborough.