«Lifjord – Der Freispruch»: Norwegens erfolgreichste Fernsehserie

Nach «Lilyhammer» folgt schon der nächste TV-Hit aus dem hohen Norden: Wie die Netflix-Koproduktion wurde auch «Lifjord» von Regisseur G. H. Hopland lanciert. Nie zuvor versammelten sich so viele Norweger für eine Serie vor dem Fernseher. Wir verraten, wem der Nordic Noir gefallen könnte.

Aksel (Nicolai Cleve Broch) steht mit dem Rücken zur Linse vor einer nordischen Naturidylle.

Bildlegende: Aksel hadert mit sich und seinem Gedächtnis: Hat er vor zwanzig Jahren seine Freundin ermordet? SRF

Darum geht es

Der ungeklärte Mord am Teenager Karine hat das verschlafene norwegische Städtchen Lifjord schwer traumatisiert. Auch zwanzig Jahre nach der Tat halten die meisten Bewohner Karines damaligen Freund Aksel für den Mörder. Schliesslich hat der das Weite gesucht, nachdem er aus Mangel an stichhaltigen Beweisen freigesprochen wurde. Nun ist Aksel zurück in Lifjord, um die Kleinstadt als Geschäftsmann vor dem drohenden Ruin zu retten. Doch der Empfang für den potentiellen Retter fällt eisig aus…

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Die ersten 90 Sekunden

1:36 min, vom 12.10.2016

Der Sexappeal

Manche mögen‘s heiss. Andere lieber kalt. Für Letztere ist «Lifjord» geradezu ideal. Die Serie zelebriert das raue Klima, den geheimnisvollen Nebel und die düsteren Wolken als wirkungsvolle Metaphern für erstarrte Gefühle, verdrängten Schmerz, sowie unheilvolle Vorboten. Und klar: Sex gibt’s auch. Der eigentlich glücklich mit einer Asiatin verheirate Aksel wird in der Heimat beim Anblick seiner Jugendliebe schwach. Aksels Sohn steht seinem Vater in nichts nach: Der coole 16-jährige bandelt ausgerechnet mit Karines Nichte an, die ihrer ermordeten Tante bis aufs Haar gleicht. Wir merken: Nicht nur in isländischen Geysiren, sondern auch in der norwegischen Provinz brodelt es heiss unterm Eis.

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Der Geruch der Serie

2:32 min, vom 12.10.2016

Was man wissen sollte

«Lifjord» ist die erfolgreichste Serie in der Geschichte von TV2, dem grössten kommerziellen Fernsehkanal Norwegens. Die erste Folge erzielte mit 660‘000 Zuschauern einen Marktanteil von fast 40%. Keine zu hundert Prozent norwegische Produktion war je beliebter. Und auch jenseits der Heimat lieferte das psychologische Thriller-Drama, welches bereits in über 50 Länder verkauft wurde, beachtliche Zahlen: In Schweden verfolgten eine Million Menschen die Premiere. Damit übertraf «Lifjord» sogar einheimische Hitserien wie «Bron» oder «Kommissarin Lund».

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Hintergrund

1:59 min, vom 12.10.2016

Wem die Serie gefallen könnte

«Lifjord – Der Freispruch» ist für Leute,

  • die dem Verdrängten gerne auf den Grund gehen.
  • die den Graubereich zwischen Gut und Böse interessanter finden als das klassische Schwarz-Weiss-Schema.
  • denen Jane Campions «Top of the Lake» ohne Mystery-Elemente und Männerhass noch besser gefallen hätte.
  • die so belesen sind, dass sie in der Geschichte sofort eine raffinierte Variation von Friedrich Dürrenmatts «Besuch der alten Dame» erkennen.
  • die wissen, dass skandinavische TV-Serien Weltklasse sind, weil sie oft Erwartungshaltungen unterlaufen.
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Nicolai Cleve Broch

1:59 min, vom 12.10.2016

SRF zwei zeigt «Lifjord – Der Freispruch» ab Montag, dem 31. Oktober, wöchentlich um 20:00 Uhr in fünf Doppelfolgen. Sämtliche Episoden stehen jeweils sieben Tage nach der Ausstrahlung im SRF Player zur Verfügung.

Sendehinweis

SRF zwei zeigt die ersten beiden Folgen der Miniserie «Lifjord – Der Freispruch» am 31. Oktober ab 20:00 Uhr. Die Folgen sind danach 7 Tage online verfügbar.

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