Saharastaub zieht langsam weiter

Am Donnerstag und Freitag war der Himmel durch Saharastaub getrübt. Nun wird der Sand allmählich weiter nach Norden verfrachtet. Mit lokalen Niederschlägen kann es am Samstag bei uns aber noch zu Staubablagerungen kommen.

In den letzten Tagen bestand über weiten Teilen Europas eine kräftige Südströmung. Da zu Wochenbeginn über Afrika Sandstürme tobten, sorgte die Südströmung für grosse Staub- und Sanddepositionen in Europa. In der ersten Wochenhälfte war vor allem Westeuropa betroffen, ab Donnerstag gab es vor allem über Mitteleuropa viel Saharastaub.

Der Saharastaub sorgte dafür, dass die Lichter von Crans Montana über dem Wildstrubel rot gefärbt erschienen.

Bildlegende: Nachthimmel über Frutigen Über Frutigen war der Nachthimmel am Dienstagabend rot gefärbt. Fritz Inniger

Trockene Verhältnisse

In Mitteleuropa war es in den vergangenen Tagen weitgehend trocken. Entsprechend war der Saharastaub vor allem in der Luft zu sehen. Einerseits verfärbten sich Himmel und Wolken zeitweise leicht rötlich, anderseits war die Wolkenbildung bedeutend intensiver als gewöhnlich, da es in der Luft mehr Kondensationsteilchen gab als sonst. Über der Schweiz wurde am Donnerstagvormittag die grösste Sandkonzentration verzeichnet, wie die Messungen auf dem Jungfraujoch durch das Paul Scherrer Institut (PSI) zeigten. Da es aber in dieser Zeit trocken blieb, gab es am Boden nicht die unangenehme Sanddeposition.

Am Mittwochmorgen erreichte der Saharastaub auf dem Jungfraujoch seine Maximumkonzentration.

Bildlegende: Saharastaub auf dem Jungfraujoch Verlauf der Saharastaubkonzentration auf dem Jungfraujoch. Paul Scherrer Institut (PSI)

In Spanien braune Sauce

Auf dem spanischen Festland und auf den Balearen ging am Mittwoch Niederschlag nieder. Autofahrer mussten vor der Fahrt die Fahrzeuge erst abspritzen, um klare Sicht zu bekommen. Allein über Katalonien sollen schätzungsweise etwa 50‘000 Tonnen Saharastaub niedergegangen sein. Auch in der Schweiz erlebten wir vor Kurzem solche Verhältnisse. Am 19. Februar hatten wir ein ähnlich starkes Saharaereignis wie an diesem Donnerstag. Damals gab es aber vor allem an den Voralpen der Alpennordseite schwachen Niederschlag. Dadurch wurde eine dicke Staubschicht deponiert. Sie war nicht nur auf den Strassen und Fahrzeugen zu sehen, sondern verfärbte teilweise auch die Skipisten rot. Dies war vor allem in Gstaad, aber auch an zahlreichen Orten in der Innerschweiz zu beobachten. Die Staubdeposition ist bei schwachem Niederschlag am besten zu sehen. Bei starken Niederschlägen wird der zunächst deponierte Sand rasch fortgespült.

Auch bei uns Staubschicht möglich

Da sich der Saharastaub in den vergangenen Tagen über halb Europa ausgebreitet hat, ist es durchaus möglich, dass sich am Samstag bei Niederschlägen auch in der Schweiz lokal eine Staubschicht bilden kann. Da uns aber zu Beginn der kommenden Woche Atlantikluft erreicht, ist der Spuk spätestens am Montag, zumindest vorerst, vorbei.