Suspendierungen in der Türkei 14'000 Beamte in einer Woche freigestellt

  • 3974 türkische Staatsbedienstete wurden am Samstag entlassen. Unter ihnen sind mehr als 1000 Mitarbeiter des Justizministeriums sowie über 1000 Armeeangehörige.
  • Damit sind es nun 14'000 Entlassene innerhalb einer Woche.
  • Grund für die Entlassungen ist das Vorgehen gegen mutmassliche Putsch-Unterstützer vom 16. Juli 2016.
  • Seit dem Putschversuch wurden in der Türkei zehntausende mutmassliche Gülen-Anhänger inhaftiert oder aus dem Staatsdienst entlassen.
  • Erst am Mittwoch hatte die Polizei bei landesweiten Razzien mehr als tausend Verdächtige festgenommen, tausende weitere wurden per Haftbefehl gesucht.
  • Am selben Tag suspendierte die Polizei in den eigenen Reihen mehr als 9100 Beamte, weil sie Verbindungen zum Gülen-Netzwerk haben sollen.
Video «Nachrichten Ausland» abspielen

Nachrichten Ausland

0:34 min, aus Tagesschau vom 26.4.2017

Im Rahmen der jüngsten Repressionswelle haben die Behörden in der Türkei den Zugang zu Wikipedia gesperrt. Die Online-Enzyklopädie versuche, eine «Schmierenkampagne» gegen die Türkei zu führen, hiess es zur Begründung.

In einigen Artikeln werde der Eindruck erweckt, die Regierung Erdogan koordiniere ihr Vorgehen mit militanten Gruppen, teilte das Ministerium für Informations- und Kommunikationstechnologie mit. Der Zugang werde freigegeben, sobald Wikipedia die Forderungen der Ankaras erfülle.

Kuppelei verstosse gegen türkische Tradition

Die türkische Regierung hat inzwischen auch Datingshows verboten. Radio- und TV-Sendungen, in denen Menschen, die einen Partner oder eine Partnerin suchen, einander vorgestellt werden, könnten nicht zugelassen werden, hiess es in einem Dekret. Vizeregierungschef Numan Kurtulmus hatte das Verbot im März angekündigt. Derartige Sendungen passten nicht zu den Sitten und Traditionen.

Regierungsgegner befürchten, dass die islamisch-konservative Partei AKP der Gesellschaft ihre Ideen aufzwingt. In der Vergangenheit hatte Ankara bereits die Videoplattform YouTube und den Kurznachrichtendienst Twitter eingeschränkt.