36 Menschen sterben bei Minenunglück in Russland

In einem russischen Bergwerk nahe der Arktis kamen am Donnerstag infolge einer Methangasexplosion 26 Kumpel ums Leben. Während der Rettungsaktion am Sonntag ereignete sich eine zweite Explosion: 6 weitere Menschen starben, darunter fünf Rettungskräfte.

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Rettungskräfte begeben sich an die Unfallstelle

0:43 min, vom 28.2.2016

Rettungskräfte vor ihrem Einsatz

Bildlegende: Während des Rettungseinsatzes kamen fünf Rettungskräfte ums Leben. Keystone

Bei einem schweren Minenunglück in Russland sind insgesamt 36 Menschen ums Leben gekommen. Die Betreiberfirma erklärte zunächst vier Kumpel für tot. 26 Arbeiter wurden am Donnerstag nach einer Methangasexplosion in der Sewernaja-Mine in der Arktis als vermisst gemeldet. Bei einer weiteren Explosion in dem Bergwerk am Sonntag starben fünf Rettungskräfte und ein Arbeiter.

110 Menschen in 748 Meter Tiefe

Bei der Explosion am Donnerstag hatten sich 110 Menschen in 748 Meter Tiefe unter Tage befunden. 80 Menschen überlebten das Unglück. Das Bergwerk befindet sich in der russischen Teilrepublik Komi, hundert Kilometer nördlich des Polarkreises nahe der Stadt Workuta.

Die Betreiberfirma Vorkutaugol, die zum russischen Stahlkonzern Severstal des Milliardärs Alexej Mordaschow gehört, hatte ebenso wie die Behörden gezögert, die vermissten Kumpel für tot zu erklären – obwohl es nach dem Unglück keinen Kontakt zu ihnen gab.

Es wurde eine grossangelegte Suche nach den Bergleuten eingeleitet. Hunderte Rettungskräfte versuchten durch Dunkelheit, Rauch, gasgeschwängerte Luft und Schutt zu den eingeschlossenen Kumpeln zu gelangen

Zweite Explosion während Rettungseinsatz

Am Sonntagmorgen ereignete sich inmitten des Rettungseinsatzes eine weitere Methangasexplosion. Dabei kamen fünf Rettungskräfte und ein Arbeiter ums Leben, wie ein Sprecher des örtlichen Katastrophenschutzministeriums sagte. Den Angaben zufolge hielten sich während der Explosion 77 Menschen zu einem Rettungseinsatz unter Tage auf. 71 Menschen seien lebend geborgen worden, elf von ihnen seien verletzt.

Immer wieder tödliche Unglücke

Die Explosionen in der Sewernaja-Mine sind eines der schwersten Bergbau-Unglücke in der jüngeren Geschichte Russlands. Im russischen Bergbau ereignen sich aber immer wieder tödliche Unglücke. Oft sind veraltete Anlagen oder Verstösse gegen Sicherheitsauflagen die Ursache. Im Februar 2013 waren bei einer Explosion in einer anderen Mine in Workuta 18 Menschen ums Leben.

Die Region Workuta 2000 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Moskau ist für ihre extremen klimatischen Bedingungen bekannt. Während der Herrschaft Stalins wurden dort zehntausende Zwangsarbeiter in Minen beschäftigt. Nach der Schliessung der Arbeitslager in den 50er-Jahren wurde der Bergbau weiter betrieben.