Zum Inhalt springen

Netzwelt Darknet - die dunkle Seite des Internet

Das «Darknet» ist die dunkle Parallelwelt des World Wide Webs: hier gibt es alles, was sonst verboten ist: Waffen, Drogen oder gehackte Kreditkartendaten. Das deutsche Popkulturmagazin-SPEX hat sich in den düsteren Seitenstrassen des Webs umgesehen.

Ein maskierter Mann benutzt seinen Laptop für kriminelle Aktivitäten
Legende: Darknet - die düstere Seite des Internets. iStockphoto

Seien wir ehrlich: Eigentlich ist das World Wide Web schon lange nicht mehr cool. Längst vorbei sind die Zeiten, in denen es ein anonymer Treffpunkt von Computerfreaks und Wissenschaftlern war, wo man schreiben und tun konnte, was man wollte. Heute surfen wir in einer von Konzernen gesteuerten, werbeoptimierten Welt der mit Internetsperren und Abmahnungen.

Google findet nur die Spitze des Eisbergs

Aber vergessen wir nicht: Was Google findet, ist nur die Spitze des Eisbergs. Und während sich die meisten Leute an der sicheren Oberfläche des Datenmeers aufhalten, gibt es einige die in die dunklen Tiefen abtauchen – in das so genannte «Darknet». Dort ist das Netz wie früher: freier, aber auch illegaler.

Dort hinzukommen ist nicht ganz einfach, denn das «Darknet» ist ein dezentrales, unkontrollierbares Netz, das in erster Linie von Benutzer zu Benutzer funktioniert. Zentrale Server, die wie beim WWW die Internetadressen verwalten, gibt es nicht. Auch ein «Darknet»-Google sucht man vergeblich. Man muss also wissen, was man tut und sich mit Skripten, Proxy-Servern und Linklisten rumschlagen.

Waffen, Drogen, Passwortlisten

Dafür erhält man schliesslich ein ungefiltertes, werbefreies Angebot an Foren, Chats und Webseiten. «SilkRoad» zum Beispiel, eine Art Untergrund-eBay, wo man Waffen und Drogen kaufen kann. Oder listenweise Passwörter zu gehackten Pornowebsites. Natürlich kann der Sinn und Nutzen dieses Angebots in Frage gestellt werden. Aber gerade heute tut es manchmal gut zu wissen, dass nicht alles reguliert oder eingeschränkt werden kann - findet jedenfalls der Autor der Reportage, Michael Seemann.