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Art-Game Game «Kids»: Wie verhält sich der Mensch in der Masse?

Zwei bekannte Schweizer Game-Designer zeigen ihr neustes Werk in einem Museum.

Eine Figur wird vom Individuum zur Masse
Legende: Screenshot Museum of Digital Arts, MuDA

Vor drei Jahren landeten Michael Frei und Mario von Rickenbach mit ihrem Art-Game «Plug and Play» zum Thema Liebe einen Grosserfolg. In ihrer neusten Arbeit «Kids» setzen sich die beiden Schweizer Game-Designer mit dem Individuum in der Masse auseinander. Das Museum of Digital Arts, Link öffnet in einem neuen Fenster (MuDA) in Zürich zeigt eine Zwischenbilanz dieses Projektes.

Reduktion

Auch diesmal arbeiten die beiden Macher mit wenigen Mitteln, die sie gezielt einsetzen: Schwarz-weisse Grafik, der Mensch ist reduziert auf eine Strichfigur, die in unzähligen Kopien auftritt; anstelle einer konventionellen Geschichte erscheint eine Abfolge von Szenen, die eine unkonventionelle Game-Mechanik verbindet: «Wie schon beim letzten Game ist nie ganz klar, was das Ziel ist. Man muss ausprobieren und irgendwie kommt man dann weiter», erklärt der Programmierer Mario von Rickenbach.

«Kids» soll trotzdem für alle spielbar sein, auch für Menschen ohne Game-Erfahrung – und das in maximal 30 Minuten. «Ich freue mich immer, wenn ich ein Game finde, das ich in einer halben Stunde spielen kann», sagt Mario von Rickenbach. Und so ist es das Ziel der beiden, in einem kurzen Game Inhalte zu vermitteln, die bei den Spielenden in Erinnerung bleiben.

Noch ist das Projekt nicht abgeschlossen und das Game nicht erhältlich. Die Ausstellung ist auch eine Art Beta-Test: Die beiden Macher beobachten gespannt, wie die Besucher auf das Gezeigte reagieren und welche Szenen ihnen im Game Mühe bereiten.

Beschreiben statt werten

Eine wichtige Inspirationsquelle sei das Buch «Masse und Macht» von Elias Canetti gewesen, erzählt der Zeichner Michael Frei: «Canetti beschreibt oft die Masse, wie sie aussieht, wie sie sich verhält – ohne zu werten oder zu interpretieren.»

Die beiden Game Designer gewähren in der Ausstellung auch einen Einblick in ihre Arbeitsweise: Die Besucher sehen ein paar wenige Skizzen auf einem Smartphone-Bildschirm und verschiedene Animationen. In einem kurzen Video geben sie Hinweise zu ihrer Arbeitsweise, mehr nicht. Vieles bleibt schemenhaft und geheimnisvoll. Wie die im Ausstellungsraum verteilten Stoffpuppen laden also auch die Hintergrund-Materialien zur Interaktion ein.

«Kids» ist nicht nur ein Game: Die Macher arbeiten auch an einem Kurzfilm und einer Rauminstallation, die beide auf den Zeichnungen und Animationen des Games aufbauen. Die Rauminstallation kann man ebenfalls in der Ausstellung entdecken. Dabei beeinflusst die Verteilung der Museumsbesucher im Raum, wie die Menschen und Massen auf drei Wände projiziert werden.

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