Taifun fegt über die Philippinen

Der Taifun Rammasun traf am Dienstag Morgen als erster Wirbelsturm seit Beginn der Regenzeit im Juni auf den Philippinen ein. Damit wurde die Taifunsaison auf den Philippinen eröffnet.

Acht Monate nach dem Supertaifun Haiyan ist von Dienstag auf Mittwoch der erste Wirbelsturm der Taifunsaison 2014 über die Philippinen gefegt. Der Taifun namens Rammasun erreichte durchschnittlich Windgeschwindigkeiten von 185 km/h, in Böen sogar 220 km/h.

Kartenausschnitt der Philippinen mit punktuellen Messungen von Niederschlag, Wind, Sturmflut. Oben rechts ist die prognostizierte Zugbahn von Taifun Rammasun abgebildet.

Bildlegende: Zugbahn des Taifun Rammasun Am Dienstag 15. Juli um 6 UTC traf Rammasun mit Windgeschwindigkeiten von 185 km/h auf die Küste der Philippinen. reliefweb.int

Die Hauptstadt Manila entkam dem Taifun Rammasun mit einem blauen Auge. Gemäss Reuters sind bisher 10 Tote zu beklagen. In und um Manila waren vorübergehend 85% der Menschen ohne Strom. Auf dem inter-nationalen Flughafen mussten 200 Flüge gestrichen werden. Ein Langstreckenflugzeug der Singapore Airlines wurde von einer Böe rund 5 Meter versetzt und rammte dabei ein benachbartes Objekt. Die von den lokalen Wetterdiensten befürchteten gravierende Überschwemmungen blieben weitgehend aus. Einerseits zog der Sturm so schnell über die Insel hinweg, dass in dieser Zeit nur wenig Niederschlag fallen konnte. Andererseits schwächte sich Rammasun über Land ab und erreichte Manila als Wirbelsturm der Kategorie 1. Experten gehen davon aus, dass sich der Taifun in den nächsten Tagen über dem Südchinesischen Meer wieder verstärkt und sich Richtung Südchina verlagert. Dort wird er am Freitagmorgen als Sturm der Kategorie 3 erwartet.

Die Entwicklung von einem tropischen Sturm zu einem Taifun setzt verschiedene Faktoren voraus. Dazu zählen unter anderen eine Oberflächentemperatur des Meeres von mindestens 26.5°C, ein gewisser Abstand zum Äquator (mindestens 5 Grad Nord oder Süd) und geringe Unterschiede zwischen Höhen- und Bodenwind, bezüglich Richtung und Geschwindigkeit. Erreicht der Bodenwind eine Geschwindigkeit von über 118 km/h, wird der Sturm als Taifun klassifiziert.

Taifun Rammasun erfüllte diese Kriterien und traf als erster Wirbelsturm seit Beginn der Regenzeit im Juni, auf den Philippinen ein. Damit wurde die Taifunsaison auf den Philippinen eröffnet. Von Juni bis November werden die Philippinen im Schnitt von 20 Wirbelstürmen heimgesucht. Wie viele es dieses Jahr tatsächlich werden, hängt mitunter auch vom Pazifikphänomen El Niño ab.

Ein Flügel der Boeing 777-200 touchierte die Passagierbrücke und wurde beschädigt.

Bildlegende: Beschädigtes Langstreckenflugzeug Ein Langstreckenflugzeug der Singapore Airlines wurde von einer Böe rund 5 Meter versetzt. KEY

Anhand der momentan gemessenen Meeresoberflächentemperaturen lässt sich dieses Jahr einen Trend hin zu einem El Niño erkennen. Damit würde die Wassertemperatur in den Meeren um die Philippinen etwas kühler ausfallen und für eine etwas entspanntere Taifunsaison sorgen.

Supertaifun Haiyan

Zum Vergleich: Supertaifun Haiyan im November 2013 war ein Wirbelsturm der Kategorie 5 mit durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten von 230 km/h und Böenspitzen um 315 km/h. Dabei kamen auf den Philippinen über 6000 Menschen ums Leben.