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International Anziehungskraft des IS ist ungebrochen

Nach wie vor verlassen tausende Extremisten ihre Heimat in den USA und Europa, um sich am Dschihad in Syrien zu beteiligen. Auf ihrem Weg in den Krieg reisen die meisten durch die Türkei.

Junge Dschihadisten stehen auf einem rollenden Panzer und schwingen eine IS-Fahne.
Legende: Junge Dschihadisten im syrischen Raqqa. Reuters

Die Anziehungskraft des Islamischen Staates (IS) und anderer Dschihadisten-Gruppen ist nach Angaben des US-Terrorabwehrzentrums NCTC ungebrochen. Nach wie vor würden sich Sympathisanten den Extremistengruppen in Syrien anschliessen, wobei die Zahl der Terror-Rekruten mit 20'000 inzwischen eine beispiellose Höhe erreicht hat.

Nicholas Rasmussen, Direktor des US-Terrorabwehrzentrums NCTC, erörtert die Vielzahl der Zuläufer wie folgt: «Es reisen mehr ausländische Kämpfer nach Syrien als zu irgendeinem Zeitpunkt in den letzten 20 Jahren nach Afghanistan oder Pakistan, nach Somalia, in den Irak oder in den Jemen gereist sind.»

3400 Dschihadisten aus dem Westen

Unter den mittlerweile 20'000 Kämpfern seien, so das NCTC, 150 aus den Vereinigten Staaten und insgesamt 3400 aus westlichen Ländern. Wie sich diese Zahl auf einzelne europäische Staaten verteilt, lässt sich ausgehend von einer Agentur-Meldung von Anfang Jahr eruieren. Sie lieferte die geschätzten Zahlen von jenen Menschen, die entweder nach Syrien oder in den Irak gereist sind, um sich am Krieg und Terror zu beteiligen.

Ein IS-Kämpfer zieht mit erhobenem Gewehr und IS-Fahne in der Hand durch die Strassen Raqqas.
Legende: Triumphzug eines IS-Terroristen durch Raqqa. Und die weltliche Welt sieht zu. Reuters

Spitzenreiter in Puncto Dschihad-Touristen ist Frankreich. Noch 2014 hatte man die Zahl der ausgereisten Kämpfer auf 500 veranschlagt. Unterdessen ist aber von 1400 Franzosen die Rede, die sich vor Ort am Krieg beteiligen.

Aus Deutschland sind mindestens 600 radikale Islamisten ausgereist, aus Grossbritannien weitere 600. Die Niederlande haben 150 Personen zwecks Beteiligung am Dschihad verlassen, Österreich deren 170.

Türkei als Einfallstor

Spanien zählt 70 extremistische Ausgereiste, Italien 53, Schweden 250 bis 300, Dänemark 110. Aus Polen sind 6 bis 8 Dschihadisten ausgereist, aus der Schweiz, laut Verteidigungsministerium, 37. In relativen Zahlen führt nicht Frankreich, sondern Belgien die Liste der «Freiwilligen» an. Mit 650 Kriegern verzeichnet das Land – bemessen an seiner Gesamtbevölkerung – am allermeisten Dschihad-Kämpfer aus den eigenen Reihen.

Grösstes Einfallstor für die Extremisten ist laut der NCTC die Türkei. Dies, weil das vorderasiatische Land eine lange Grenze mit Syrien teile. Abesehen davon haben die Dschihad-Touristen bis anhin davon profitiert, dass die Türkei mit 69 Staaten – darunter diejenigen der EU – Abkommen über eine Visa-freie Einreise geschlossen haben. Inzwischen hat Ankara aber auf die Entwicklungen reagiert und rund 10'000 mutmassliche Islamisten mit Einreiseverboten belegt.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Die sollen alle gehen - man sollte sie sogar mit Charterflügen dorthin bringen. Wenn dieses Dschihadistengesocks erst einmal auf einem Haufen ist, kann man mehr von ihnen effizienter ihren Wunsch erfüllen, für die Sache Allahs zu sterben. Dass 3400 Moslems aus Europa bei der ISIS kämpfen (diese Zahl halte ich für massiv untertrieben!), zeigt deutlich, wie komplett krank die westliche Immigrationspolitik ist und dass der islamischen Masseneinwanderung endlich ein Riegel geschoben werden MUSS!
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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Es handelt sich bei den Jihadisten nicht um Menschen mit Ehrfurcht für Allah. Vielmehr handelt es sich um Menschen, die sich einer Krisenideologie verschrieben haben. Menschen die bemüht sind ihrer Ohnmacht zu entkommen in dem sie einer Allmachtsfantasie hinterherlaufen. Je mehr sie sich darin Verstricken, durch Taten, desto mehr geraten sie in Legitimationszwang. Alle diese Jihadisten ahnen schon, dass sie dem Untergang geweiht sind. Und genau das macht sie gegenwärtig brutaler und wansinniger.
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  • Kommentar von Heinz Lauener, 8004 Zürich
    Geht nur, geht. Wir brauchen euch nicht. Nachdem der letzte den Westen verlassen hat: Grenzen zu!
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