Heute ist Johannistag: Der 24. Juni ist ein bekannter Lostag

Am Mittwoch ist Johannistag oder Tag des heiligen Johannes. Auf diesen Tag gibt es zahlreiche Bauernregeln. Aus diesen lassen sich zwei Trends herauslesen: Häufig gibt es um den Johannistag einen markanten Wetterwechsel. Bleibt dieser aber aus, ändert das Wetter noch lange nicht.

Am Mittwoch war Johannis- oder Johannestag. Der Johannestag erinnert an die Geburt von Johannes dem Täufer, der am 24. Juni geboren worden sein soll. Gemäss dem Lukas-Evangelium soll Johannes sechs Monate älter gewesen sein als Jesu, dem der 24. Dezember als Geburtstag zugeschrieben wird. Der Gedenktag wird in fast allen christlichen Kirchen begangen, in der katholischen Kirche als Hochfest.

In der Meteorologie ein Lostag

Typisch für einen Feiertag war auch das Wetter jeweils am Johannistag ein Thema, und entsprechend gab es zum Johannistag immer mehr Bauern- und Wetterregeln, so dass der Johannistag bald als Lostag galt: ein Tag dem gewisse Wettergesetzmässigkeiten zugeordnet werden. Zu den Lostagen gehören auch der Siebenschläfertag (27. Juni), Weihnachten. Lichtmess (2. Februar) oder auch die Eisheiligen (12. – 15. Mai).

Wetterregeln

„Wenn der Rii vor Johanni nid gross chunnt, so gheit er nohär überusse“ (Rüdlingen SH, 1954). „Sinkt der Rhein vor Johannes, so steigt er nachher wieder“ (Augusthochwasser) (Hemishofen SH, 1972). „Je mehr es blaschtet vor Johannes, deschto weniger nachanä“ (Hombrechtikon, 1972). „Wenns Wätter uf Johanni nit änderet, so änderets nümmä“ (Baselland 1908). „Wenn es regnet an St. Johann, so gehen alle Haselnüsse vor die Hunde“ (Poschiavo, 1967). „Regnet es am Johanni sehr, sind die Haselnüsse leer“ (Jenisberg, GR). „Geben die Johanniswürmchen ungewöhnlich viel Licht, so ist schönes Wetter in Sicht“ (Stadtgärtnerei Schaffhausen). Den meisten Wetterregeln ist eigen, dass das Wetter um den Johannitag umschlägt. Erfolgt kein Wetterwechsel, so ist auch in absehbarer Zeit keine Veränderung mehr in Sicht.

Viel Sonnenschein gab es am Johannistag auf der Spitzflue oberhalb des Schwarzsees.

Bildlegende: Sonniger Johannistag Viel Sonnenschein gab es am Johannistag auf der Spitzflue oberhalb des Schwarzsees. Luciano Moraschinelli

Stimmen die Regeln wird es nun endlich Sommer

Glaubt man den Wetterregeln zum Johannistag könnte uns ein sonniger und trockener Sommer bevorstehen. Pünktlich auf den Johannistag schlug das Wetter um. Abgesehen von einigen meist flachen Quellwolken war es in der ganzen Schweiz am Mittwoch meist sonnig. Ähnlich sonnig war es letztmals am 7. Juni. Glücklicherweise ist bezüglich der Temperaturen in den Wetterregeln nichts zu finden, war doch der Morgen des Johannistages lausig kalt. In La Brévine lag der Tiefstwert bei genau 0 Grad und in La Chaux de Fonds und in Adelboden gab es sogar Bodenfrost. Am Nachmittag wurde es allmählich warm. Es gab verbreitet 22 Grad, im Wallis wurde sogar ein Sommertag verzeichnet. In Sitten lag der Tageshöchstwert bei 25,9 Grad.

Jetzt ist die Flugzeit der Glühwürmchen oder wie sie auch genannt werden: der Johanniswürmchen.

Bildlegende: Johanniswürmchen Jetzt ist die Flugzeit der Glühwürmchen oder wie sie auch genannt werden: der Johanniswürmchen. COLOURBOX

Der Tag des Johanniswürmchens

In diesen Tagen fliegen die Glühwürmchen. In der Schweiz gibt es vier verschiedene Arten von Glühwürmchen, bzw. Leuchtkäfern. Es sind dies das grosse und kleine Glühwürmchen, der Italienische Leuchtkäfer und der Kurzflügel-Leuchtkäfer. Das grosse Glühwürmchen wird auch Johanniswürmchen genannt. Sie sind in diesen Tagen am späten Abend und in der ersten Nachthälfte zu beobachten. Man findet sie an Waldrändern, in Gebüschen und auf feuchten Wiesen. Das Johanniswürmchen kommt in der ganzen Schweiz bis in eine Höhenlage von 2200 Meter vor. Die anderen Arten sind vor allem auf der Alpensüdseite und im Kanton Schaffhausen verbreitet.

Tolle Liebesnacht

Die Leuchtkäfer werden am Abend ihrem Ruf gerecht, wenn sie auf Partnersuche sind. Dabei kommt es in den Leuchtzellen auf der Bauchseite des Hinterleibes zu einer biochemischen Reaktion bei der die freiwerdende Energie in Licht umgesetzt wird. Die verschiedenen Glühwürmchen können auf Grund ihrer Farbe unterschieden werden.

Auch an den kommenden Tagen Beobachtungswetter

Auch am Donnerstag- und Freitagabend erwartet uns ziemlich sonniges und warmes Frühsommerwetter. Nach einer kurzen Wetterkrise am Samstag geht es schon am Sonntag sommerlich weiter.