Septemberwetter: Zurück zur Normalität – nicht viel mehr!

Nach diesem Sommer konnte es nur besser kommen: Und es kam besser! Der September 2014 war ein gutes Grad zu warm, allgemein deutlich zu trocken, und es war etwas sonniger als sonst der Monat September. Berauschend war aber auch der September nicht!

Also doch: Es gibt es noch, das sonnige und milde Wetter in der Schweiz. Auf jeden Fall war der September 2014 im Norden 1 bis 1,5 Grad zu warm (Referenz 1961 – 1990). Im Süden und auf den Bergen war der Wärmeüberschuss mit rund einem Grad bescheidener. Lange Zeit blieb in den Alpen das klassische Wanderwetter aus. Erst am letzten Septemberwochenende gab es auf den Bergen mildes Wetter und hervorragende Fernsicht. Es herrschte klassisches Altweibersommerwetter!

Über dem Haslital dicker Hochnebel, darüber wolkenloses Herbstwetter.

Bildlegende: Hochnebel Am 14. September lag Hochnebel über dem Haslital Elisabeth Bengzon

Allgemein zu trocken

Im Sommer hatte man das Gefühl, dass irgendwann alles Wasser vom Himmel gefallen sein muss. Im September hatte es sich tatsächlich ausgeregnet, auch wenn es dazu keine physikalische Gesetzmässigkeit gibt. Praktisch im ganzen Land war es deutlich zu trocken. Nur in Teilen des Berner Oberlandes und vom östlichen Bodensee bis ins Prättigau entsprachen die Niederschlagsmengen ungefähr dem langjährigen Mittel.

Überflutete Strasse im nächtlichen Wattenwil.

Bildlegende: Sommergewitter In der Nacht vom 20. auf den 21. September gab es Gewitter mit Überschwemmungen, wie hier in Wattenwil. Martin Habegger

Bild einer Schauerzelle unter einem Cumulonimbus

Bildlegende: Schauerzelle Am 8. September lag eine Schauerzelle über dem St. Galler Rheintal und Vorarlberg und brachte kräftigen Regen. Yvette Anhorn

Besonders trocken war es im Mittel- und Südtessin, wo die Niederschlagsmengen nur bei 10 bis 20 Prozent lagen. Dies obwohl es im September im Tessin nur mässig sonnig war. Allgemein lag die Zahl der Sonnenscheinstunden im Bereich des langjährigen Mittels oder knapp darüber. Als eigentliche Sonnenstube entpuppte sich in diesem Monat das westliche Mittelland und die Genferseeregion. Umgekehrt waren der Osten und vor allem auch weite Teile von Graubünden die graue Maus. Auf dem Corvatsch und dem Weissfluhjoch wurden nur 60 Prozent des sonstigen Sonnenscheins registriert.

Zahlreiche orange Kondensstreifen am Himmel über Kriens.

Bildlegende: Spektakuläre Kondensstreifen Am 24. September hatte es am Morgen Feuchte in grosser Höhe und so sorgten Kondensstreifen für ein Farbenspektakel. Mischa Hug

Sommertage meist nur Durchschnitt

Im September darf man auch auf der Alpennordseite immer noch mit ein paar Sommertagen rechnen, also Tagen mit Höchsttemperaturen von mehr als 25 Grad. In Basel gab es immerhin noch 6 Sommertage und am Jurasüdfuss verbreitet 4. An diesen Orten waren die Sommertage überdurchschnittlich, in den meisten anderen Regionen ging es aber im gleichen Takt wie im Sommer weiter. Wärme oder gar Hitze waren Fehlanzeige. – Immerhin: Ilanz verzeichnete mit 26,3 Grad am letzten Septembersonntag noch einen Sommertag.

Nebelschwaden umgarnen Bäume und Häuser.

Bildlegende: Nebelschwaden Am 27. September hatte es dem Hochrhein entlang Nebelschwaden. Helmut Kohler

Erster Bodenfrost im Mittelland

Die höchsten Monatstemperaturen wurden im Wallis verzeichnet. Sowohl Sitten wie Visp meldeten am 8. September eine Höchsttemperatur von 28,3 Grad. Die tiefste Temperatur des Monats wurde mit -10,7 Grad am 25. September auf dem Jungfraujoch registriert. Der Kaltluftvorstoss am 22. September und die nachfolgende klare Nacht führten am 23. September im Mittelland bereits zum ersten Bodenfrost. Auch am 24. September gab es in Muldenlagen nochmals Bodenfrost, dann erreichten allmählich wieder wärmere Luftmassen unser Land.

Aufgepeischter Neuenburgersee bei der Mündung in den Zihlkanal.

Bildlegende: Windiger Sonntag Am 21. September gab es vor einer Kaltfront am Neuenburgersee kräftigen Wind. Martin Wälchli

Geht der Altweibersommer weiter?

An diesem Wochenende, dem letzten Septemberwochenende, wurden wir seit langem wieder einmal mit einem richtigen Hoch verwöhnt. Das Hoch zog zwar schon am Sonntag nach Osteuropa weiter, hatte aber genau die richtige Position, dass sich bei uns Altweibersommerwetter einstellen konnte. In den kommenden Tagen bleibt es mild, allerdings hat es mehr Wolken und zur Wochenmitte wird es auch zeitweise nass.