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International Absender der Waffen im Panama-Kanal meldet sich

Am Dienstag ist im Panama-Kanal ein nordkoreanisches Schiff gestoppt worden. An Bord befanden sich – versteckt unter Zucker – Raketenteile und Kampfjets. Nun reagiert der Absender: Das Schiff transportiere «veraltetes» Kriegsmaterial in die Werkstatt.

Legende: Video Kubas Regierung für Waffenfracht verantwortlich abspielen. Laufzeit 1:04 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 17.07.2013.

Die kubanische Regierung hat einen Waffentransport nach Nordkorea in dem von Panama gestoppten Schiff bestätigt. Es habe sich um «veraltetes defensives Kriegsgerät» gehandelt, teilte das kubanische Aussenministerium am Dienstag mit. Die Waffen sollten in Nordkorea repariert und dann wieder zurück nach Kuba geschickt werden. Panama hatte am Vortag ein verdächtiges Schiff am Panamakanal gestoppt und auf den undeklarierten Transport von Kriegsmaterial verwiesen.

Karte Panamakanal.
Legende: Colón liegt am atlantischen Zugang zum Panamakanal. Der 82 Kilometer lange Kanal verbindet den Atlantik mit dem Pazifik. SRF

SRF-Auslandredaktor Fredy Gsteiger zweifelt an der Logik der Argumentation: Laut Kuba handle es sich um überzählige Waffen. «Warum sollte man sie dann reparieren lassen? Das ist ein offensichtlicher Widerspruch.»

Zudem sei es völlig unüblich, dass Waffenteile zu Reparaturen um die halbe Welt geschifft oder geflogen werden. «Kuba hätte auch nordkoreanische Techniker einfliegen lassen können», sagt Gsteiger.

Zuvor hatte Panama nach Angaben von lokalen Medien die USA und Grossbritannien um Hilfe bei der Untersuchung der gefundenen Kriegstechnologie gebeten. Präsident Ricardo Martinelli hatte am Montag auf Raketenteile hingewiesen. Die Behörden hatten das Schiff seit vergangenem Mittwoch auf dem Radar. Allerdings vermuteten sie eher Drogen als Waffen, sagte Sicherheitsminister José Raúl Molino einem Radiosender. Tatsächlich aber transportierte das Schiff grosse Mengen Zucker – und darunter das Waffenmaterial.

Waffensysteme aus der Sowjetunion

Es habe sich um Luftabwehrsysteme des Typs Wolna und Petschora gehandelt, bestätigte Kuba. Ausserdem seien an Bord verschiedene Raketenteile, zwei Flugzeuge des Typs MiG-21 und 15 Motoren dieser Art Maschinen gewesen. Alle Waffensysteme sind sowjetischer Herkunft.

Gsteiger wirft die Frage auf: «Was nützen den Nordkoreanern enge militärische Beziehungen zu Kuba?» Vermutlich wenig. Kuba habe in seiner Armee vor allem veraltete Waffen aus der Sowjet-Zeit. Und in der Raketentechnologie sei Kuba nicht so fortgeschritten wie Nordkorea.

Die USA reagierten indes vorsichtig. Washington begrüsste die Aktion der panamaischen Behörden mit einem Hinweis auf die UNO-Sanktionen gegen Nordkorea. Allerdings vermied die US-Regierung weitere Kommentare auch hinsichtlich der Rolle Kubas.

Auslandredaktor Gsteiger erwartet, dass allfällige Konsequenzen der UNO gering sein werden. «Es wird gewisse Kritik an Kuba geben, aber keine harten Massnahmen.» Kuba geniesse in der UNO den Schutz Russlands. «Man wird darüber reden. Und damit wird sich's haben.»

9 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Kathriner, Sarnen
    es darf gelacht werden, wieder mal eine kleine Verwirrung der Schreiberlinge, und der UNO-Sanktionsgnädigen. Die Kubaner und Russen wussten doch das Schiff beschlagnahmt wird und können so ihre alten Waffen entsorgen und sich heimlich ins Fäustchen lachen.
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    1. Antwort von Ch. Gerber, Basel
      Interessante überlegung, doch werden wohl die Kosten entweder Kuba oder den Nordkoreaner belastet. Oder es Funktioniert tatsächlich. Aber ich glaube das es ein Misserablen Schmuggelversuch war.
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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Ein nordkoreanisches Schiff? Mit Waffen? Vermutlich dient der Zucker zusammen mit Dünner noch zur Sprengstoff Herstellung. Für wie blöd hält Nordkorea die Welt eigendlich?
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  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    Nach einem Gesunden Lachanfall, und traenenden Augen, ist es mir auch moeglich, einen Kommendar dazu zu schreiben... Warum wurde das Geschmuggelt, und nicht vor Ort Repariert? Gibt es ein Manifest zu der Ladung? Und, seit wann werden Waffen mit Zucker zusammen Transportiert? Mal Ehrlich, es ist nicht nur Offendsichtlich was hier versucht wurde, sondern hoechst Peinlich, wie man dies versucht zu Begruenden. Dank solchen Nachrichten kann man in unsrer Welt noch hin und wieder Lachen *Ironisch*
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