Ägypten: US-Aussenminister trifft Mursi

Im Gespräch mit Präsident Mursi kritisierte John Kerry unter anderem den Waffenschmuggel in den Gazastreifen. Zudem forderte er Regierung und Opposition zur Zusammenarbeit auf. Vorerst verhallten Kerrys Mahnungen ungehört. Im Gegenteil, in Port Said kam es erneut zu Zusammenstössen.

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Zusammenstösse in Port Said (unkommentiert)

0:45 min, vom 3.3.2013

Beide Seiten müssten aufeinander zugehen und «bedeutsame Kompromisse» machen – mit diesen Worten rief John Kerry alle Parteien und deren Exponenten Ägyptens zur Mässigung auf.

Nur so könne die politische Spaltung des Landes überwunden werden, sagte er. Generell sei angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen eine Einigung zwischen den politischen Konkurrenten unerlässlich.

Nach Angaben lokaler Medien ging es bei den Gesprächen mit Präsident Mursi unter anderem um den Waffenschmuggel in den palästinensischen Gazastreifen und die Rechtlosigkeit auf der Sinai-Halbinsel.

Friedensnobelpreisträger wollte keine persönliches Treffen

Kerry hatte sich zuvor bereits mit Vertretern der Opposition, darunter dem früheren Chef der Arabischen Liga, Amr Mussa, getroffen. Er telefonierte zudem mit Mohammed El Baradei, der ein persönliches Treffen abgelehnt hatte.

In Ägypten protestieren seit Monaten Regierungskritiker gegen den islamistischen Präsidenten Mursi. Am Sonntag warfen Demonstranten Steine und Brandsätze auf eine Polizeiwache in Port Said. Die Polizei setzte Tränengas ein.