«Family Link» Die perfekte App für Helikoptereltern

Googles App «Family Link» steuert den Medienkonsum des Kindes, überwacht Ruhezeiten und Nutzungsdauer. Welche Inhalte die Kinder sehen, scheint zweitrangig.

Ein Vater und seine Tochter sitzen in der Küche: Er schaut aufs Smartphone, das Kind isst.

Bildlegende: Damit Kinder nicht mehr surfen, gamen oder chatten als die Eltern möchten, bietet Google die «Family Link». Getty Images

Worum geht’s?

Google hat im März die App «Family Link» vorgestellt, die Entlastung für Eltern bringen soll. Nun ist die App in Amerika für alle Android-Nutzer verfügbar.

Mit der App ist es Eltern möglich, das Smartphone der Kinder per Fernsteuerung zu sperren. Ausserdem können Eltern eine Nachtruhe einstellen oder die maximale Nutzungsdauer pro Tag festlegen.

Gleichzeitig gibt es einen GPS-Tracker. Die Eltern wissen so zu jedem Zeitpunkt, wo ihr Kind ist. Mit Hilfe von Statistiken können sie zusätzlich das Nutzungsverhalten ihres Kindes auswerten.

Was jedoch fehlt, ist eine inhaltliche Kontrolle: Wenn das Kind den Browser nutzt, kann es jede Seite besuchen, die es möchte. Auch die Google-Suche steht uneingeschränkt zu Verfügung. Es gibt keine Alters- oder Inhaltsfilter.

Warum ist’s interessant?

Die App ist in den Kommentarspalten sehr umstritten. Die einen loben sie, andere verfluchen sie. Für Eltern, die auf Eigenverantwortung und Vertrauen setzen, ist die App nichts. Denn sie funktioniert ganz nach dem Motto: Vertrauen ist gut, Kontrolle besser.

Dennoch holt sie ein Bedürfnis vieler ab: Sicherheit im Netz – aber genau die ist nicht gewährleistet. Wer unbeschränkt online gehen kann, kann auch alles sehen.

Kaum diskutiert wird zudem die Datensicherheit: Durch die App erfährt Google automatisch, dass es im Haushalt ein Kind unter 13 gibt – und kann so auch die Nutzungsdaten diesem Kind zuordnen. Und da geht es um viele Daten: vom Schrittzähler über die App-Nutzung bis hin zu Ruhezeiten.

Wie bei vielen technischen Anwendungen zahlt man auch hier mit seinen Daten.

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