Futuristische Formen waren das Markenzeichen von Zaha Hadid

Die Architektin Zaha Hadid ist 65-jährig an einem Herzinfarkt verstorben. Bekannt wurde sie vor allem für ihre futuristischen Formen, unter anderem mit dem London Aquatics Centre oder der Bergisel-Schanze in Innsbruck. Als erste Frau erhielt Zaha Hadid 2004 den renommierten Pritzkerpreis.

Zaha Hadid zählt zu den weltweit erfolgreichsten Architekten. Ihre Bauten finden sich überall auf der Welt: Unter anderem entwarf sie das Olympische Schwimmstadion in London, das Kunstmuseum Maxxi in Rom, das Rosenthal Center für Gegenwartskunst in Cincinnati, das BMW-Werk in Leipzig, die Seilbahn-Bergstation in Innsbruck oder das verblüffend geschwungene Heydar Aliyev Center in Baku in Aserbaidschan.

Engagement für die Moderne

2004 wurde sie als erste Frau mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet, der weltweit wichtigsten Auszeichnung für Architektur.

Von der Jury gelobt wurde dabei insbesondere ihr konstantes Engagement für die Moderne und ihre gleichzeitige Weigerung, sich Konventionen anzupassen. 2009 erhielt sie das japanische Praemium Imperiale.

Die 1950 in Bagdad geborene Architektin gewann mit ihren kühnen Entwürfen zahlreiche Wettbewerbe. Allerdings wurden die Bauten nur selten realisiert und galten gar lange Zeit als unrealisierbar.

Projekte und Wettbewerbe in der Schweiz

Für die Schweiz entwarf sie unter anderem 2008 eine spektakuläre Zweifamilien-Villa in Küsnacht, ihr erstes Privathaus überhaupt. Gebaut worden ist das 30 bis 40 Millionen Franken teure Prestigeobjekt mangels Käufer bis heute nicht.

Auch ein Entwurf Hadids für ein neues Basler Stadtcasino wurde nicht realisiert. Das Stimmvolk lehnte ihn 2007 ab. Und im Projektwettbewerb für den «Circle» am Flughafen Zürich wurde sie nur zweite hinter Riken Yamamoto. Dem Bauherrn Unique war Hadids Entwurf zu gewagt.

Video «Zaha Hadid über ihren Pavillon für die Landesgartenschau in Weil am Rhein (neXt vom 14.3.1999)» abspielen

Zaha Hadid über ihren Pavillon für die Landesgartenschau in We...

7:36 min, vom 1.4.2016

Möbel und Bühnenbilder

Nebst kühner Architektur interessierte sich Zaha Hadid auch für Design: Sie gestaltete Möbel und Inneneinrichtungen sowie Messepavillons und Gebrauchsgegenstände – von Plastikschuhen über Sofas bis zu Weinflaschen.

Auch Bühenbilder entwarf sie: Etwa jenes für die World-Tour der Musikgruppe Pet Shop Boys von 1999/2000 oder das Bühnenbild für die Oper «Begehren» in Graz 2003.

Zaha Hadid erlag nun überraschend in Miami im Alter von 65 Jahren an einem Herzinfarkt, wie ihr Architektenbüro in London der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Sie sei zuvor in Miami wegen einer Bronchitis behandelt worden.

Nachrufe 2016

Eine letzte Verbeugung: Auch für diese Kulturschaffenden fiel dieses Jahr der letzte Vorhang. Alle Nachrufe in der Übersicht.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Ausnahmearchitektin Zaha Hadid gestorben

    Aus Tagesschau vom 31.3.2016

    Die irakisch-britische Architektin Zaha Hadid ist mit 65 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Als erste Frau erhielt Hadid 2004 den renommierten Pritzker-Preis. Ihr erstes realisiertes Projekt ist das Feuerwehrhaus des Vitra-Werks in Weil am Rhein.