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International 1000 Militärpolizisten besetzen Favela in Rio

Zweieinhalb Monate vor Beginn der Fussball-WM haben über 1000 Militärpolizisten eine grosse Elendssiedlung beim internationalen Flughafen von Rio erobert. Somit ist der Weg frei für die Fussball-Fans.

Augenzeugen beobachteten, wie bei Tagesanbruch Sondereinheiten mit gepanzerten Fahrzeugen in die Siedlung vorrückten. Auch vier Helikopter wurden eingesetzt. 5 der 16 Favelas des so genannten Maré-Komplexes sind mittlerweile unter staatlicher Kontrolle. Das erklärte die Sicherheitsbehörde des Bundesstaates Rio.

Weg frei für die Fans

In Maré sollen Rauschgift- und Waffenhändler Unterschlupf gefunden haben. Diese wurden zuvor aus anderen Favelas verjagt. Schon am Mittwoch waren Sicherheitskräfte in das Elendsviertel eingedrungen, um die Besetzung vorzubereiten.

Die Maré-Favelas mit ihren rund 130'000 Einwohnern gehören zu den gefährlichsten Orten Rios. Zigtausende Fans werden im Sommer von dort aus zum Fussballstadion und in die Innenstadt starten.

Favelas sollen befriedet werden

Die Besetzung des Maré-Komplexes ist eine weitere Etappe der Sicherheitskräfte beim Versuch, die Brennpunkte der Gewalt zu beruhigen. Seit 2008 wurden in 174 Favelas 38 Einheiten der sogenannten Befriedungspolizei (UPP) stationiert.

Seit Jahresbeginn gerieten Mitglieder der UPP aber zunehmend ins Visier von Kriminellen. Insgesamt acht Polizisten wurden in denen vergangenen drei Monaten von mutmasslichen Mitgliedern des organisierten Verbrechens getötet – vier in sogenannten befriedeten Distrikten.

Brasilien rechnet während der Fussballweltmeisterschaft vom 12. Juni bis 13. Juli mit 600'000 ausländischen Touristen. In Rio, einem von zwölf Austragungsorten, findet unter anderem das Endspiel statt. 2016 werden in Rio ausserdem die Olympischen Sommerspiele ausgetragen, die ersten in Südamerika.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Müssen wir uns nun auch wieder drei Monate lang das amerikanische Gejaule anhören lassen von wegen Sanktionen gegen Brasilien und Volksaufklärung über das Völkerrecht, das verletzt wurde, ohne dabei irgend einen Paragraphen zu nennen?
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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    Einerseits ist es für viele Bewohner eine Erleichterung, wenn die Militärpol. Präsenz markiert und die Favelas befriedet. Andererseits wird durch die gewonnene relative Sicherheit das Wohnen in diesen Gebieten atraktiver und die Vermieter greifen die Gelegenheit am Schopf und erhöhen die Mieten. Fazit. Die wirklich armen Schichten ziehen aus und es entstehen "neue" Favelas und das ganze Spiel beginnt von Neuem. Auch die PT der Staatspräs. kennt das Wort "Nachhaltigkeit" nur vom hören sagen.
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