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Virales Video Schlagende Argumente: Diese Nonnen kämpfen für ihr Waisenhaus

Kapuzinerinnen in Polen brauchen Geld für ein Waisenhaus. Um Geld zu sammeln, steigen sie in den Boxring – mit Schleier und Kutte.

Eine Nonne, die boxt.
Legende: Obacht! Die sonst stillen Kapuzinerinnen wissen ihre Fäuste durchaus einzusetzen. Screenshot / Facebook / Siostry Kapucynki Najświętszego Serca Jezusa

Menschen helfen, Spendengelder eintreiben: Seit dem Hollywood-Film «Sister Act» wissen wir, wie kreativ Nonnen sein können. Kapuzinerinnen des Heiligen Herz Jesu im polnischen Mazowiecki haben sich aber nicht fürs zarte Singen entschieden, sondern fürs harte Zuschlagen.

Klimmzüge im Habit

Ein Video sorgt im Internet für Furore, Link öffnet in einem neuen Fenster, das die Nonnen beim Training zeigt. Im Fitness-Studio stemmen sie Gewichte, machen Klimmzüge und steigen im Habit in den Box-Ring. Das Video mit den boxenden Nonnen wurde ein viraler Hit und lässt in die Klosterkasse sprudeln. Die Schwestern benötigen es für das Waisenhaus des Klosters.

«Wir trainieren hart, weil wir unser Waisenhaus bald renovieren müssen», schreiben die Schwestern auf Facebook, Link öffnet in einem neuen Fenster. Brandschutz und Hygiene-Vorschriften machten dies erforderlich. «Es dient dem Schutz der Kinder, deshalb nehmen wir die Herausforderung gerne an», heisst es von Seiten der Nonnen in typischem Marketing-Slang.

Boxhandschuh statt Rosenkranz

Kapuzinerinnen sind eigentlich dafür bekannt, wenig Aufhebens um sich zu machen. Sie gehören zu den Bettelorden, die besonders bescheiden leben. Sie orientieren sich am Heiligen Franziskus. Der war volksnah und half den Armen, liebte aber auch die Stille und das Gebet.

Eigentlich ist der Rosenkranz das Accessoire der Kapuzinerinnen und nicht der Boxhandschuh. Doch die Taktik der Nonnen scheint aufzugehen. Die Schwestern erreichen viele Anfragen. Selbst das muslimische Malaysia berichtet über die schlagkräftigen Nonnen. Und auch auf dem Bankkonto macht sich die virale Strategie bemerkbar.

Kapuzinnerinnen beim Trainieren.
Legende: Ora et labora – auch im Ring. Die Kapuzinerinnen trainieren hart für ihre Spenden. Screenshot / Facebook / Siostry Kapucynki Najświętszego Serca Jezusa , Link öffnet in einem neuen Fenster

«Fight Club Walhalla» stellt den Trainer

Beeindruckt vom Einsatz ist Kamil Chlopik vom «Fight Club Walhalla». Normalerweise trainiert er Männer – die Nonnen waren eine willkommene Abwechslung. «Die Schwestern haben sich sehr gut geschlagen. Natürlich haben sie nicht so viel Power wie die Männer. Aber einige haben nun Trainingserfahrung.»

Die Kapuzinerinnen des Heiligen Herz Jesu verehren, wie der Name zeigt, nicht nur Franziskus, sondern auch das Herz Jesu. Für sie ist es ein Symbol grenzenloser Liebe. Im Boxring sind sie aber hart im Nehmen.

Als hätten sie die Nächstenliebe in dem Moment ausgeblendet und nur das alttestamentarische «Auge um Auge, Zahn um Zahn» vor Augen.

Nonnen stehen für Fair Play

Trotzdem geht es bei den boxenden Nonnen immer gesittet zu. Zum Dank sagen die Schwestern den Spenderinnen und Spendern: «Wir beten für die, die uns unterstützen.» Besser kann Fair Play kaum klingen.

Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Blickpunkt Religion, 4.3.2018, 08.08 Uhr.

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