Pipilotti Rist mit Zürcher Festspielpreis ausgezeichnet

Der mit 50‘000 Franken dotierte Zürcher Festspielpreis geht dieses Jahr an die Schweizer Videokünstlerin Pipilotti Rist. Damit ehren die Zürcher Festspiele erstmals eine bildende Künstlerin.

Pipilotti Rist steht vor Videoinstallation

Bildlegende: Mit Pipilotti Rist wollen die Festspiele erstmals eine Künstlerin auszeichnen, die mitten im Schaffensprozess steht. Keystone

Die Schweizer Videokünstlerin Pipilotti Rist erhält am 26. Juni 2013 den mit 50’000 Franken dotierten Zürcher Festspielpreis. Ermöglicht wird der Preis durch den Bär-Kaelin Fonds der Zürcher Festspielstiftung.

«Pipilotti Rist ist eine der bedeutendsten Künstlerinnen der Gegenwart, die mitten in einem erfolgreichen Schaffensprozess steckt», erklärt Elmar Weingarten, Geschäftsführer der Zürcher Festspiele und Tonhalle-Intendant gegenüber Radio SRF 2 Kultur. Von ihr sei Überraschendes und Einzigartiges auch in Zukunft zu erwarten.

Erstmals bildende Künstlerin ausgezeichnet

Ausgezeichnet wurden bisher der Musiker und Komponist Heinz Holliger, die Regisseure Luc Bondy und Peter Stein, der Komponist György Kurtág, der Sänger Matti Salminen sowie der Choreograf Heinz Spoerli. Dazu Weingarten: «Alles Künstler, die wir für ihr Lebenswerk ausgezeichnet haben». Mit Pipilotti Rist wollen die Zürcher Festspiele nun gemäss Weingarten erstmals einen Künstler auszeichnen, der mitten im Schaffensprozess steht und noch viele Jahre vor sich hat.

Pipilotti Rist hebt sich nicht nur altersmässig von den früheren Preisträgern ab, sondern auch inhaltlich: Die früheren Preisträger sind alle im Bereich Bühnenkunst tätig – den Pfeilern des Zürcher Festspiels.

Denkanstoss für Pipilotti Rist

Weingarten betont, dass neben den performativen Künsten auch beispielsweise das Kunsthaus in Zürich ein wichtiger Pfeiler im Zürcher Kulturleben sei und der Zürcher Festspielpreis in erster Linie Kunstschaffen in Zürich auszeichnen will. Pipilotti Rist habe immer wieder Installationen in Zürich gezeigt und verdiene die Zürcher Meriten. «Sie ist hier in Zürich verankert, angesehen, hat vorzügliches gemacht, Dinge, die den Zuschauer anregen, zwei, dreimal hinzugucken», so Weingarten.

Natürlich habe er auch grosse Hoffnung, dass sie sich doch noch den performativen Künsten zuwendet und eine Oper ausstatte. Die Preisverleihung sei auch ein bisschen eine Anregung für Pipilotti Rist, darüber nachzudenken, denn: «Wir sind stolz auf dich, liebe Pipilotti Rist!»