Föhn: mitten in der Nacht 18 Grad

Gestern (Donnerstag) stellte sich die erste kräftige Föhnlage im Herbst 2016 ein. In der Nacht auf Freitag wurde der Föhn immer stärker und erreicht stellenweise Windspitzen von mehr als 100 Kilometern pro Stunde. Dabei kletterten die Temperaturen mitten in der Nacht auf Werte bis 18 Grad.

Lange Zeit war der Oktober 2016 viel zu kalt, und Bise war Dauergast im Schweizer Mittelland. Jetzt ist alles ganz anders! In den Alpen stellte sich am Donnerstag, zum ersten Mal im Herbst 2016, kräftiger Föhn ein. Damit stiegen die Temperaturen in den Föhngebieten massiv an. Am Freitagmorgen um zwei Uhr zeigte das Thermometer in Altdorf einen Wert von 17,9 Grad. Dies war zwar vorerst die höchste Temperatur, die anderen Föhngebiete standen aber nur wenig zurück. In Elm wurden 16,9 Grad gemessen, im St. Galler Rheintal waren es genau 16 Grad und in Evionnaz im Rhonetal lag die Temperatur am Morgen um 4 Uhr bei 15,6 Grad. Im Laufe des Tages werden in den Föhngebieten bis zu 20 Grad erwartet. Dagegen lagen die Temperaturen im Mittelland bei 5 bis 8 Grad.

Wellen am Urnersee bei Isleten am Donnerstagnachmittag.

Bildlegende: Föhn am Urnersee Schon am Donnerstagnachmittag machte sich der Föhn am Urnersee bemerkbar. Luciano Moraschinelli

Orkanböen im Südwallis

Am Freitagmorgen gab es die stärksten Böen auf den Walliser Bergen. Auf dem Grenzgletscher wurden 120 Kilometer pro Stunde gemessen, auf dem Gornergrat zeigte die stärkste Böe einen Wert von 117 Kilometer pro Stunde. Bei mehr als 117 Kilometern pro Stunde spricht man von Orkanböen. Mehr als 100 Kilometer pro Stunde wurden in der Nacht auch auf dem Les Diablerets mit 104 und auf dem Titlis mit 103 Kilometern pro Stunde verzeichnet. In den Tälern lagen die Spitzenwerte verbreitet zwischen 70 und 80 Kilometern pro Stunde, in Altdorf wurden sogar 87 Kilometer pro Stunde verzeichnet. Bis in den Nachmittag hinein gibt es weiter stürmischen Föhn, dann schwächt er sich allmählich ab.

Schattenseite der Medaille

Auf der Alpensüdseite staut sich dagegen die Feuchtigkeit. Dort fällt vor allem am Freitagnachmittag und in der Nacht zum Samstag ergiebiger Regen. Stellenweise muss innerhalb von 24 Stunden mit gegen 100 Millimeter Regen gerechnet werden. Am Wochenende beruhigt sich die Wetterlage beidseits der Alpen rasch, und am Sonntag gibt es, abgesehen vom zähen Nebel über dem Mittelland, viel Sonnenschein. Dazu wird es mild. Stellenweise werden – auch ohne Föhn – bis 19 Grad erwartet, so in der Bündner Herrschaft und am Lago Maggiore. Auf 2000 Metern über Meer steigen die Temperaturen bis auf 11 Grad.