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Seit 9/11 16 Jahre Krieg in Afghanistan

Mit Donald Trump beschäftigt der Konflikt in Afghanistan bereits den dritten US-Präsidenten. Eine Übersicht.

Oktober 2001. Unter dem ehemaligen Präsidenten George W. Bush beginnt die Invasion der US-geführten Koalition in Afghanistan. Auslöser sind die Anschläge vom 11. September. Im Afghanistan sind die Taliban an der Macht. Sie weigern sich, den mutmasslichen Drahtzieher der Anschläge, Osama bin Laden, auszuliefern.

George W. Bush mit Sicherheitsrat im Situation Room
Legende: George W. Bush bespricht die Lage in Afghanistan mit seinem Sicherheitsrat. Aufnahme vom 2. Oktober 2001. Reuters

November 2001. Die Taliban werden gestürzt. Osama bin Laden entkommt.

Januar 2002. Die International Security Assistance Force (ISAF) soll die Sicherheit im Land herstellen und den Wiederaufbau ermöglichen. 2003 übernimmt die Nato das Kommando. Es ist das erste Mal, dass das Militärbündnis ausserhalb Europas aktiv wird.

Zwei US-Soldaten vor einem Helikopter
Legende: Nachdem die Taliban aus den Städten vertrieben sind, verlagern sich die Kämpfe in die Berge. US-Truppen im März 2002. Reuters

Oktober 2004. Eine Verfassung wird abgesegnet und es kommt zur ersten Präsidentenwahl nach westlichem Vorbild. Hamid Karzai gewinnt und wird vereidigt. Die Taliban und Al-Kaida haben sich in die Berge zurückgezogen und bekämpfen die neue Regierung und die westlichen Truppen von da aus.

Februar 2009. US-Präsident Barack Obama, der Nachfolger von George W. Bush, vergrössert die Truppenzahl. Nun sind mehr als 53'000 US- und 32'000 Nato-Soldaten in Afghanistan stationiert.

März 2011. In einer Spezialoperation der USA wird Osama bin Laden in Pakistan getötet.

Obama mit seinem Sicherheitsrat
Legende: Barack Obama verfolgt die Tötung von Osama bin Laden mit seinem Sicherheitsrat. Aufnahme vom Mai 2011. Reuters

Juni 2011. Obama befiehlt, 30'000 Truppen aus Afghanistan abzuziehen. Bis 2017 soll die Truppenstärke dann auf 1000 US-Soldaten geschrumpft sein.

Juli 2011. Die Nato übergibt die Verantwortung über das Land an afghanische Sicherheitskräfte. Westliche Soldaten bleiben als Berater.

September 2014. Der frühere Finanzminister Aschraf Ghani wir als neuer Präsident und Nachfolger Karsais vereidigt.

US-Soldaten nach Selbstmord-Anschlag
Legende: US-Soldaten inspizieren im August 2017 ein Nato-Fahrzeug, das durch einen Selbstmord-Anschlag zerstört wurde. Reuters

Januar 2015. Die Taliban sind auf dem Vormarsch und verstärken ihre Angriffe auf Städte. In einem Bericht an den US-Kongress vom Herbst 2016 heisst es, die afghanische Regierung kontrolliere nur noch 65 Prozent des Landes.

Januar 2017. Barack Obama kann sein Versprechen, den grössten Teil der US-Truppen aus Afghanistan abzuziehen, nicht einhalten. Nach wie vor sind über 8000 US-Soldaten in Afghanistan stationiert.

August 2017. Der neue US-Präsident Donald Trump gibt seine Afghanistan-Strategie bekannt. Entgegen seinen früheren Aussagen will er den Militäreinsatz verstärken.

Laut einer Studie der Brown University sind seit dem Beginn des Krieges im Oktober 2001 über 110'000 Menschen gestorben – Stand Juli 2016.

15 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Afghanistan war, abgesehen von den Städten, bislang nie(!) unter Nato-Kontrolle. Es bräuchte eine mindestens 1 Million Mann starke und 20 Jahre dauernde UNO-Mission, die zudem die Infrastruktur in Afghanistan erstellt und so einen gewissen Wohlstand und Bildung fördert. Was wiederum zur Stabilisierung des seit über 40 Jahren von Bürgerkriegen heimgesuchten, wunderschönen Landes führt, das eigentlich das touristische Potential hat, den Alpenländern locker den Rang ablaufen zu können.
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Derzeit beträgt die Truppenstärke der USA in Afghanistan rund 8000 Mann (entgegen Obamas Absicht übrigens), Deutschland stellt das zweitstärkste Detachement mit 1000 Mann. Was Trump will, ist ganz klar eine grössere Beteiligung der Nato-Staaten, die, um einen "Afghanischen IS" zu verhindern, absolut notwendig ist. Damit dürfte Trump zu Zeiten des Wahlkampfs in Deutschland nicht gerade gut ankommen.....
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  • Kommentar von Jacqueline Zwahlen (Jacqueline Zwahlen)
    Es wäre besser gewesen, die Amerikaner hätten gar nichts unternommen nach 9/11. Schlimmer als es heute ist, wäre es jedenfalls nicht.
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    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      @zwahlen: Flasch! Afghanistan war unter den Taliban ein quasi "sicheres" Trainings- und Ausbildungslager für Terroristen, die den gesamten Hindukusch (inkl. Usbekistan, Tadschikistan, Teile Chinas etc.) destabilisierten. Zumindest in den Städten herrscht wieder eine gewisse Freiheit für die dort lebenden Menschen, die unter den Taliban unerträglich leiden mussten. Allein deswegen hat sich der Sturz der Taliban gelohnt, wie auch der Sturz Saddam Husseins für die Kurden eine Befreiung war.
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