Zum Inhalt springen

Vor dem G20-Gipfel in Hamburg 200 Demonstranten von Basel aus aufgebrochen

Legende: Video G20-Gegner am Badischen Bahnhof abspielen. Laufzeit 3:16 Minuten.
Aus 10vor10 vom 05.07.2017.
  • Hamburg rüstet sich für den G20-Gipfel am kommenden Wochenende: Erwartet werden nicht nur zahlreiche Staatsgäste und ihre Delegationen, sondern auch zehntausende Demonstranten.
  • Auch aus der Schweiz werden mehrere hundert Aktivisten erwartet. Für ihre Anreise wurde eigens ein Sonderzug gechartert. Dieser fuhr nach 18 Uhr ab – fast vier Stunden später als geplant.
  • Angesichts zahlreicher angekündigter Proteste steht der Polizei in Hamburg ein beispielloser Einsatz bevor: Mehrere tausend Beamte aus mehreren Bundesländern sind im Einsatz.

Gegen Abend fuhren rund 200 G20-Kritiker von Basel Badischer Bahnhof aus in Richtung Hamburg, wie ein SRF-Mitarbeiter vor Ort sagte. Der Bahnhof sei für die Demonstranten teilweise abgeriegelt worden.

Bevor sie ihre Reise antreten konnten, mussten die Aktivisten sich im Badischen Bahnhof einer minuziösen Polizeikontrolle unterziehen.

Schon Stunden vor der für 14.27 Uhr terminierten Abfahrt des aus zwölf Waggons bestehenden Sonderzugs der G20-Gegner hatten Sicherheitskräfte im Badischen Bahnhof Stellung bezogen. Im Einsatz standen auf dem Bahnhofareal Beamte aus Deutschland und der Schweiz. Allein die deutsche Bundespolizei war mit über hundert Personen vor Ort, wie eine Sprecherin sagte.

Aufwendige Kontrollen

Weil die Kontrolle der G20-Gegner viel Zeit in Anspruch nahm, verzögerte sich die Abfahrt des Sonderzugs bis 18.23 Uhr. Die Aktivisten mussten während Stunden vor dem Bahnhof ausharren, bis sie tröpfchenweise in kleinen Gruppen zur Kontrolle auf den von der Polizei abgeriegelten Bahnsteig vorgelassen wurden.

Der Zug wird am frühen Donnerstagmorgen in Hamburg erwartet. Wer den Zug gechartert hat, ist nicht klar. Die Deutsche Bahn konnte dazu keine Angaben machen.

Zehntausende Demonstranten werden erwartet

In Hamburg findet am kommenden Wochenende das Treffen der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer statt. Die Stadt ist im Ausnahmezustand, denn zum Gipfel auf dem Messegelände in der Innenstadt werden zehntausende Demonstranten erwartet.

Bereits seit Tagen kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und G20-Kritikern. Am Dienstagabend hatten die Gipfelgegner ihren Protest auf die Strasse getragen, die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen sie vor.

Gestritten wird zudem um ein Protestlager vor den Toren der Stadt. Die Stadt hat Protestcamps zwar als Versammlungsort genehmigt, Übernachtungen dort aber verboten. Trotzdem bauten G20-Gegner weitere Zelte auf. Wie schon am vergangenen Wochenende schritt die Polizei ein und räumte mehrere Zelte.

«Alternativgipfel» geplant

Auch für Mittwoch sind weitere Proteste geplant – unter anderem ein «Alternativgipfel», zu dem bis zu 1500 Teilnehmer erwartet werden. Eingeladen hat ein breites Bündnis – darunter das globalisierungskritische Netzwerk Attac, die Grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung, die Naturschutzorganisation Robin Wood, die Interventionistische Linke und der Flüchtlingsrat.

Zum Treffen der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer am Freitag und Samstag werden in Hamburg mehr als 100'000 Gegendemonstranten erwartet – darunter bis zu 8000 gewaltbereite.

37 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Man muss froh und dankbar sein für jedes dieser Treffen. Zwischen Staaten ist die Alternative zu reden bekanntlich schiessen. Also sollten solche Treffen möglichst oft stattfinden. Und das ungestört. Nebenbei: Afrikanische Staaten sitzen nicht mit am G20-Tisch, weil sie nichts beizutragen haben zu den Problemen der Welt, nicht mal zu den Problemen, die sie selbst verursachen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Wenn ein paar hundert Rechte ein gewaltfreies Konzert in einem geschlossenen Raum geben wollen, werden sie von der Polizei praeventiv daran gehindert und gar auch schon an der Grenze zurueckgewiesen. Wenn Tausende Linke zu einem Landfriedensbruch mit Gewalt an Personen und Sachen anreisen, werden sie nur kontrolliert, statt zurueckgewiesen und der Sonderzug gestrichen. Ausfressen muss es dann die Polizei des Tatortes gar auch mit verletzten und wohl auch bald toten Beamten....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Marc Hofer (M. Hofer)
    Ja Ja....... wir Schweizer können natürlich aus der gemütlichen Stube, mit vollem Magen, gut solche Kommentare wie hier schreiben. Unsere Banken bunkern ja auch Milliarden von div. Despoten, Diktaturen und sonstigen Verbrechern. Auch die Drahtzieher die an den Börsen mit Lebensmitteln spekulieren und die armen Länder in den Ruin treiben, fühlen sich sehr wohl bei uns. Wie gesagt, passt alles zu den vorhanden Kommentaren. SHAME YOU.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen