Ärger in der Olympia-Stadt Sotschi

Genau ein Jahr vor der Eröffnung der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi läutet Russland feierlich den Olympia-Countdown ein. Hinter den Kulissen brodelt es aber ziemlich heftig.

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Wladimir Putin besucht die Olympia-Sportstätten.

0:27 min, vom 7.2.2013

365 Tage vor Entzünden des olympischen Feuers in Sotschi steigen in zahlreichen russischen Städten Strassenfeste als Startschuss für die Winterspiele 2014 an der Schwarzmeerküste.

In Moskau enthüllten die Organisatoren in der Nähe des Roten Platzes eine rund sechs Meter hohe und etwa acht Tonnen schwere Uhr, die die verbleibenden Tage bis zu den Spielen anzeigt.

In die Feierlaune mischte sich aber auch Ärger. Nach scharfer Kritik von Kremlchef Wladimir Putin an erheblichen Mängeln bei der Vorbereitung der Spiele muss Achmed Bilalow, Russlands Vizepräsident des Nationalen Olympischen Komitees NOK, den Posten räumen.

 «Der Rauswurf ist beschlossen», sagte der für die Winterspiele zuständige Vizeregierungschef Dmitri Kosak der Agentur Interfax. Putin hatte sich am Vortag entsetzt darüber gezeigt, dass zwei Skisprungschanzen erst mit zweijähriger Verspätung und siebenfachen Kosten fertig geworden waren.

Auch bei Infrastruktur und Unterkunftseinrichtungen liegt Russland massiv im Rückstand. Die Baukosten steigen ins Unermessliche. Wurde ursprünglich mit einem Budget von 10 Milliarden Franken gerechnet, liegen die Kosten nun bei umgerechnet 45 Milliarden.

Kritiker werfen dem 42jährigen NOK-Vize Bilalow vor, er kümmere sich mehr um Privatgeschäfte als um Olympia.

Ungeachtet dieser Widrigkeiten setzt Wladimir Putin alles daran, dass Sotschi im Februar 2014 für die Spiele bereit sein wird. Zusätzliche 22'000 Bauarbeiter werden nun ans Schwarze Meer beordert. Strassen, Hotels und Sportstätten müssen termingerecht fertiggestellt werden.