Auf Wanderschaft

Erwischt das Luftteilchen die starke Windströmung in der Höhe, reist es innerhalb einer Woche bis nach Sibirien. Gelingt der Aufstieg nicht, dreht das Luftteilchen auch in der nächsten Woche noch Runden in der Tiefdruckzone über Nordeuropa.

Die Landkarte zeigt den Ausschnitt Europa und Asien. Mit gepunkteten Linien werden die verschiedenen möglichen Wege eines Luftteilchens aufgezeigt. Mögliche Ziele wären Finnland oder Sibirien.

Bildlegende: Die Linien (Trajektorien) zeigen die möglichen Wege eines Luftteilchens für die nächsten 180 Stunden. SRF Meteo

Die generelle Himmelsrichtung der Wanderschaft ist klar, der starke Westwind treibt die Luftteilchen vom Mittelland nach Osten. Bis morgen Mittag werden die Luftteilchen Wien erreichen. Danach eröffnen sich verschiedene Möglichkeiten. Als erste Variante treibt es die Luftteilchen mit einer starken Windströmung innerhalb einer Woche bis nach Sibirien. Variante zwei würde bedeuten, die Luftteilchen bleiben bodennah und verharren in der Tiefdruckzone über Nordeuropa.

Bedeutung für die Wettervorhersage

Die Wege der Luftteilchen können nicht nur in die Zukunft, sondern auch in die Vergangenheit gerechnet werden. Somit erkennen Meteorologen woher die Luft stammt. Solche Bilder verdeutlichen, für die Wetterprognose darf nicht nur die Luft und ihre Entwicklung in der unmittelbaren Nähe berücksichtigt werden. Für die Prognose der nächsten Stunde muss die Entwicklung der umliegenden 50 bis sogar 100 km miteinbezogen werden. Die Prognose über einen Tag verlangt die Berücksichtigung von ganz Europa, eine Prognose von einer Woche die ganze Welt.