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Atom-Deal mit Iran Europäer appellieren erneut an USA

Legende: Video Appell für Iran-Abkommen abspielen. Laufzeit 01:47 Minuten.
Aus Tagesschau vom 11.01.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Deutschland, Frankreich und Grossbritannien wollen am Atomabkommen mit Iran festhalten: Das Land selbst halte sich daran.
  • Die EU-Länder haben die USA eindringlich aufgefordert, dies ebenfalls zu tun.
  • Der US-Präsident drohte mit einem Ausstieg aus dem Abkommen. Grund: Der Iran bringe keinen Frieden und Stabilität in die Region.
  • Der Atomvertrag: Die USA und andere Ländern lockern wirtschaftliche Sanktionen gegen Iran. Im Gegenzug soll Iran sein Atomprogramm beschränken.

«Wir appellieren an die Vereinigten Staaten mitzuhelfen, dass dieses Abkommen weiterlebt und mit noch mehr Leben erfüllt wird.» Deutschlands Aussenminister Sigmar Gabriel sagte dies nach einem Treffen mit dem iranischen Aussenminister eindringlich Richtung USA. Er unterstrich zudem die Bedeutung des Abkommens über den Iran hinaus. Es sei ein wichtiges Signal an die Welt, dass es auf diplomatischem Wege möglich sei, die Entwicklung von Nuklearwaffen zu verhindern, sagte der SPD-Politiker.

Mit diesem Appell versuchen die wichtigsten EU-Länder, die USA noch umzustimmen. Denn US-Präsident Donald Trump hatte das Abkommen unlängst infrage gestellt.

Auslöser des Trumpschen Gebarens sind die Proteste im Iran: Anfang Jahr hatte die iranische Regierung mehr als 3700 Menschen festgenommen, 18 Demonstranten wurden getötet. Die Menschen in Iran kritisieren die schlechten wirtschaftlichen Bedingungen. Sie prangerten auch die Regierung an.

Trump hatte nicht bestritten, dass Iran sich ans Atom-Abkommen hält. Seine Ausstiegsdrohung begründete er aber damit, dass Iran nicht «Frieden und Stabilität in die Region» bringe, was mit dem Abkommen beabsichtigt worden sei.

US-Präsident Trump wird in Kürze entscheiden, ob die USA gewisse Sanktionen nicht doch wieder einführen. Im Raum stehen etwa die Ölexporte des Iran, welche die USA blockieren könnte.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan von Känel (Trottel der feinen Gesellschaft)
    Wären die Dinge von denen Trump hier faselt wirklich ein Faktor, müsste Saudi-Arabien längst von sämtlichen Nationen der UNO boykottiert, sanktioniert und durch den Sicherheitsrat unter Druck gesetzt worden sein. Man muss den Iran nicht lieben, aber das was hier vorgebracht wird ist lächerlich.
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  • Kommentar von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
    Wer glaubt im ernst, dass die USA solche Appelle beachten? Und dies erst noch von Europäern, welche auf Kommando die Befehle der USA übernehmen, auch wenn dies zu ihrem Schaden ist?
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  • Kommentar von Karl Kirchhoff (Charly)
    Präsident Dwight D. Eisenhower warnte 1961 in einer Rede an die amerikanische Nation vor einem riesigen industriell-militärischen Verteidigungsapparat, der zu einem Staat im Staat werden könnte: «The potential for the disastrous rise of misplaced power exists and will persist. We must never let the weight of this combination endanger our liberties or democratic processes.» Er hat leider recht gehabt. Ohne ihre gigantische Rüstungsindustrie, können die USA nicht mehr existieren:((
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