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Neue Duden-Empfehlung Der Duden weiss, wo das Emoji hingehört

Zuerst der Schlusspunkt, dann das Emoji: Diese Empfehlung hat der Duden aufgenommen. Ist der Eintrag ein Ritterschlag für Smileys und Symbole?

Legende: Audio Wohin gehört das Emoji? – Gespräch mit Duden-Redaktorin Melanie Kunkel abspielen. Laufzeit 5:30 Minuten.
5:30 min, aus Nachrichten vom 26.04.2018.

Wie würden Sie es in einer Whatsapp-Nachricht schreiben: «Na, wie geht's? :)» oder «Na, wie geht's :)?» Wo Smileys und Emojis hingehören, das ist nun nicht mehr nur eine Frage des Geschmacks.

Duden hat in seinem neusten Handbuch eine offizielle Empfehlung zum Schreiben mit Emojis veröffentlicht. Sie lautet: Emoticons und Emojis ersetzen bei ganzen Sätzen nicht den Schlusspunkt. Und: sie gehören hinter das Satzzeichen.

Eine Hand tippt Emojis auf einem Smartphone-Display.
Legende: Zuerst der Punkt, dann die Smileys – so lautet die neue Regel. Keystone

Dass die neue Regel bemerkt wurde, liegt an Twitter-User Lukas Funk. Dieser fragte vor Kurzem beim Duden-Verlag nach.

Dieser antwortete:

Wie Fussnoten

Auf die Antwort des Duden Verlags reagierten User mit – wie sollen wir uns ausdrücken? Herzchen in den Augen oder fragendem Blick.

Die Frage, wo die Emojis hingehören, hätten sie schon vor Lukas Funks Tweet diskutiert, sagt Duden-Redaktorin Melanie Kunkel. Denn in der Sprachberatung, in Gesprächen und in Zuschriften an die Redaktion sei sie immer wieder aufgekommen.

«Für die Empfehlung haben wir uns dann an der Positionierung von Fussnoten-Zeichen orientiert, also den kleinen hochgestellten Ziffern.»

Dudeneintrag ist kein Ritterschlag

Verpasst die Duden-Redaktion den Emojis mit dem Duden-Eintrag auch eine Art Ritterschlag? Melanie Kunkel winkt ab: «Wie für Wörter, die wir neu in den Duden aufnehmen, gilt: Nur weil etwas im Duden steht, heisst das nicht, dass wir die Verwendung in jedem Fall empfehlen.»

Emojis könnten in der informellen digitalen Kommunikation eine wichtige Funktion erfüllen. Denn obwohl das, was wir auf dem Handy tippen, oft stark von Mündlichkeit geprägt sei, fehle Sprachmelodie, Gestik oder Mimik: «So kann ein lustig gemeinter Satz schnell unfreundlich wirken. Emojis können genau das kompensieren: Indem ich sie verwende, wird eindeutig, was ich meine.»

Rechtschreibung kann nicht schaden

Da wir im Alltag immer mehr über Smartphone oder Facebook kommunizieren, enstehen neue Formen von Sprache, die bewusst mit formalen Regeln brechen, indem sie etwa unvollständige Sätze, umgangssprachliche Wörter oder Ziffern als Silben verwenden, sagt Duden-Redaktorin Melanie Kunkel. «Aber natürlich ist es auch in digitalen Medien nicht egal, wie wir schreiben.»

In Netzdiskussionen beobachte man oft das Phänomen, dass es plötzlich nicht mehr um den eigentlichen Gegenstand gehe, sondern ein Schreiber aufgefordert werde, erstmal zu lernen, wie man richtig schreibe, sagt Melanie Kunkel. «Wer mit seinen Inhalten ernst genommen werden will, tut also gut daran, auf Rechtschreibung wert zu legen.»

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Max Blatter (maxblatter)
    Der letzte Satz im Artikel stimmt - nur sollte er heißen: "... tut also gut daran, auf Rechtschreibung Wert zu legen." Das Wort "Wert" muss in diesem Fall groß geschrieben werden - siehe Duden. (Und a propos Rechtschreibung: Schauen Sie genau auf diesen meinen Text - ich habe darin das "ß" gemäß den einfachen und logischen Regeln der Rechtschreibreform von 1996 verwendet - was m.E. auch in die Schweizerische Rechtschreibung Eingang finden sollte! Nur so nebenbei...)
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  • Kommentar von Max Blatter (maxblatter)
    Emojis gab es in der Schrift schon lange - oder was anderes sind denn Ausrufungs- oder Fragezeichen, Gedankenstriche, ja eigentlich alle Satzzeichen? Vor diesem Hintergrund hätte ich meinerseits eine Empfehlung an die Dudenredaktion: Die Bild-Emojis sind weder vor noch hinter den konventionellen Satzzeichen zu platzieren, sie sollten diese vielmehr ersetzen. Alles andere wird vor allem dann unübersichtlich, wenn man die Bild-Emojis durch ihre Umschriften im "Nur-Text"-Format darstellt :-(
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