Kampf gegen die Mafia 25 Jahre nach Borsellinos Tod – Arbeit ohne Ende

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Italien gedenkt des 25. Todestages von Mafia-Jäger Borsellino

1:41 min, aus Tagesschau vom 19.7.2017

  • In Palermo sind Tausende Menschen im Gedenken an den vor 25 Jahren ermordeten italienischen Mafia-Jäger Paolo Borsellino auf die Strasse gegangen.
  • Gleichentags sind in der sizilianischen Stadt 34 Mafiosi des einflussreichen Cosa-Nostra-Clans Brancaccio festgenommen worden.

Am 19 Juli 1992 kurz nach 17 Uhr detoniert in Palermo eine Bombe. Ziel des Anschlags: der Mafia-Jäger Paolo Borsellino. Der 52-Jährige und fünf seiner Leibwächter kommen ums Leben.

25 Jahre nach dem Anschlag an der Via D'Amelio in Palermo haben Freunde und Kollegen des getöteten Staatsanwalts sowie dutzende Bürger Blumensträusse niedergelegt. An der Zeremonie beteiligte sich auch Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella, der die Angehörigen des ermordeten Staatsanwalts traf.

Die Mafia-Jäger der ersten Stunde: Giovanni Falcone e Paolo Borsellino.

Bildlegende: Die Mafia-Jäger der ersten Stunde: Giovanni Falcone e Paolo Borsellino. Keystone

Mafia «kein unbesiegbares Übel»

«Borsellino hat die Mafia mit Entschlossenheit bekämpft, weil er wusste, dass die Mafia kein unbesiegbares Übel, sondern ein kriminelles Phänomen ist, das ausgemerzt werden kann. Um dieses Ziel zu erreichen, genügt jedoch die Justiz nicht, man muss vor allem unter den Jugendlichen eine Kultur der Legalität verbreiten», sagte Mattarella.

Der aus Sizilien stammende Staatschef hatte 1980 seinen Bruder Piersanti verloren, der als Präsident des sizilianischen Regionalparlaments von der Mafia ermordet wurde.

Senatspräsident und Ex-Anti-Mafia-Staatsanwalt Pietro Grasso betonte, dass die Mafia trotz Borsellinos Opfer nicht besiegt sei, sondern immer noch in der Politik und in der öffentlichen Verwaltung floriere. Immer breitere Teile der sizilianischen Gesellschaft würden jedoch gegen die Erpressung und den Druck der mafiösen Macht rebellieren. Die Erfolge im Einsatz gegen die finanziellen Interessen der Cosa Nostra seien vor allem in den vergangenen Jahren beeindruckend.

In Erinnerung an Borsellino, der mit seinem ebenfalls im Jahr 1992 ermordeten Kollegen Giovanni Falcone zu einem Symbol des Kampfs gegen die «Krake Mafia» geworden ist, fanden diese Woche in ganz Italien zahlreiche Gedenkfeiern statt.

Schlag gegen die Mafia

Ausgerechnet am Jahrestag der Ermordung von Paolo Borsellino sind der Polizei 34 Mafiosi ins Netz gegangen. Dabei handelt es sich um Mitglieder des einflussreichen Cosa-Nostra-Clans Brancaccio.

Beschlagnahmt wurden laut Polizei Immobilien, Bargeld und Unternehmen im Wert von 60 Millionen Euro. Der Clan hatte Verbindungen in mehreren Regionen Italiens und ausgedehnte Interessen in der Toskana.