Dezember 2015 hatte mit Winter wenig zu tun!

Der Dezember 2015 war an vielen Orten in allen Landesteilen der wärmste Dezember seit Messbeginn Mitte des 19. Jahrhunderts. Dazu war es an vielen Orten so sonnig wie noch nie im Dezember. In Teilen des Tessins und in Crans Montana gab es den ganzen Monat keinen Niederschlag.

Auf dem Säntis lag die Durchschnittstemperatur im Dezember nur knapp unter dem Gefrierpunkt.

Bildlegende: Schneearmer Säntis Auf dem Säntis lag die Durchschnittstemperatur im Dezember nur knapp unter dem Gefrierpunkt. Andreas Ricklin

Seit anfangs Dezember stand die Schweiz im Einflussbereich eines Dauerhochs über dem Mittelmeer. Das blieb nicht ohne Folgen! An vielen Orten der Schweiz war es der wärmste Dezember seit Messbeginn. Rekordwerte wurden vor allem von alpinen Standorten gemeldet, besonders aus Graubünden. Im Mittelland verhinderte an vielen Orten Nebel neue Höchstwerte. Im Hochgebirge und an einigen Orten des Kantons Graubünden war es mehr als 6 Grad zu warm im Vergleich mit der klimatologisch relevanten Referenz der Jahre 1961 bis 1990. Ganz speziell: Der absolut gesehen wärmste Ort liegt nicht im Tessin und auch nicht im Wallis. Die Station Fahy, im Pruntruter Zipfel, liegt mit einer Durchschnittstemperatur von 7 Grad an der Spitze. Wenig Nebel und immer wieder milder Südwestwind sorgten für diesen Spitzenwert. Auch eher überraschend: Mit einer Durchschnittstemperatur von -0,1 Grad liegt selbst in einem Wintermonat die Durchschnittstemperatur auf dem 2500 Meter hohen Säntis nur noch knapp unter dem Gefrierpunkt.

Am 28. Dezember gab es mit 11,2 Grad einen Dezemberrekord auf dem Pilatus.

Bildlegende: 11,2 Grad auf dem Pilatus Am 28. Dezember gab es mit 11,2 Grad einen Dezemberrekord auf dem Pilatus. Doreen Hug

Auf dem Pilatus absoluter Dezember-Rekord

Auf dem Pilatus wurde am 28. Dezember um die Mittagszeit ein Wert von 11,2 Grad registriert. Damit wurde die bestehende Höchstmarke vom 16. Dezember 1989 genau erreicht. Überall sonst wurden absolute Höchstwerte verpasst. Das hatte vor allem auch damit zu tun, dass Föhnphasen unter dem Dauerhoch ausblieben, die sonst für Temperaturrekorde verantwortlich sind. Dennoch gab es hohe Einzelwerte. Am 1. Dezember wurden in Locarno 19,5 Grad verzeichnet, im Norden lag der Höchstwert in Bad Ragaz bei 16,5 Grad. Auf der anderen Seite der Skala liegen die -16 Grad, die am Morgen des 9. Dezembers in Andermatt registriert wurden. In Tänikon im Thurgauer Tannzapfenland wurden am 29. Dezember -7,3 Grad gemessen.

Sonne im Dauerstress!

An vielen Orten wird der Dezember 2015 auch als sonnenreichster Dezember in die Jahrbücher eingehen. Rekorde wurden unter anderem in Zermatt, in Chur, Buchs (SG), Glarus, Davos und Basel gemeldet. Absolut gesehen liegt die Station Cimetta mit mehr als 180 Sonnenstunden an der Spitze. Im Süden sind sonnige Dezember aber keine Seltenheit, und so geht dieser Wert nicht als Rekord in die Statistik ein.

In Ascona gab es seit zwei Monaten keinen Regen mehr.

Bildlegende: Ascona In Ascona gab es seit zwei Monaten keinen Regen mehr. Anna Witschi

Trockenheit ging weiter

In Ascona, in Cevio (TI) und in Crans Montana gab es in diesem Monat noch keinen Tropfen Regen. Dies ist besonders krass in Ascona, wo letztmals am 28. Oktober Niederschlag gemessen wurde. Die Trockenheit dauert dort nun schon mehr als 60 Tage! Aber auch sonst gab es im Tessin in den letzten zwei Monaten kaum Niederschlag. Kein Wunder besteht in weiten Teilen des Tessins und in Südbünden grosse Waldbrandgefahr, und es ist verboten im Freien Feuer zu entfachen. Auch im Norden war der Dezember extrem trocken. An vielen Orten gab es nur 10 bis 20 Prozent des üblichen Dezember-Niederschlages.

Das Wetter ändert sich!

Das Mittelmeerhoch verliert nun an Einfluss und damit ändert sich zu Beginn des neuen Jahres auch der Wettercharakter. Es wird in der kommenden Woche wechselhaft, und in den Bergen darf man mit einem grösseren Schneezuwachs rechnen. Sporadisch dürfte es auch bis in tiefere Lagen schneien.