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Jubiläum 40 Jahre Satellitenbilder für Europa

Wann immer Stürme toben, Unwetter sich zusammenbrauen oder Hochdruckgebiete sich aufbauen, zeigen wir Ihnen dies mit Satellitenbildern. Das ist selbstverständlich, allerdings erst seit 40 Jahren. Eine Geburtstagsrede für das wichtigste Mess-Instrument der Meteorologen.

Schwarzweiss-Bild der Erde
Legende: Meteosat-1 Das erste Bild sendete der Satellit am 9. Dezember 1977. Gut zu sehen ein grosser Tiefdruckwirbel vor den britischen Inseln. ESA

Lieber Meteosat,

die Meteorologie kennt viele grosse Errungenschaften: Radar, Wettermodelle, internationale Zusammenarbeit ohne Grenzen. Die wichtigste Errungenschaft für unsere Wetterprognosen aber bist Du. Ohne Dich würden rund 98% der Daten fehlen, die unsere Wettermodelle benötigen. Ohne Dich wären wir Meteorologen blind und würden unsere Fronten immer noch zwischen den Wetterstationen suchen und gäbe es Dich nicht, wäre unsere Wettersendung nicht komplett, denn Dein Satellitenfilm ist ein fester Bestandteil bei uns.

Satellitenbild
Legende: Satellitenbild vom 23. November 2017 Das Bild von heute zeigt die Wolken einer Kaltfront über der Schweiz. SRF Meteo / Eumetsat

Schweiz von Anfang an dabei

Bild vom Satelliten.
Legende: In den 70er-Jahren waren Discokugeln in, aber das hier ist keine. Es ist «Meteosat-1». Um im All stabil zu schweben, drehte er sich pro Minute 100 Mal um die eigene Achse. ESA

Der Mittwoch, 23. November 1977 ist ein wichtiger Tag in der Geschichte der europäischen Meteorologie, denn an diesem Tag brachte eine amerikanische Trägerrakete den ersten europäischen Wettersatelliten ins All. Er hiess «Meteosat-1».

1972 erkannten die europäischen Staaten, dass ein so wichtiges Projekt wie ein Wettersatellit nur mit Kooperation realisiert werden kann. Die Schweiz gehörte zu jenen acht Staaten, die dieses Projekt als erste schon damals unterstützten, finanziell und ideell.

Immer schneller, immer mehr

«Meteosat-1» sendete alle 30 Minuten neue Daten und es waren Daten in drei Spektralbändern verfügbar: sichtbares Licht, Infrarot und Wasserdampf. Das war damals einzigartig, bisher hatte kein Wettersatellit im Wasserdampfbereich gemessen. Anfang 2018 nimmt nun bereits «Meteosat-11» seinen Betrieb auf. Er gehört zur zweiten Meteosat-Generation und sendet alle fünf Minuten neue Daten für Europa. Er misst in 12 Spektralbändern.

Was wäre ohne Satelliten?

Für mich ist das schier unvorstellbar. Nur dank den Satellitendaten ist es möglich, flächendeckend Daten der Atmosphäre zu erheben. Das ist wichtig, wenn wir Wetterprognosen berechnen wollen, denn je besser wir den Zustand der Atmosphäre kennen, desto besser wird die Prognose. Ohne Satelliten würden die Modelle nur mit Daten von Wetterstationen, Radiosonden, Flugzeugen und ein paar anderen exotischen Messsystemen angetrieben und wir könnten kaum verlässliche Prognosen auf fünf Tage machen.

Blaue Wirbel über Europa
Legende: Fast wie ein Satellitenbild, ist aber keines. 1863 illustrierte Sir Robert Fitzroy das Verhalten von polaren und subtropischen Luftmassen. UK Met Office Barometer

Ohne Dich, lieber Meteo-Satellit, wäre es nicht möglich, einen Hurrikan lückenlos zu überwachen. Und ohne Deine Daten wüssten wir wenig über Dürreperioden, Waldbrände oder Schneeflächen in unzugänglichen Gebieten, hätten dadurch nur schlechte Abflussprognosen für unsere Flüsse und könnten Hochwasser kaum vorhersagen.

Seit «Meteosat-1» sind 40 Jahre vergangen. Seit 40 Jahren bist Du unser Auge, dank dem wir die Atmosphäre immer besser verstehen. Ich freue mich auf Deine dritte Generation, die gerade heranwächst und ab Mitte der 20er Jahre ihre Daten alle 2.5 Minuten senden und in 16 verschiedenen Kanälen messen wird.